Ratzeburg (pm). Die Grüne Stadtfraktion in Ratzeburg wird in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Stadtmarketing am 28. Mai 2026 einen Antrag einbringen, die landesweite Aktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ künftig offiziell durch die Stadt organisieren zu lassen. Ziel ist es, die erfolgreiche Müllsammelaktion langfristig zu sichern, breiter aufzustellen und vor allem parteiunabhängig zu gestalten.
Der Antrag sieht vor, dass sich die Stadt Ratzeburg ab dem Jahr 2027 organisatorisch an der Aktion beteiligt, die Koordination übernimmt und als offizielle Veranstalterin auftritt.
„Die Aktion hat sich in Ratzeburg seit Jahren bewährt und zeigt, wie viel wir gemeinsam erreichen können, wenn wir als Ratzeburgerinnen und Ratzeburger zusammenkommen“, erklärt der Grüne Fraktionsvorsitzende Robert Wlodarczyk. „Deshalb ist es aus unserer Sicht der richtige Schritt, die Organisation dauerhaft in die Hände der Stadt zu legen und damit eine verlässliche und unpolitische Struktur zu schaffen.“
Erfolgreiches Engagement vieler Akteure
In den vergangenen Jahren wurde die Aktion in Ratzeburg von unterschiedlichen Akteuren getragen – vor einigen Jahren tatsächlich noch von der Stadt, in den vergangenen Jahren von den Ortsverbänden der CDU oder Grünen. In diesem Jahr haben die Grünen die Organisation übernommen.
„Wir haben 2026 selbst erlebt, wie groß die Bereitschaft der Menschen ist, sich für ihre Stadt zu engagieren“, so Wlodarczyk. „Dieses Engagement sollte nicht von einzelnen Parteien abhängen, sondern von der Stadt als Gemeinschaftsaufgabe getragen werden.“
Der größte Anteil an der diesjährigen Durchführung lag bei Dr. Gert Schwiethal, einer der beiden Sprecher des Grünen Ortsverbandes und bürgerliches Mitglied der Fraktion, der die Organisation maßgeblich koordiniert und übernommen hat.
„Die Resonanz war durchweg positiv – von Familien über einzelnen Vereine bis hin zu Einsatzorganisationen“, berichtet Schwiethal. „Solche Aktionen stärken nicht nur das Umweltbewusstsein, sondern auch den Zusammenhalt in unserer Stadt. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Engagement dauerhaft auf eine breite, verlässliche Basis gestellt wird.“
Stadt als verlässliche Koordinatorin
Mit der Übernahme durch die Stadt soll die Aktion organisatorisch gestärkt und weiterentwickelt werden. Dazu gehören unter anderem die zentrale Koordination, die Bereitstellung von Materialien, die Einbindung lokaler Akteure sowie eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit.
„Die Stadt verfügt über die notwendigen Strukturen, um eine solche Veranstaltung effizient und langfristig zu organisieren“, erklärt Wlodarczyk. Auch die Organisation von Logistik und Entsorgung sowie ein gemeinsamer Abschluss der Aktion könnte durch die Stadt verlässlich gewährleistet werden.
Veranstaltung von der Stadt für die Stadt statt Parteiveranstaltung
Ein zentrales Anliegen der Grünen ist es, die Aktion bewusst aus parteipolitischen Zusammenhängen herauszulösen und als gemeinschaftliches Projekt aller Bürgerinnen und Bürger zu etablieren. „Sauberkeit, Umweltbewusstsein und Zusammenhalt sind keine parteipolitischen Themen, sondern Aufgaben für die gesamte Stadtgesellschaft“, betont Wlodarczyk. „Mit unserem Antrag möchten wir genau diesen Gedanken stärken.“
Schwiethal ergänzt: „Die Stärke der Aktion liegt gerade darin, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen und gemeinsam anpacken. Diese Offenheit sollten wir bewahren und weiter fördern. Durch die Organisation der Stadt sehen wir das Potenzial, dass auch Menschen für die Aktion motiviert werden können, welche bisher aus unterschiedlichsten Gründen nicht durch Parteien erreicht werden konnten.“
Bewährtes Modell in vielen Städten und Gemeinden
Viele Städte und Gemeinden organisieren die Aktion bereits erfolgreich in eigener Regie. Die Grünen sehen darin ein bewährtes Modell, das auch für Ratzeburg sinnvoll ist. „Wir orientieren uns an dem, was andernorts gut funktioniert“, so Wlodarczyk. „Eine feste Verankerung bei der Stadt sorgt für Kontinuität und gibt allen Beteiligten Planungssicherheit.“
Mit ihrem Antrag wollen die Grünen die erfolgreiche Aktion langfristig sichern und parteineutral weiterentwickeln. Die organisatorische Übernahme durch die Stadt wird als Chance gesehen, noch mehr Menschen für die Teilnahme zu gewinnen und das Engagement dauerhaft zu stärken. „Ratzeburg lebt vom Mitmachen“, so Schwiethal und Wlodarczyk abschließend. „Wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen, können wir viel bewegen – für eine saubere, lebenswerte und starke Stadtgemeinschaft.“
Der Antrag wird in öffentlicher Sitzung im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Stadtmarketing am 28. Mai 2026 beraten. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr. Getagt wird im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses.











