Ratzeburg (pm). Die Stadt Ratzeburg und der Sanierungsträger BIG Städtebau Gesellschaft haben den aktuellen Sachstand der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Zukunftsgestaltung Daseinsvorsorge“ im Rahmen der Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses vorgestellt. Der Bericht gibt einen detaillierten Überblick über die Fortschritte zentraler Infrastrukturprojekte sowie die aktuelle finanzielle Lage der Gesamtmaßnahme.
Seebadeanstalt Schlosswiese vor der Wiedereröffnung
Die Sanierung der denkmalgeschützten Seebadeanstalt Schlosswiese steht kurz vor dem Abschluss. Nachdem im Jahr 2025 umfassende Arbeiten am Gebäude sowie an den Außen- und Steganlagen durchgeführt wurden, ist die Eröffnung nun für den 1. Juni 2026 geplant. Die voraussichtlichen Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4,75 Millionen Euro. Bereits im Mai 2025 konnte die Vermietung des Kiosks und der Gewerbeeinheit realisiert werden.

Infrastruktur und Bildung: Brücke und Ernst-Barlach-Schule
Ein weiteres wichtiges Teilprojekt ist die Erneuerung der Brücke des Kleinbahndamms. Herzogtum direkt berichtete. Nach erfolgter Zustimmung durch das Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport (MIKWS) im Dezember 2025 konnten die Bauleistungen nach Ausschreibung nun beauftragt werden. Der Baubeginn ist für Mai 2026 geplant, mit einem angestrebten Abschluss der Maßnahme bis Ende des Jahres.

Für die Sanierung und Umnutzung der Ernst-Barlach-Schule zu einem Kultur- und Bildungszentrum wurde im Juli 2025 ein Förderantrag gestellt. Die baufachliche Prüfung der Unterlagen ist derzeit in Bearbeitung. Die Kosten für dieses Vorhaben werden auf etwa 12,32 Millionen Euro geschätzt.
Großprojekt Neubau Schwimmhalle Aqua Siwa
Der Ersatzneubau der Schwimmhalle Aqua Siwa stellt das finanziell umfangreichste Einzelprojekt dar, mit voraussichtlichen Bau- und Baunebenkosten von rund 26,30 Millionen Euro. Im Dezember 2025 wurde der Bauantrag eingereicht. Derzeit wird die Ausführungsplanung erstellt, sodass im vierten Quartal 2026 mit den ersten Baumaßnahmen begonnen werden könnte. Die Fertigstellung der Schwimmhalle ist für Ende 2029 avisiert. In engem Zusammenhang damit steht die Herstellung der öffentlichen Parkplatzanlage Fischerstraße, für die bereits ein positiver Bescheid über Städtebauförderungsmittel vorliegt.
Finanzielle Bilanz und Ausblick
Die Finanzierung der Gesamtmaßnahme ‚Zukunftsgestaltung Daseinsvorsorge‘ erfolgt maßgeblich durch Städtebauförderungsmittel von Bund, Land und Stadt. Bis Ende 2025 wurden bereits rund 8,76 Millionen Euro für verschiedene Maßnahmen ausgegeben. Der Gesamtkostenrahmen für alle Einzelmaßnahmen wird aktuell auf circa 41,37 Millionen Euro beziffert. Um den weiteren Finanzierungsbedarf zu decken, wurde für das Jahr 2026 ein weiterer Förderantrags in Höhe von 9 Millionen Euro gestellt. Da insbesondere für den Neubau der Schwimmhalle ein erhöhter Mittelbedarf besteht, wurden zusätzlich Fördermittel aus dem Landesprogramm für Schwimmsportstätten beantragt.
Modernisierung der Domhalbinsel kurz vor dem Abschluss
Parallel zu den Projekten der Daseinsvorsorge schreitet die Erneuerung der Domhalbinsel, ein Projekt im Städtebauförderungsprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“, entscheidend voran. Die umfangreichen Tiefbauarbeiten im historischen Quartier sind weitgehend abgeschlossen. In der abschließenden Phase stehen nun noch die Erneuerung der Wegeverbindungen auf dem Palmberg und zwischen Reeperbahn und Domhof sowie die Installation von neuen Sitzgelegenheiten und Beschilderungen sowie abschließende Pflanzungen an. Ein wichtiger Meilenstein für die touristische Infrastruktur und Barrierefreiheit wurde bereits erreicht: Die neue, barrierefreie Toilettenanlage an der Ruderakademie ist fertiggestellt und betriebsbereit.









