Herzogtum Lauenburg/Mölln (pm). Als vor fast 50 Jahren die Stiftung Herzogtum Lauenburg gegründet wurde, wurden in der Satzung der Stiftung zwei Säulen als Zweck festgelegt. Das war die Förderung der Kultur und der Erhalt und die Pflege der lauenburgischen Landschaft. Verstärkt wurde der Bereich des Naturschutzes 1990 durch ein Erbe des Ehepaares Blunck an die Stiftung. „Das Ehepaar Blunck beauftragte die Stiftung mit dem Ertrag aus dem Erbe die lauenburgische Landschaft zu schützen, zu erhalten und dem Naturschutz verpflichtend zu entwickeln“, so der Präsident der Stiftung Klaus Schlie.

„Diese Zielsetzungen, denen wir uns zutiefst verpflichtet fühlen, sind durch die vom Land Schleswig-Holstein geplante Ausweisung von über 600 Hektar Vorrangflächen für Windkraft im Naturpark Lauenburgische Seen erheblich bedroht.“
Der Naturpark Lauenburgische Seen, der 1961 gegründet wurde, ist der älteste Naturpark des Landes und der zweitälteste in Deutschland. Ziel der Ausweisung war es, die einzigartige Naturlandschaft zu erhalten und den strukturschwachen Raum an der damaligen innerdeutschen Grenze durch die Entwicklung einer Naherholungsinfrastruktur, wie es damals hieß, als Naturerlebnisraum zu entwickeln.
Nun ist dieser seit über 70 Jahren bestehende einmalige Naturraum massiv gefährdet. Industrielle Windkraftanlagen in diesem Gebiet sind ein unverantwortlicher Eingriff in eine intakte, einmalige Landschaft mit Buchen- und Erlenwäldern, über 40 Seen, Trockenrasenflächen und den so wertvollen Mooren als CO2 Speicher. Seit Jahrzehnten wurde in aufopferungsvoller Naturschutzarbeit überwiegend ehrenamtlich dafür gesorgt, dass sich der Seeadler, der Kranich, der Rotmilan, der Fischotter und viele andere bedrohte Tierarten und Pflanzen hier angesiedelt haben.
„Wir haben als Stiftung Herzogtum Lauenburg die Pflicht, gemeinsam mit den Bürgern und Gemeinden vor Ort die verfehlte Landesplanung im Naturpark zu verhindern. Neben den offiziellen Eingaben gegen die Planung werden wir eine ‚Offensive gegen die Zerstörung des Naturparks Lauenburgische Seen‘ starten.
Wir sind zuversichtlich, dass wir dies gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden, dem Kreis Herzogtum Lauenburg, den Naturschutz- und Tourismusverbänden im Kreis und der Bürgerinitiative machen.
Geplant ist eine Einladung an den Umweltminister des Landes Tobias Goldschmidt Bündnis 90/Die Grünen, die lauenburgischen Landtagsabgeordneten und den Landrat sowie die Abgeordneten des Kreistages. In einer öffentlichen Podiumsdiskussion wollen wir darüber mit Ihnen sprechen. Wir erwarten eindeutige Stellungnahmen zu dieser Planung.
Mit einem öffentlichen Brief werde ich im Namen der Stiftung den Ministerpräsidenten, die Innenministerin und den Umweltminister die Gründe darlegen, warum diese Windkraftanlagenplanung widersinnig ist“, so Klaus Schlie.
„Als ehemaliger Innenminister, der auch eine Regionalplanung Wind verantwortlich durchgeführt hat, weiß ich, welche massiven Betonsockel, Stromleitungen (unter- oder oberirdisch) und notwendigen Wartungsarbeiten dieses hochsensible Gebiet belasten werden.“










