Kiel (pm). Schleswig-Holstein setzt auf heimische Eiweißpflanzen: Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg startet eine weitere neue Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM). Zukünftig soll der mehrjährige Luzerne-Kleegrasanbau auf landwirtschaftlichen Betrieben finanziell unterstützt werden. Ziel der Maßnahme ist es, den Schutz der Gewässer zu verbessern, klimaschädliche Stickstoffemissionen zu reduzieren und die Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen zu stärken.
„Mit der neuen Maßnahme setzen wir unsere Offensive für heimische Eiweißpflanzen, fruchtbare, vielfältige Felder und einen stärkeren Gewässerschutz konsequent fort. Unsere Landwirtinnen und Landwirte leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Gewässerschutz. Durch den verstärkten Anbau heimischer Eiweißpflanzen wie Luzerne oder Kleegras können sie den Düngebedarf deutlich senken, Treibhausgasemissionen reduzieren und gleichzeitig die Artenvielfalt auf den Feldern fördern“, betonte Schmachtenberg.
Eiweißpflanzen gehören zu den sogenannten Leguminosen und haben die besondere Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden und im Boden verfügbar zu machen. „Dadurch benötigen die Pflanzen weniger mineralischen Dünger. Das entlastet Böden und Gewässer und spart zugleich Ressourcen. Gleichzeitig bleibt durch den Anbau von Luzerne-Kleegras ein hochwertiger Futterbau erhalten, der besonders für Milchviehbetriebe eine wichtige Grundlage darstellt. Die Förderung richtet sich daher insbesondere an konventionelle Milchviehbetriebe und soll dazu beitragen, den Anteil von Leguminosen in der Fruchtfolge und im Grundfutter zu erhöhen“, so die Ministerin.
Die neue AUKM für Luzerne-Kleegras ist ein weiterer Baustein zur Stärkung des heimischen Eiweißpflanzenanbaus. Parallel dazu läuft das Programm „Vielfältige Kulturen im Ackerbau“ des Ministeriums für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV), das Landwirtinnen und Landwirte ebenfalls dabei unterstützt, abwechslungsreiche Fruchtfolgen einzusetzen und den Anteil heimischer Eiweißpflanzen zu erhöhen. Damit ergänzt auch diese Maßnahme die Umsetzung des Aktionsplans Ostseeschutz sowie des Klimaschutzprogramms 2030.
Was wird konkret gefördert?
Die zweijährige Maßnahme wird aus Landesmitteln finanziert und läuft vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2028. Interessierte Betriebe können die Teilnahme bis zum 15. Mai 2026 im Rahmen des Sammelantragsverfahrens beantragen. Teilnehmende Betriebe erhalten finanzielle Unterstützung, wenn sie folgende Maßnahmen umsetzen:
- Aussaat einer Kleegrasmischung mit mindestens 33 Prozent Leguminosen und mindestens zwei verschiedenen Leguminosenarten im Herbst 2026
- Umbruchverbot während des Förderzeitraums, um die Stickstoffauswaschung über drei Winter zu vermindern
- Begrenzung der Stickstoffdüngung auf maximal 140 kg N/ha pro Jahr
- Die Folgekultur darf höchstens 20 kg N/ha unter dem errechneten Bedarf nach Düngeverordnung erhalten
- Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln
- 10 Prozent der Maßnahmenfläche wird brach gelegt, um Biodiversität zu fördern – eine Düngung ist auf diesen Flächen untersagt
- Die Maßnahme ist mit anderen AUKM kombinierbar: Die geförderten kleinkörnigen Leguminosen können beispielsweise im Rahmen der Maßnahme „Vielfältige Kulturen im Ackerbau“ als eine der fünf verpflichtenden Kulturen angerechnet werden.
Für die Umsetzung dieser Maßnahmen erhalten landwirtschaftliche Betriebe eine Prämie von bis zu 188 Euro/ha pro Jahr. Für die Jahre 2027 und 2028 stehen jeweils 500.000 Euro und somit insgesamt 1 Millionen Euro zur Verfügung. Betriebe, die bereits an der Flächenfördermaßnahme „Ökologischer Landbau“ (FP 478) teilnehmen, erhalten eine reduzierte Prämie von 102 Euro/ha. Hintergrund ist, dass der Anbau von Kleegras bereits in der Kalkulation der Ökoprämie berücksichtigt wird.









