Ratzeburg (pm). Die ‚Internationalen Wochen gegen Rassismus‘ sind ein wiederkehrender Aktionszeitraum rund um den „Internationalen Tag gegen Rassismus“ am 21. März eines jeden Jahres. Dieser Tag erinnert an das Massaker von Sharpeville in Südafrika. Die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ laden seit 1979 weltweit Menschen ein, sich unter der Botschaft „Zusammen gegen Rassismus – 100 % Menschenwürde“ persönlich zu engagieren. In Ratzeburg und dem Amt Lauenburgische Seen wird dieser jährliche Aufruf von der ‚Partnerschaft für Demokratie‘ aufgenommen. Mit Flaggen der Kampagne ‚Herz einschalten – Rassismus ausschalten‘ vor öffentlichen Gebäuden und unterschiedlichen Aktionen wird klar Position gegen Rassismus in unserer Gesellschaft bezogen.
In diesem Jahr wird ein besonderer Fokus auf das Phänomen des antimuslimischen Rassismus gelegt. Zusammen mit dem Team des Präventionsprojektes ‚VIELKLANG‘, das im Auftrag des Landes von der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein (TGSH) getragen wird, soll am 18.03.2026 um 18:30 Uhr ein offenes Podiumsgespräch im Jugendzentrum ‚GLEIS 21‘ organisiert werden, auf dem vor allem auch Betroffene zu Wort kommen. Moderiert wird die Veranstaltung von Evans Gumbe, dem Koordinator für Antirassismusarbeit innerhalb der ‚Partnerschaft für Demokratie‘.
„Muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger erfahren in besonderem Maße Ausgrenzung und Rassismus. In nahezu allen wissenschaftlichen Umfragen gibt ein Drittel der muslimischen Befragten an, Opfer von Diskriminierung oder Schikane aufgrund sichtbarer religiöser Zeichen, wie etwa ihrer Kleidung, geworden zu sein. Mit Blick auf die vielen muslimischen Menschen in unseren Gemeinden und unseren 10-Punkte-Aktionsplan gegen Rassismus bedeutet dies für uns einen besonderen Handlungsbedarf. Mit Unterstützung der „Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus“ (ECCAR) wollen wir daher auch in unserer lokalen Arbeitsgruppe gezielte Maßnahmen gegen antimuslimischen Rassismus entwickeln“, sagt Evans Gumbe. Die Veranstaltung soll hierzu ein Auftakt sein.
Ein weiteres Angebot innerhalb der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ schaffen der Verein Miteinander leben e.V. sowie die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. mit der erneuten Ausrichtung eines Chorworkshops. Das gemeinsame Chorprojekt ‚POLITICALied‘ lädt vom 20.–22.03.2026 Menschen ein, ihre Stimme zu erheben – gegen Rassismus und Diskriminierung. Anmeldungen sind möglich unter miteinander.leben@t-online.de. Das Abschlusskonzert ist am 22. März 2026 um 16 Uhr im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses vorgesehen.
Zudem plant die Volkshochschule Ratzeburg und Umland e.V. zusammen mit der lokalen Arbeitsgruppe ‚Antirassismusarbeit im ländlichen Raum‘ die Ausrichtung eines Jugendkunstwettbewerbs unter dem Motto „WIR und DIE ANDEREN“ an den weiterführenden Schulen, der bis zu den Sommerferien laufen soll.
„Die Teilnahme an den ‚Internationalen Wochen gegen Rassismus‘ ist für die Stadt Ratzeburg und das Amt Lauenburgische Seen selbstverständlich. Solange wir vor unserer Haustür von Rassismus und Diskriminierung erfahren, müssen wir uns dagegen klar und eindeutig positionieren“, sagen Bürgermeister Eckhard Graf und Amtsvorsteher Heinz Dohrendorff mit Verweis auf die aktive Mitgliedschaft in der „Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus – European Coalition against Racism“ (ECCAR).









