Wentorf bei Hamburg (pm). Die CDU-Fraktion hat ihre Position zur zukünftigen Schulentwicklung Wentorf nach intensiver Beratung und Auswertung der vorliegenden Unterlagen festgelegt. Das Ergebnis: Die Christdemokraten verwerfen das Schulcampus-Modell und setzen zunächst auf die eigenständige Weiterentwicklung der Gemeinschaftsschule. Das Gymnasium bleibt dabei ausdrücklich im Blick für die nächsten Schritte.
„Unser Ziel war von Anfang an eine tragfähige Lösung für beide Schulen; für die Gemeinschaftsschule und für das Gymnasium“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Florian Slopianka. „Genau deshalb haben wir das Campusmodell nicht vorschnell verworfen, sondern ernsthaft geprüft.“
Grundlage der Entscheidung war unter anderem eine systematische Bewertungsmatrix, in der die unterschiedlichen Varianten des Schulbaus anhand zentraler Kriterien gegenübergestellt wurden. Dazu zählen unter anderem bauliche Aspekte, verkehrliche Auswirkungen, Umsetzbarkeit, zeitliche Perspektiven, Akzeptanz sowie Auswirkungen auf die schulische Identität.
Die Auswertung zeige laut CDU ein differenziertes Bild: Das Campusmodell weist Vorteile in den Bereichen Verkehr und bauliche Bündelung auf. Gleichzeitig wurden jedoch erhebliche Bedenken in Bezug auf die Identität der einzelnen Schulen, die Akzeptanz bei Schulgemeinschaften und Eltern sowie weitere qualitative Aspekte des Schulalltags deutlich. Diese Punkte hätten für die CDU ein besonderes Gewicht.
Finanzielle Aspekte wurden in der Bewertungsmatrix ebenfalls betrachtet. Nach derzeitigem Stand ergäben sich daraus keine eindeutigen Ausschlusskriterien für oder gegen das Campusmodell. Die erhofften Synergien fielen in der Machbarkeitsstudie deutlich geringer aus als zunächst angenommen, so die Christdemokraten.
„Wir haben sehr genau zugehört – bei unserer öffentlichen Veranstaltung, dem Wentorfer Gespräch, sowie in vielen Gesprächen mit Eltern, Lehrkräften und Bürgerinnen und Bürgern“, so Slopianka weiter. „Diese Rückmeldungen spiegeln sich in unserer Bewertung wider.“
Vor diesem Hintergrund hat sich die CDU entschieden, das Campusmodell derzeit nicht weiter zu verfolgen und zunächst die Gemeinschaftsschule eigenständig anzugehen. Ziel ist ein schrittweises, realistisch umsetzbares Vorgehen mit klaren Perspektiven. Das Gymnasium soll in den weiteren Planungen nicht aus dem Blick geraten und bleibt Teil der mittel- bis langfristigen Schulentwicklungsstrategie der Gemeinde.
Hierzu erklärt Florian Slopianka weiter: „Damit das Gymnasium ebenfalls eine gute Perspektive erhält, muss die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde insgesamt gewahrt bleiben, damit mittel- und langfristig tragfähige Lösungen für beide Schulen möglich bleiben. Dazu zählt, Ausgaben weiterhin kritisch zu prüfen und die Gewerbeentwicklung mit Blick auf mögliche Einnahmen weiter zu unterstützen.“
Für die CDU Wentorf betont der Ortsvorsitzende Heiko Faasch: „Wir stehen für eine transparente und abgewogene Entscheidungsfindung. Maßstab sind für uns nicht einzelne Wunschbilder, sondern die Frage, welche Lösung unter den gegebenen Rahmenbedingungen pädagogisch sinnvoll, organisatorisch tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert ist. Auch deshalb veranstalten wir unsere Wentorfer Gespräche, die in diesem Jahr fortgesetzt werden.“









