Ratzeburg (pm). Mit einer würdigen Veranstaltung gedachten am vergangenen Dienstag mehr als 80 Menschen im Ratssaal des Ratzeburger Rathauses den Opfern des Holocaust. Die Volkshochschule Ratzeburg und Umland hatte mit Blick auf diesen internationalen Gedenktag zur Eröffnung der von Ilse Siebel entwickelten Ausstellung „Die Deportation der Norddeutschen Juden“ geladen.
Die Ausstellung beschreibt das Schicksal von 905 Jüdinnen und Juden, die am 6. Dezember 1941 über den Bahnhof Bad Oldesloe ins Ghetto Riga deportiert wurden, unter ihnen auch Willy und Martha Rosenberg aus Ratzeburg. Anke Nommensen Bielke von den ‚OMAS gegen Rechts – Oldesloer für Demokratie‘ führte in berührender Weise in die Ausstellung ein und betonte dabei die Bedeutung einer mahnenden Erinnerungskultur, gerade in der heutigen Zeit. Stadtarchivar Christian Lopau beschrieb in einem Kurzvortrag das Schicksal jüdischer Menschen aus Ratzeburg, die Familie Rosenberg, die Familie Levy, die Geschwister Philip, Aenne Ratz und Germaine Vahl.

Bildhauer Thomas Helbing berichtete von der künstlerischen Entwicklung einer Auftragsarbeit zum Gedenken an einen Todesmarsch aus dem KZ Neuengamme in Richtung Flensburg, der 1945 durch Stormarn führte. Er ließ die Zuhörerschaft an seinen Gedanken, Assoziationen und Ideen teilhaben, welche seine Suche nach einem würdigen Mahnmal begleiten.
Musikalisch umrahmt wurde das Programm von Liedbeiträgen des Chores ‚POLITICALied‘, unter anderen auch Eric Bogles „Never again“. Mit der wiederkehrenden Verszeile ‚Remember‘ prägte es die Atmosphäre des Abends, eine würdige und ernste Erinnerung an das immer noch unfassbare Leid von Millionen Menschen durch die Verbrechen der Nationalsozialisten, die im Anschluss zu vielen nicht minder ernsten Gesprächen über die Zeit heute führte.
Die Veranstaltung wurde gefördert über die ‚Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amte Lauenburgische Seen‘ im Rahmen des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!‘. Die Ausstellung „Die Deportation der Norddeutschen Juden“ kann bis zum 12. Februar 2026 während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.










