Schleswig-Holstein (pm). Strom aus Erneuerbaren Energien bleibt ein Exportschlager für Schleswig-Holstein – und sorgt gleichzeitig dafür, dass immer weniger Strom importiert werden muss. Mit rund 925.000 Megawattstunden (MWh) hat der Bezug aus dem Höchstspannungsnetz erstmals die Millionen-Marke unterschritten. Das zeigt die aktuelle Auswertung von Schleswig-Holstein Netz (SH Netz), größter Stromnetzbetreiber im Norden, für das Jahr 2025.
Gleichzeitig wurden 2025 rund 12,5 Millionen Megawattstunden (MWh) Grünstrom über die Landesgrenzen geleitet. Das entspricht dem Jahresverbrauch von fast 3,6 Millionen Zwei-Personen-Haushalten1). Anders ausgedrückt: Schleswig-Holstein exportierte im vergangenen Jahr so viel Strom, dass Bevölkerung und Industrie in Hamburg2) theoretisch für ein Jahr und zwei Monate versorgt werden könnten.
„Durch den weiteren Anschluss von Erneuerbaren-Energien-Anlagen haben wir beim Grünstromexport trotz des windschwachen Jahrs 2025 nahezu den Vorjahreswert erreicht“, berichtet Benjamin Merkt, Vorstand Technik der SH Netz-Muttergesellschaft HanseWerk. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen ist die Grünstrom-Erzeugung in Schleswig-Holstein insgesamt leicht gesunken, zum anderen ist der Stromverbrauch gegenüber 2024 um 3,8 Prozent gestiegen3). „Im Vergleich zu 2015 hat sich die Exportmenge an Erneuerbarer Energie trotzdem mehr als verdreieinhalbfacht“, so Benjamin Merkt weiter. „Möglich wurde das durch den massiven Stromnetzausbau in Schleswig-Holstein und den Anschluss von immer mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen an unser Netz. So hat Schleswig-Holstein Netz inzwischen über 160.000 Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie Biomassekraftwerke und Stromspeicher mit einer Leistung von mehr als 13.740 MW angeschlossen.“ Dies entspricht zirka sieben Prozent der gesamten deutschen Stromerzeugungsleistung.
Rein bilanziell haben die Schleswig-Holsteiner im vergangenen Jahr 223 Prozent ihres Strombedarfs vor allem mit Wind und Sonne selbst produziert. Zum Vergleich: 2020 waren es noch 176 Prozent, im Jahr 2015 sogar nur 112 Prozent. Durch diese Entwicklung konnte sich das nördlichste Bundesland 2025 bereits zu rund 76 Prozent der Jahresstunden mit Grünstrom selbst versorgen. Auch das ist ein neuer Rekord. Zum Vergleich: 2015 lag dieser Wert nur bei 54 Prozent der Zeit, 2020 bei 68 Prozent der Jahresstunden.
Da Wind- und Sonnenstrom nicht durchgängig produziert werden kann, musste Schleswig-Holstein auch im vergangenen Jahr in begrenztem Umfang Strom importieren: Dabei ist erstmals die Marke von einer Million Megawattstunden unterschritten worden. 2015 wurden noch 2,16 Millionen MWh importiert, 2020 waren es 1,2 Millionen MWh. Der Spitzenwert beim Stromimport lag am 26. November 2025 um 18.30 Uhr aufgrund des weitgehenden Ausfalls von Wind- und Sonnenenergie bei 1.228 Megawatt. Mit einem Spitzenwert von 5.675 Megawatt erreichte die exportierte Leistung am 22. März 2025 um 18.45 Uhr ein Niveau, das der Stromerzeugung von vier bis fünf konventionellen Großkraftwerken entspricht. Damit lag der Wert nur geringfügig unter dem Rekordjahr 2024 mit einem Spitzenwert von 5.860 Megawatt.
Anm.1: Im Schnitt zwei Personen in einem Haushalt mit zusammen 3,5 MWh Verbrauch
Anm. 2: Laut Angaben der Hamburger Energienetze wurden 2025 rund 10.700.000 MWh Strom in Hamburg verbraucht https://www.energieportal-hamburg.de/.
Anm. 3: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein:
*Die Selbstversorgungsquote gibt an, in welchem Umfang eine Region den eigenen Energiebedarf aus heimischen Energiequellen decken kann. Sie wird oft als Prozentsatz ausgedrückt und berechnet sich aus dem Verhältnis der inländischen Energieerzeugung zum gesamten Energieverbrauch.









