Herzogtum Lauenburg (aa). Die Polizeidirektion Ratzeburg hat die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 veröffentlicht. Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurden insgesamt 8.980 Straftaten registriert, was einem Rückgang von 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Aufklärungsquote stieg von 53,9 auf 57,4 Prozent. Damit liegt der Kreis erneut unter dem Landesdurchschnitt, aber auch unter den Werten der letzten zehn Jahre.
Gesamtkriminalität: Weniger Fälle, höhere Aufklärung
Mit 8.980 Straftaten verzeichnet der Kreis Herzogtum Lauenburg den niedrigsten Wert seit einem Jahrzehnt. Besonders auffällig ist der Rückgang bei Diebstahlsdelikten: Hier sank die Zahl um 9,5 Prozent auf 2.699 Fälle. Auch die Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen gingen um 20,3 Prozent auf 321 Fälle zurück. Der Wohnungseinbruchdiebstahl stieg jedoch um 18,9 Prozent auf 226 Fälle an – ein gegenläufiger Trend, der die Polizei vor Herausforderungen stellt.
Die Aufklärungsquote verbesserte sich trotz sinkender Fallzahlen um 3,5 Prozentpunkte auf 57,4 Prozent. Dies deutet auf eine effizientere Ermittlungsarbeit hin, insbesondere bei Vermögens- und Fälschungsdelikten, wo die Quote von 52,1 auf 63,5 Prozent kletterte.
Gewaltkriminalität: Leichter Rückgang
Die Gewaltkriminalität macht mit 274 Fällen 3,1 Prozent der Gesamtkriminalität aus. Hier gab es einen Rückgang um 8,7 Prozent. Besonders bei Raubdelikten (-30,4 Prozent) und gefährlichen Körperverletzungen (-8,6 Prozent) wurden weniger Taten registriert. Die Zahl der Opfer von Partnerschaftsgewalt sank um 1,2 Prozent, während familiäre Gewalt um 7,1 Prozent abnahm.
Rauschgiftkriminalität: Mehr Delikte, weniger Cannabis
Die Rauschgiftdelikte stiegen um 23,7 Prozent auf 277 Fälle. Allerdings ist hier zu beachten, dass seit April 2024 das Konsumcannabisgesetz (KCanG) gilt, wodurch Cannabis-Konsumdelikte nicht mehr in der Statistik erscheinen. Die Aufklärungsquote bleibt mit 87,4 Prozent hoch.
Jugendkriminalität: Mehr Heranwachsende, weniger Kinder
Die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen unter 21 Jahren stieg leicht um 4,8 Prozent auf 805 Personen. Während die Zahl der Kinder als Tatverdächtige um 22,6 Prozent sank, nahm die Gruppe der Heranwachsenden (18 bis unter 21 Jahre) um 29,3 Prozent zu. Der Anteil der unter 21-Jährigen an allen Tatverdächtigen liegt bei 19,9 Prozent.
Wirtschaftlicher Schaden: Deutlicher Anstieg
Trotz rückläufiger Fallzahlen stieg der wirtschaftliche Schaden durch Straftaten im Kreis Herzogtum Lauenburg um 86,6 Prozent auf 24,2 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf Einzeltaten mit hohem Schadensvolumen zurückzuführen.
Fazit: Sicherheit bleibt Priorität
Die Kriminalstatistik 2025 zeigt für den Kreis Herzogtum Lauenburg eine positive Entwicklung: weniger Straftaten, höhere Aufklärungsquoten und ein Rückgang bei Gewalt- und Diebstahlsdelikten. Dennoch bleiben Herausforderungen, insbesondere beim Wohnungseinbruchdiebstahl und der Rauschgiftkriminalität. Die Polizei betont, dass die Bekämpfung der Kriminalität weiterhin Priorität habe – auch durch präventive Maßnahmen und enge Zusammenarbeit mit der Bevölkerung.
Die vollständige Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg ist online unter www.polizei.schleswig-holstein.de
abrufbar.






