Kastorf (aa/pm). Die Zahl der Einsätze, bei denen große Tiere wie Pferde, Rinder oder Esel gerettet werden müssen, steigt seit Jahren. Ob ein Pferd in einen Graben gerutscht ist, ein Rind in die Güllegrube gefallen ist oder ein Verkehrsunfall mit einem Pferdeanhänger passiert – die Herausforderungen für Einsatzkräfte sind groß. Um auf solche Situationen vorbereitet zu sein, fand am vergangenen Sonnabend (14. März 2026) in Kastorf ein ganztägiges Training zur „Technischen Großtierrettung“ statt.
Theorie und Praxis für mehr Sicherheit
Das Training, organisiert vom Feuerwehrausstatter FirePak, richtete sich an Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren sowie an einen Tierarzt. Ziel war es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die besonderen Anforderungen bei der Rettung von Großtieren vorzubereiten. Der Tag begann mit einem theoretischen Teil im Gebäude der Feuerwehr Kastorf. Hier wurden Grundlagen vermittelt, wie Einsatzsituationen ganzheitlich analysiert und das Verhalten von Tieren und Menschen unter Stress richtig eingeschätzt werden können. Ein zentrales Thema war auch das sichere Personenmanagement, um sowohl die Einsatzkräfte als auch Tierbesitzer und andere Anwesende zu schützen.
Realistische Übungen mit lebensgroßem Dummy
Nach dem Theorieblock ging es ins Gelände, um das Erlernte in der Praxis anzuwenden. Mit einem lebensgroßen Pferdedummy namens „Pedro“, der etwa 250 Kilogramm wiegt und bewegliche Gelenke hat, wurden verschiedene Notlagen simuliert. Die Teilnehmer üben unter realistischen Bedingungen, wie Tiere aus Gräben, Bachläufen oder verunfallten Anhängern befreit werden können – stets mit dem Fokus auf Sicherheit und Tierschutz. Dabei kamen auch Spezialwerkzeuge zum Einsatz, die internationaler Standard sind und eine schonende Rettung ermöglichen.

befreit werden müssen, stellen besondere Anforderungen an die
Einsatzkräfte – und die Zahl der Einsätze nimmt zu. Deshalb bietet der
Feuerwehrausstatter FirePak in diesem Jahr erstmals Einsatzkräften
einen Ausbildungstag zum Thema „Technische Großtierrettung“ an. Ziel
ist die sichere und tierschonende Rettung von Pferden, Rindern, Eseln
und anderen großen Tieren. Foto: ComCavalo
Hintergrund: Entwicklung der Großtierrettung in Deutschland
Noch vor wenigen Jahren gab es in Deutschland kaum qualifizierte Ausbildungen für die Großtierrettung. Dies änderte sich 2016, als Lutz Hauch, ein ehemaliger Berufsfeuerwehrmann und Pferdetrainer, das in England entwickelte Konzept der Technischen Großtierrettung nach Deutschland brachte. Seitdem hat sich das Thema etabliert: 2021 wurde das Ausbildungskonzept von ComCavalo, dem von Hauch gegründeten Unternehmen, nach DIN ISO 9001 zertifiziert. Mittlerweile haben rund 4.900 Personen an solchen Trainings teilgenommen, und etwa 660 Rettungsorganisationen verfügen über geschulte Einsatzkräfte.
Fazit: Vorbereitung auf den Ernstfall
Das Training in Kastorf zeigt, wie wichtig eine fundierte Ausbildung für die Großtierrettung ist. Durch die Kombination aus Theorie und Praxis sind die Einsatzkräfte nun besser darauf vorbereitet, im Ernstfall sicher und tierschonend zu handeln. „Die Übungen sind so realistisch wie möglich, damit Retter nicht in Gefahr geraten und Tierbesitzer auf professionelle Hilfe zählen können“, betont Nora Hoffmann, eine der Trainerinnen.









