Ratzeburg (aa). Die Ortsgruppe Ratzeburg und der Kreisverband Herzogtum Lauenburg der Partei Die Linke haben Kritik an einem Beschluss des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Stadtmarketing geäußert. Dabei geht es um die geplante Ausschreibung der Fläche „westlich Personenschifffahrt“ im Bebauungsplangebiet Nr. 77.1 auf der Schlosswiese.
Nach Angaben der Partei lehnt sie die geplante rein gewerblich-gastronomische Ausschreibung der Fläche in der vorliegenden Form ab. Aus ihrer Sicht drohe die Stadt damit eine Chance zu verpassen, das Areal stärker gemeinwohlorientiert zu entwickeln.
Kritisch sieht die Linke vor allem die Begründung, mit einer weiteren gastronomischen Nutzung die touristische Attraktivität zu steigern. In unmittelbarer Nähe gebe es bereits mehrere gastronomische Angebote, darunter die Schirmbar, den Eispavillon Pelz, das Hotelrestaurant Seehof, die Fischerei mit Restaurant sowie die neu gestaltete Seebadeanstalt. Eine zusätzliche gastronomische Einrichtung könne nach Einschätzung der Partei zu einer Sättigung des Marktes führen.
Zudem bemängelt die Linke, dass die Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Darstellung nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen worden seien. Die Schlosswiese sei ein zentraler öffentlicher Aufenthaltsort. Die geplante Suche nach einem Pächter durch einen externen Dienstleister werte die Partei als Schritt hin zu einer stärkeren wirtschaftlichen Nutzung des öffentlichen Raums.
Darüber hinaus kritisiert die Linke, dass alternative Nutzungsmöglichkeiten nicht geprüft worden seien. Als mögliche Beispiele nennt die Partei unter anderem Sport- und Freizeitangebote wie eine Kletterwand, einen Fitnessparcours oder einen inklusiven Spielbereich. Solche Konzepte könnten aus Sicht der Partei die Aufenthaltsqualität für Familien und Jugendliche erhöhen.
Auch die geplante Beauftragung eines externen Dienstleisters zur Suche nach einem Pächter wird kritisiert. Nach Ansicht der Linken entstünden dadurch zusätzliche Kosten, deren Höhe bislang nicht bekannt sei.
Die Ortsgruppe Ratzeburg und der Kreisverband Herzogtum Lauenburg der Linken fordern unter anderem einen Stopp des Ausschreibungsverfahrens in der derzeit vorgesehenen Form, den Erhalt des öffentlichen Charakters der Fläche sowie eine Bürgerbefragung oder einen Ideenwettbewerb zu möglichen Nutzungen. Zudem spricht sich die Partei dafür aus, die WC-Anlagen im Bereich SO2 unabhängig von einer möglichen gewerblichen Neuverpachtung zu sanieren.








