Herzogtum Lauenburg (pm). Seit vorletztem Jahr verwaltet der Zweckverband Schaalsee-Landschaft die Naturschutzflächen des Kreises Herzogtum Lauenburg bei Lanze. Die Entscheidung, die neu in der Verwaltung befindlichen Flächen auf eine Rinderbeweidung umzustellen, geht auf eine langjährige Empfehlung des Naturschutzbeirates des Kreises Herzogtum Lauenburg zurück. Rinder sorgen durch ihren Fraß und Tritt für abwechslungsreiche Strukturen und fördern ein Mosaik aus kurz- und hochwüchsigen Bereichen. Diese strukturelle Vielfalt schafft Lebensräume für eine große Zahl von Pflanzen- und Tierarten.

Die bislang rund 12 Hektar große Rinderweide an der Delvenau bei Lanze wurde deutlich erweitert, künftig umfasst die zusammenhängende Weidefläche insgesamt 31,5 Hektar, die weiterhin durch den Erdmannshof in Kooperation mit der Rindergilde Geesthacht bewirtschaftet wird. Die Fläche war zuvor über viele Jahre hinweg mit Schafen beweidet worden. Parallel zur Erweiterung der Weide wurden ehemalige Entwässerungsgräben stellenweise verblockt. Dies dient dem Wasserrückhalt in der Fläche und trägt dazu bei, dass das wertvolle Feuchtgrünland erhalten bleibt und Trockenperioden besser überbrückt werden können.
Die Flächen sind Teil des Grünen Bandes, dem bedeutenden Biotopverbund, der sich bundesweit entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze erstreckt. Gerade diese Lage macht die Pflege und Entwicklung der Landschaft besonders wertvoll: Die Kombination aus Überschwemmungsflächen, Feuchtwiesen und Grünland mit extensiver Beweidung leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Vernetzung regionaler Biodiversität.

Auch das Projekt Quervernetzung Grünes Band des BUND, das 2019 startete und in diesem Jahr endet, knüpft an das Ziel einer Biotopvernetzung ausgehend vom Grünen Band in die angrenzende Landschaft durch die Schaffung mosaikreicher Strukturen an. Der BUND übernahm deshalb gerne die finanzielle Förderung dieser Maßnahmen. Denn die Region der Delvenau ist eines von fünf Vernetzungsgebieten in dem Projekt, das durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wurde.
„Die Erweiterung der Weidelandschaft ist für uns ein bedeutender Schritt. Sie zeigt, wie erfolgreich Naturschutz sein kann, wenn er langfristig geplant und gemeinschaftlich getragen wird“, sagt Maria Boness, Geschäftsstellenleiterin des Zweckverbandes Schaalsee-Landschaft. „Mit den Rindern setzen wir nun ganz bewusst auf eine Form der Pflege, die sich als sehr wertvoll für die Artenvielfalt erwiesen hat.“
Dieter Leupold, Projektleiter Grünes Band bei der BUNDStiftung ergänzt: „Wir bedanken uns ausdrücklich beim Zweckverband für die sehr gute Zusammenarbeit und hoffen, dass die künftige naturschutzgerechte Beweidung dieser Flächen den Biotopverbund am Grünen Band weiter stärken wird.“








