Herzogtum Lauenburg (aa). Mit vierzehn Veranstaltungen aus dem breiten Aufgabenspektrum der Stiftung Herzogtum Lauenburg, zusätzlichen Angeboten der Reihe „Kultur auf Dorf-Tour“ sowie mehreren Literaturprojekten, die unterschiedliche Generationen ansprechen sollen, startet die Stiftung Herzogtum Lauenburg in das Jahr 2026. Im Mittelpunkt eines Pressegesprächs stand die Vorstellung des Halbjahresprogramms, das seit Anfang des Jahres wieder an vielen Stellen im Kreis ausliegt, unter anderem in allen Filialen der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, aber auch online verfügbar ist.
„Ob Akademiekonzert oder die Frühjahrsausstellung, Vorträge oder zwei Aufrufe zur Beteiligung an innovativen Projekten unter dem Tenor ,Literatur im Kreis‘: Interessierten stehen zahlreiche Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung zur Auswahl“, sagte Klaus Schlie, Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg.
Einen ersten Einblick in das Programm gibt die Stiftung mit einem Benefiznachmittag am Sonnabend, 21. Februar, im Stadthauptmannshof in Mölln. Eingeladen hat der Orgelbauverein Mölln. „Dieser Benefiznachmittag verspricht sehr interessant zu werden“, erklärte Dr. Stefan Kram, Vorstand der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg. Neben Kurzkonzerten mit Susanne Bornholdt und Hartmut Ledeboer beginnt um 14.30 Uhr der Aufbau einer sogenannten Doe-Orgel. Der mobile Orgelbausatz ermögliche es Kindern und Erwachsenen, eine kleine Pfeifenorgel selbst zusammenzubauen.
Barbara Kliesch, Vizepräsidentin der Stiftung Herzogtum Lauenburg, betonte, der Erlös des Nachmittags solle dazu beitragen, das verbliebene Finanzierungsdefizit aus der vierjährigen Restaurierung der historischen Scherer-Bünting-Flentrop-Orgel in der St.-Nicolai-Kirche Mölln zu reduzieren. Wörtlich sagte sie: „Wir hoffen, dass noch viele Spenden zusammenkommen.“ Geschäftsführer Stefan Büngens verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Kooperationen. Ziel sei es, gemeinsam Ideen zu entwickeln, in diesem Fall mit dem Orgelbauverein Mölln. Die Veranstaltung biete zudem eine gute Gelegenheit, den gesamten Stadthauptmannshof als Veranstaltungsort einzubeziehen.
Musikalisch setzt sich das Programm am 6. März fort, wenn der Kölner Pianist Timon Landen im Rahmen der Akademiekonzerte im Stadthauptmannshof auftritt. Auf dem Programm stehen Werke von Claude Debussy und Isaac Albéniz sowie die letzte Klaviersonate von Franz Schubert.
Bereits in Vorbereitung befindet sich auch die Frühjahrsausstellung im Herrenhaus des Stadthauptmannshofes. Unter dem Titel „Wald Wiesen Wasser“ wird die Ausstellung am 15. März um 11.30 Uhr eröffnet. Kuratiert von Anje Ladiges-Specht thematisieren norddeutsche Künstler darin die miteinander verflochtenen Ökosysteme in unterschiedlichen künstlerischen Positionen.
Einen besonderen Schwerpunkt legt die Stiftung 2026 auf den Bereich Literatur. „Das ist die Aufgabe, die die Stiftung eigentlich immer gemacht hat, nämlich Leute zusammenbringen“, sagte Jörg-Rüdiger Geschke aus dem Vorstand der Stiftung. Zunächst werde eine Bestandsaufnahme vorgenommen: Welche Akteure gibt es bereits im Kreis, etwa Büchereien, Autoren oder Hobbyschriftsteller. Dieser Prozess laufe derzeit noch. Ziel sei es, auf dieser Grundlage gemeinsame Treffen oder Veranstaltungen zu entwickeln.
Ein weiteres Projekt unter dem Dach von „Literatur im Kreis“ trägt den Titel „Erinnerungen teilen – Generationen im Austausch“. Dabei sollen persönliche Erinnerungen von Senioren von Kindern und Jugendlichen aufgegriffen und weiterverarbeitet werden. Angesprochen sind Menschen ab etwa 60 Jahren, die Freude am Schreiben haben.
Auch die finanziellen Rahmenbedingungen der Stiftungsarbeit wurden thematisiert. Barbara Kliesch erläuterte, dass der Vertrag mit dem Kreis Herzogtum Lauenburg zuletzt schwierig verlaufen sei. Während bislang ein Fünfjahresvertrag bestanden habe, laufe der neue Vertrag aufgrund der angespannten Haushaltslage des Kreises nur noch über drei Jahre. Zudem stünden der Stiftung künftig jährlich 50.000 Euro weniger zur Verfügung. „Wir haben jetzt Planungssicherheit, aber mit weniger Geld und leider nur für drei Jahre“, sagte Kliesch. Seitens der Stiftung wurde zudem deutlich gemacht, dass diese Kürzung nicht ohne Auswirkungen bleiben werde. In welchem Ausmaß Einschränkungen notwendig seien, lasse sich derzeit noch nicht abschließend sagen. Es werde jedoch an der einen oder anderen Stelle sichtbar werden, dass 50.000 Euro im Haushalt fehlten. Zugleich betonte Kliesch: „Wir wollen aber nicht, dass die Qualität leidet.“ Der Fokus solle weiterhin auf hochwertigen Angeboten liegen, auch wenn die Anzahl der Veranstaltungen möglicherweise etwas zurückgehen werde.
Stefan Büngens unterstrich abschließend den Anspruch der Stiftung, nicht nur als Veranstalter aufzutreten. Die Stiftung verstehe sich vielmehr als Ansprechpartner für Künstler, der beratend zur Seite stehe. Das Programm sei wichtig, die Stiftung sei jedoch weit mehr als ein reiner Veranstaltungsmanager – auch wenn sie in der öffentlichen Wahrnehmung häufig darauf reduziert werde.
Nähere Informationen zum Halbjahresprogramm sind bei der Stiftung Herzogtum Lauenburg sowie im gedruckten Programmheft erhältlich, das unter anderem in den Filialen der Kreissparkasse ausliegt. Zusätzlich steht das Programm online zur Verfügung. Ergänzungen oder Änderungen werden auf der Internetseite der Stiftung veröffentlicht.











