Hamfelde (hs). „Guten Morgen liebe Freunde der plattdeutschen Sprache, ein altes Weihnachtsgedicht aus meiner Schulzeit habe ich zum Spaß mal ins Plattdeutsche übersetzt“, sagt Hilde Schulz und löst in der hektische gewordenen Vorweihnachtszeit eine friedliche Stimmung mit Freude auf besinnliche Stunden aus. Die Redaktion von Herzogtum direkt mit dem Gedicht von Josef Eichendorf wünscht allen Leserinnen und Lesern einen besinnlichen und ruhigen dritten Advent.

Markt und Straßen stehn verlassen Von Josef von Eichendorff
Markt und Straßen stehn verlassen, stilll erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen, alles seht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen, sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern bis hinaus ins freie Feld.
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern! Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen, aus des Schnees Einsamkeit,
steigt’s wie wunderbares Singen.- Oh du gnadenreiche Zeit!
Und nu up Platt
Markt und Straaten staht verlaaten, still lücht jed een Huus,
sinnen gah ick dörch de Gassen, allens süht so fierlich ut.
An de Finster hebbt de Fruun buntet Speeltüch fromm schmückt,
duusend Kinner staht und kiekt und sünd so wunnerstill beglückt.
Und ick wanner ut de Muuern bit wiet rut int free Feld.
Dulles Glänzen, hilliges Schuuern! Woans so wiet und still Welt!
Stirns hoch de Kringels küselt, ut de Eensamkeet vun Schnei,
Sticht dat as wunnerbores Singen.- Oh du gnadenrieke Tied.
Översett vun Hilde Schulz Hamfelln, 8. Dezember 2025










