Herzogtum Lauenburg (pm). In den vergangenen drei Monaten war die Arbeitslosigkeit im Kreis Herzogtum Lauenburg stetig und recht deutlich um rund 340 Personen gesunken. Dies hat sich im November nicht fortgesetzt. Aktuell sind 5.691 Menschen bei den Agenturen für Arbeit in Mölln und Geesthacht sowie dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg arbeitslos gemeldet. Dies sind fünf weniger als noch im Oktober. Der Rückgang wirkt sich nicht auf die Arbeitslosenquote aus, sie liegt weiterhin bei 5,1 Prozent.
Im vergangenen Jahr waren im November 5.761 Menschen und damit 70 mehr arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 5,2 Prozent.
„Die recht hohe Dynamik der Vormonate – insbesondere die hohe Zahl an Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit – hat sich im November nicht fortgesetzt. Entsprechend fällt der Rückgang bei der Zahl arbeitsloser Menschen mit lediglich fünf Jobsuchenden weniger zum Vormonat nur schwach aus. Angesichts der konjunkturellen Lage und mit Blick auf die kommenden Winterwochen sehe ich dies als eine durchaus übliche Entwicklung. Auch im Vorjahr gab es im November kaum noch eine Veränderung zum Vormonat“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten.
Appell zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 03. Dezember: Menschen mit Behinderung eine Chance geben
Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind im aktuellen Monat 357 Menschen mit einer Schwerbehinderung ohne Beschäftigung und auf der Suche nach einem neuen Job. „Im Vorjahresmonat waren 326 schwerbehinderte Menschen arbeitslos, damit hat ihre Zahl hat zum Vorjahr um gut zehn Prozent zugenommen. Für sie ist die Job- oder Ausbildungssuche nach unseren Erfahrungen trotz eines Arbeits- und Fachkräftebedarfes oftmals schwieriger und langwieriger als für diejenigen ohne Behinderungen“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur und appelliert im Hinblick auf den anstehenden internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 03. Dezember: „Unternehmen sollten deren Potentiale bei der Personalsuche und -rekrutierung nutzen und ihnen eine Chance geben. Arbeitslose Menschen mit Behinderung sind häufig gut qualifiziert und besonders motiviert und sollten bei der Personalsuche einbezogen werden. Auch mit Blick auf die demografische Entwicklung ist es wichtig, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben zu fördern und zu verbessern.“
Per Gesetz wären im Jahr 2023 (die aktuellsten Daten zur Beschäftigungspflicht stammen aus dem Jahr 2023) 340 Unternehmen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg mit mindestens 20 Arbeitsplätzen dazu verpflichtet gewesen, Menschen mit einer Schwerbehinderung zu beschäftigen. 149 Herzogtum Lauenburger Unternehmen waren ihrer Beschäftigungspflicht nachgekommen. „191 und damit rund 56 Prozent hatten ihre Beschäftigungspflicht jedoch nicht oder nicht vollständig erfüllt und eine Ausgleichsabgabe gezahlt“, berichtet Wieczorek. „Die Agenturen für Arbeit fördern die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.“ Zur Unterstützung der Unternehmen stünden der Agentur für Arbeit verschiedenste individuelle Förderinstrumente zur Verfügung. Neben der Beratung können dies zum Beispiel Zuschüsse zu Lohnkosten, Probebeschäftigungen oder Zuschüsse für die behindertengerechte Ausstattung von Arbeits- oder Ausbildungsplätzen sein. „Ziel ist es, Firmen zu beraten, wie sie Menschen mit Behinderungen erfolgreich ausbilden, einstellen oder weiterqualifizieren können und sie hierbei zu unterstützen“, so die Agenturchefin.
Sozialversicherungspflichtige Stellen
Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im November 187 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Damit sind aktuell insgesamt 1.442 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, zwei oder 0,1 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 97 Stellen weniger (minus 6,3 Prozent).
„Unser Stellenbestand ist mit den aktuell 1.442 zu besetzenden sozialversicherungspflichtigen Stellen zu den Vormonaten nochmals, wenn auch nur schwach um zwei Stellen, gewachsen. Insgesamt bleibt die Personalnachfrage in den Unternehmen damit stabil und bietet den arbeitsuchenden Menschen weiterhin Chancen“, erklärt Wieczorek.

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Im Kreis Herzogtum Lauenburg beträgt die Zahl der Unterbeschäftigten aktuell 7.081, dies sind 22 Personen weniger als im Vormonat. Die Unterbeschäftigungsquote bleibt damit ebenfalls unverändert zum Vormonat bei 6,3 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug sie 6,6 Prozent“, so Wieczorek.
Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine berufsvorbereitende Maßnahme der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.
| AKTUELLER MONAT
Kreis Herzogtum Lauenburg | VERGLEICH VORMONAT | VERGLEICH VORJAHRESMONAT | |||
| November 2025 | |||||
| 5,1 % | +/- 0,0
Prozentpunkt | – 0,1
Prozentpunkt | |||
| Arbeitslosenquote | |||||
| 5.691 | – 5 | – 70 | |||
| arbeitslose Menschen | |||||
| 51.088 | – 18 | – 85 | |||
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Mai 2025) | |||||
| 1.442 | + 2 | – 97 | |||
| freie Arbeitsstellen
im Bestand (sozialversicherungspflichtig) | |||||
| 2.524 | + 89 | ||||
| neu gemeldete Arbeitsstellen
seit Jahresbeginn | |||||











