Lübeck/Neustadt (pm). Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein bedeutender wirtschaftlicher Schlüsselbereich in Schleswig-Holstein. Nun will die IHK zu Lübeck noch mehr Dynamik in die Branche bringen. Mit einer umfangreichen Branchenstudie will die IHK eine belastbare Grundlage für gezielte Förderung, strategische Entwicklung und politische Sichtbarkeit schaffen – „ein Leitfaden für das Erforderliche und das Mögliche“, sagte Dietmar Baum, Vorsitzender des IHK-Netzwerks Kultur- und Kreativwirtschaft. Auch die Erfolgsveranstaltung „Creative Connect SH 2025″ im vergangenen Februar in Lübeck und die anschließenden Aktiv-Treffen belegten: „Die Branche wächst, vernetzt sich und wird sichtbarer denn je.“
In den kommenden Tagen nimmt die Agentur Kontakt zu den mehr als 5.600 Unternehmen in den elf Teilmärkten auf. „Wir rechnen mit einer hohen Beteiligung“, so Baum. „Wir wollen wissen, wo die Branche heute steht – und wohin sie sich entwickeln kann.“ Ziel der Studie sei es, eine belastbare Grundlage für gezielte Förderung, strategische Weiterentwicklung und politische Sichtbarkeit zu schaffen. Die Ergebnisse der Studie sollen im Herbst vorliegen, kündigte er bei einem Netzwerktreffen im Glücks Cafe in Neustadt in Holstein an.
Spyridon Aslanidis von der Wirtschaftsförderung Lübeck betonte in der Sitzung: „Die Creative Industries sind ein echter Standortvorteil – Innovationstreiber und Wachstumsmotor für unsere Region.“ Projekte und junge Start-ups seien sichtbare Beweise dafür, wie kreativwirtschaftliche Investitionen die gesamte Wirtschaftsstruktur bereichern. „Ob Produkt-Design, Marketing und Kommunikation, neue eTools und Apps – von deren Weiterentwicklung profitiert die konventionelle Industrie enorm. Und von Investitionen wie der Errichtung der EXVOLI Studios im Lübecker Stadtteil Genin-Süd.“ In diesen neuen Filmstudios entstehen Filme und Werbespots.
„Schleswig-Holstein will mehr: mehr Sichtbarkeit, mehr Innovation, mehr Kreativwirtschaft. Die ‚Creative Connect‘ und die begleitenden Formate geben der Branche Schwung und Rückenwind“, so Baum. „Unsere Treffen belegen immer wieder, wie wichtig die Vernetzung unserer Kreativszene in Schleswig-Holstein ist. Die Zusammenarbeit zwischen IHK, Wirtschaftsförderung und allen Akteuren trägt Früchte“, betonte Baum, der zugleich Mitglied der IHK-Vollversammlung ist. Das IHK-Netzwerk unter Baums Vorsitz hat bereits strategische Ansätze für die Zukunft entwickelt, mit Blick auf erfolgreiche Modelle aus Skandinavien und dem Ostseeraum. Mit der Studie folge nun der nächste Schritt.
Das Netzwerk plant zudem weitere Aktivitäten, um die produktive Zusammenarbeit fortzusetzen und das Potenzial der Hansebelt-Region zu heben. Interessenten aus der Branche können sich bei Julia Beckmann von der IHK zu Lübeck über die kommenden Aktivitäten informieren unter Telefon (0451) 6006-124 oder per E-Mail: julia.beckmann@luebeck.ihk.de. Wer die Branche mitgestalten möchte, beteiligt sich an der großen Studie: https://www.ihk.de/sh/umfrage-kkw
Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Schleswig-Holstein ist mit rund 40.000 Erwerbstätigen und einem Umsatz von rund zweieinhalb Milliarden Euro pro Jahr ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Einer der stärksten und dynamischsten Teilmärkte der Branche ist die Software- und Games-Industrie. Im Jahr 2020 waren in ihr bereits 6.400 Personen tätig, rund 24 Prozent der Erwerbstätigen in der schleswig-holsteinischen Kreativwirtschaft. Die Erwerbstätigkeit in diesem Teilmarkt wuchs von 2015 bis 2020 um 29 Prozent. Damit ist die Software- und Games-Industrie der zweitstärkste Teilmarkt nach dem Pressebereich. Der drittgrößte Teilmarkt ist der Architekturmarkt, in dem rund 3.200 Personen beschäftigt sind.