Herzogtum Lauenburg (pm). Die Wärmeplanung und die Konzeption von Wärmenetzen rücken in vielen Gemeinden immer stärker in den Fokus. Die Energiewende und das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 in Schleswig-Holstein sind dabei die wesentlichen Antriebskräfte. Um den Gestaltungsspielraum für die Verantwortlichen in der Kommunalen Selbstverwaltung aufzuzeigen, veranstaltete der Landtagsabgeordnete Oliver Brandt von Bündnis 90/Die Grünen dazu einen Diskussionsabend. Der Einladung waren zirka 50 Zuhörer gefolgt, unter ihnen zahlreiche (ehrenamtliche) Bürgermeister, Klimaschutzbeauftragte sowie Mitglieder der Stadt- beziehungsweise Gemeindevertretungen aus dem Kreis.
Joschka Knuth, Staatssekretär im Energiewendeministerium, hob in seinem Impulsvortrag hervor, wie die Landesregierung Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die mit ihnen betriebenen Wärmenetze vereinfacht hat. So erlaubt beispielweise das „Konvoi-Verfahren“ den Kommunen, gemeindegebietsübergreifend (oder gar amtsseitig) zu planen. Darüber hinaus kann die Wärmenetzbedarfsprüfung zu verkürzten Verfahren führen. Außerdem unterstützt die Landesregierung die Gemeinden finanziell zum Beispiel, indem sie Planungskosten über den Kommunalfonds vorstreckt. Bei der Gründung von Energiegenossenschaften kann etwa ein Bürgschaftsprogramm abgerufen werden. Darüber hinaus arbeitet das Energiewendeministerium an einer Nachfolgelösung für das Quartiersmanagementprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Hilfreiche Instrumente sind ferner der seit Mitte März abrufbare Wärmeatlas S-H/Digitaler AtlasNord sowie das neue Wärmekompetenzzentrum. Josch Knuth betonte, dass es bei der KWP darauf ankomme, „mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog zu gehen. Denn letztlich sind langfristige und nachhaltige Lösungen gefragt, die die Menschen vor Ort mit ins Boot holen.“
Wie sich die Wärmeplanung praktisch umsetzen lässt, vermittelte Doris Lorenz von der Klimaschutzinitiative BeWirk. Von der Interessenbekundung bis zur Inbetriebnahme eines Wärmenetzes ist es ein langer Weg. Die Ansprechpartner*innen von BeWirk stehen mit viel Fachwissen beratend zur Seite, um auch die Scheu vor komplexen Aufgaben zu nehmen. Wie das seit zehn Jahren in der Gemeinde Klinkrade gelingt, verdeutlichte Manfred Wulf anhand der Energiegenossenschaft Heizhütte. Dort wird aktuell noch Biogas für die Netzversorgung als Energieträger verwendet. Doch die Planungen laufen bereits für die Umstellung hin zu Windenergie und Photovoltaik in Kombination mit Wärmepumpen.
Oliver Brandt zeigte sich beeindruckt vom Modell der Energiegenossenschaft Heizhütte und ähnlich gelagerten Beispielen im Land: „Es ist einmal mehr deutlich geworden, dass Schleswig-Holstein Energiewendeland ist und den Klimaschutz ernst nimmt. Wichtig ist es jetzt, dass der Schritt von der Bedarfsanalyse hin zur eigentlichen Wärmenetzplanung gelingt. Ich bin zuversichtlich, dass die Gemeinden viele Anregungen erhalten haben, wie die Kommunale Wärmeplanung vor Ort umgesetzt werden kann.“