Deutschland (pm). In Krisenzeiten, wie bei Naturkatastrophen, Pandemien oder technischen Störungen, kann die Versorgung über den Supermarkt plötzlich ausfallen. Eine durchdachte Vorratshaltung hilft, solche Situationen sicher zu überstehen. Doch was gehört in die Vorratskammer und wie plant man sinnvoll?
Angesichts zunehmender Naturkatastrophen und wachsender sicherheitspolitischer Bedrohungen fordern die anerkannten Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst eine umfassende Stärkung des Bevölkerungsschutzes in Deutschland. Sie gaben vor wenigen Tagen ein gemeinsames Statement ab.
Bei einer Krise zählen aber nicht nur staatliche und ehrenamtliche Maßnahmen – jeder Mensch kann und sollte auf eine Krise vorbereitet sein. Dazu gehört z.B. auch eine gute Vorratshaltung. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, Lebensmittel für mindestens zehn Tage zu bevorraten. Pro erwachsener Person sollten etwa 2.200 Kilokalorien täglich eingeplant werden. Geeignete Lebensmittel sind:
- Getreideprodukte: Brot, Nudeln, Reis
- Hülsenfrüchte: Erbsen, Linsen
- Konserven: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch
- Milchprodukte oder vegane Alternativen: H-Milch, haltbarer Käse, Sojacreme, Hafer-/Mandelmilch
- Sonstiges: Nüsse, Trockenfrüchte, Haferflocken, Zwieback, Müsliriegel, Kekse
„Ein gut geplanter Lebensmittelvorrat stellt sicher, dass Sie und Ihre Familie in Notsituationen ausreichend versorgt sind“, sagt Matthias Rehberg, Bereichsleiter Einsatzdienste, zuständig für den Katastrophenschutz bei der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost.
Wasserversorgung sicherstellen
Wasser ist essenziell. Pro Person sollten mindestens zwei Liter Trinkwasser pro Tag für zehn Tage vorhanden sein, also insgesamt 20 Liter pro Person. Zusätzlich wird Wasser für Hygiene und zum Kochen benötigt. „Ohne Wasser überleben wir nur wenige Tage“, betont Matthias Rehberg. Am besten eignen sich Glasflaschen für die Lagerung. „Denken Sie daran, auch Wasser für die Zubereitung von Speisen und die Körperpflege einzuplanen“, sagt Rehberg. „Wasser, das Sie bereits zum Kochen verwendet haben, können Sie auch für die Toilettenspülung nutzen, falls die Wasserversorgung über die Leitungen nicht mehr funktioniert.“ Wasseraufbereitungstabletten oder Filter können im Notfall helfen, Wasser aus unsicheren Quellen trinkbar zu machen.
Praktische Tipps zur Vorratshaltung
- Lebender Vorrat: Verbrauchen und ersetzen Sie regelmäßig Ihre Vorräte, um Frische zu gewährleisten. Lebensmittel mit kurzer Haltbarkeit stehen vorn im Regal, länger haltbare weiter hinten.
- Lagerung: Lagern Sie kühl, trocken und dunkel; achten Sie auf luftdichte Verpackungen.
- Spezialbedarfe: Berücksichtigen Sie besondere Bedürfnisse wie Babynahrung, Lebensmittelunverträglichkeiten oder Diätprodukte.
Medikamente und Hygieneartikel
Eine gut ausgestattete Hausapotheke ist unerlässlich. Neben persönlichen Medikamenten sollten fiebersenkende Mittel, Schmerzmittel, Verbandsmaterial, Pflaster und Desinfektionsmittel vorhanden sein. Auch Hygieneartikel wie Seife, Zahnpasta und Toilettenpapier dürfen nicht fehlen. „Nicht nur in Krisenzeiten ist Hygiene entscheidend, um Krankheiten vorzubeugen“, erläutert Matthias Rehberg.
Notgepäck vorbereiten
Für den Fall einer Evakuierung, beispielsweise bei einer Überflutung oder Fund alter Munition, sollte ein Notgepäck bereitstehen. Dieses enthält wichtige persönliche Dokumente, Bargeld, warme Kleidung, Verpflegung für zwei Tage und ein batteriebetriebenes Radio. „Eine Evakuierung ist eine echte Stresssituation. Ein vorbereitetes Notgepäck ermöglicht es Ihnen, im Ernstfall schnell und geordnet Ihre Wohnung zu verlassen“, so Rehberg.
Eine umfassende Checkliste und weitere Informationen zur Notfallvorsorge bietet das BBK in seinem „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ an.
Internet: bbk.bund.de
Johanniter-Jahresthema: „Bereit. Für alle Fälle.“
Im Rahmen ihres Jahresthemas „Bereit. Für alle Fälle.“ wollen die Johanniter im Landesverband Nord für das wichtige Thema Katastrophenvorsorge sensibilisieren, damit im Notfall möglichst viele Menschen für den Ernstfall gewappnet sind. Mehr dazu auf www.johanniter.de/nord/vorbereitet.