Schwarzenbek (pm). 150 Kinder und Jugendliche nehmen jede Woche an der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung und über 50 AquaFit-Teilnehmer der DLRG Schwarzenbek teil. Mehr als 30 Ehrenamtliche tragen dieses Angebot. Dennoch verfügt der Verein bis heute über keinen eigenen Standort. Mit einem öffentlichen Aufruf sucht die DLRG nun geeignete Räume oder eine Fläche in Schwarzenbek.
Ausbildung und Einsatz brauchen einen festen Ort
Die DLRG ist nicht nur in der Schwimmausbildung tätig. Als Wasserrettungs- und Katastrophenschutzorganisation gehört sie zur Blaulichtfamilie. Zu ihren Kernaufgaben zählen die Schwimmausbildung vom Seepferdchen bis zu den Deutschen Schwimmabzeichen, die Rettungsschwimmausbildung, die Wasserrettung, Erste Hilfe und Sanitätsausbildung sowie die Mitwirkung im Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz.
Hinter dieser Arbeit stehen Rettungsschwimmer, Ausbilder, Assistenten und Lehrscheininhaber. Sie vermitteln lebensrettende Fähigkeiten und schaffen zugleich die personelle Grundlage, um Sanitätsausbildung und Katastrophenschutz in Schwarzenbek weiter auszubauen. Dafür fehlen jedoch verlässlich nutzbare Räume.
Gescheitertes Hallenbadprojekt verschärft die Lage
In Schwarzenbek steht keine geeignete Wasserfläche für die Ausbildung zur Verfügung. Hoffnung auf eine Verbesserung verband sich zuletzt mit dem vom Kreis Herzogtum Lauenburg geplanten Hallenbad. Im Auswahlverfahren hatten sich Schwarzenbek und Geesthacht als Standorte beworben. Der Kreis entschied sich für Geesthacht und stellte rund 16 Millionen Euro für Planung und Bau in Aussicht. Schwarzenbek kam nicht zum Zuge. Ende 2025 gab Geesthacht das Vorhaben wegen hoher Bau- und Betriebskosten sowie fehlender Fördermittel auf.
Das Ergebnis ist für die Schwimmausbildung in der Region ernüchternd: Schwarzenbek erhielt den Standort nicht, und nach aktuellem Stand wird auch in Geesthacht kein Hallenbad gebaut. Zusätzliche Wasserfläche entsteht damit an keinem der beiden Orte. Für die DLRG bleiben lange Wege zu externen Bädern; für An- und Abfahrt kommen insgesamt bis zu rund 50 Kilometer zusammen. Trotzdem findet die Ausbildung Woche für Woche statt: vom Seepferdchen über die Deutschen Schwimmabzeichen bis zur Rettungsschwimmausbildung. Gemessen an der Zahl der wöchentlich ausgebildeten Personen ist die DLRG der größte Anbieter dieser Ausbildungen in Schwarzenbek.
Ehrenamt braucht Kontinuität
Gerade junge Menschen lassen sich nicht durch einen einmaligen Aufruf dauerhaft für ehrenamtliche Aufgaben gewinnen. Nachwuchsarbeit funktioniert durch kontinuierliche Ausbildung, regelmäßige Treffen, gemeinsame Übungen, persönliche Bindung und das wiederholte Erleben sinnvoller Verantwortung.
Dafür braucht die DLRG verlässlich nutzbare Räume: für Unterricht und Seminare, Besprechungen und Jugendarbeit, Verwaltung und Einsatzvorbereitung sowie für die sichere Lagerung und Pflege von Ausbildungs- und Einsatzmaterial. Ohne einen festen Treffpunkt lassen sich Gemeinschaft, Nachwuchsarbeit und belastbare Einsatzstrukturen nur schwer dauerhaft entwickeln.
Räume stehen leer, wenn Ehrenamtliche Zeit haben
Ehrenamtliche kommen überwiegend am Abend und am Wochenende zusammen – also dann, wenn viele öffentliche Gebäude nicht oder nur teilweise genutzt werden. Schulen, Verwaltungsgebäude und andere öffentlich genutzte Räume werden abends oder am Wochenende häufig nur eingeschränkt genutzt.
Eine Mitnutzung scheitert sehr schnell an Zuständigkeiten, Zugangsvorgaben, Versicherungsfragen oder anderen organisatorischen und bürokratischen Anforderungen. Nicht jedes Gebäude ist automatisch geeignet, und Sicherheits- sowie Haftungsvorgaben haben berechtigte Gründe. Wenn aber trotz intensiver Gespräche keine praktikable Lösung entsteht, muss geprüft werden, ob vorhandene Möglichkeiten konsequent genug ausgeschöpft werden.
Die DLRG unterstellt niemandem, ihre Arbeit bewusst verhindern zu wollen. Die praktische Folge bleibt jedoch: Ohne Standort können vorhandene Fähigkeiten nicht in dem Umfang weiterentwickelt werden, der für Ausbildung, Nachwuchsarbeit und Katastrophenschutz möglich wäre.
Öffentlicher Aufruf an Eigentümer und Institutionen
Die DLRG Schwarzenbek sucht eine langfristig tragfähige räumliche Lösung. In Betracht kommen insbesondere:
• ein leer stehendes oder teilweise ungenutztes Gebäude,
• geeignete Seminar-, Büro- oder Lagerräume,
• ein unbebautes Grundstück oder eine kleinere Teilfläche,
• eine brachliegende oder nicht mehr anderweitig benötigte Fläche,
• eine gemeinsame oder zeitlich abgestimmte Nutzung bestehender Räume.
Langfristig möchte der Verein in Schwarzenbek einen eigenen Standort mit Seminar- und Ausbildungsräumen, Büros und Lagerflächen aufbauen. Die DLRG erwartet keine kostenlose fertige Lösung. Denkbar sind Pacht, Erbbaurecht, Mitnutzung, Kooperation oder ein anderes belastbares Modell.
Der Aufruf richtet sich an Grundstückseigentümer, Unternehmen, Institutionen, Politik, Verwaltung und alle Menschen in Schwarzenbek, die geeignete Räume oder Flächen kennen. Gesucht wird ein offener Diskurs darüber, unter welchen Bedingungen eine Nutzung möglich werden kann.
Ein Zuhause für dauerhaftes Engagement
Die ehrenamtlichen Kräfte bringen bereits heute Zeit, Fachwissen und persönliche Verantwortung ein. Was ihnen fehlt, ist ein Ort, an dem Ausbildung, Gemeinschaft, Material und Einsatzvorbereitung verlässlich zusammenkommen können.












