Schönberg/Mecklenburg (pm). Der Bauarbeiten wegen mussten im vergangenen Jahr die Orgelkonzerte ganz ausfallen. Im Jubiläumsjahr 40. Schönberger Musiksommer gilt es, der Orgelmusik den ihr gebührenden Platz zurückzugeben und das Versäumte nachzuholen, hat doch der Bau der Winzer-Orgel vor bald 180 Jahren die Initialzündung für Schönbergs reiches Konzertleben ausgelöst. Der Schönberger Musiksommer wiederum begann 1987 inmitten der damaligen Baustelle „St.-Laurentiuskirche“. Damals wurden sämtliche Konzerte kostenfrei angeboten; gesellschaftlich gab es ein anderes Gefüge als heute.
Anknüpfend an die Ursprünge des Schönberger Musiksommers wollen wir zur 40. Spielzeit neben den ohnehin kostenfreien Veranstaltungen wie die Ausstellungseröffnungen, den Festgottesdienst, das Offene Singen sowie die über den gesamten Verlauf des Musiksommers geöffnete Kirche auch die der drei der „Königin der Instrumente“ gewidmeten Abende als Möglichkeit anbieten, gänzlich ohne den Erwerb einer Eintrittskarte in den Genuss von live dargebotener Musik zu kommen. Der Schönberger Musiksommer möchte qualitätvolle Musik für alle Menschen zugänglich halten und nicht nur mit den ohnehin moderaten Eintrittspreisen ein Zeichen setzen.
Für die diesjährige Saison stehen entsprechend im August drei Orgelkonzerte mit besonderem Charakter und von ca. einer Stunde Dauer auf dem Spielplan:
freitagsOrgel I: „Beziehungen“ am Freitag, 07.08.2026 / 18.30 Uhr / St.-Laurentiuskirche – Reger, Mendelssohn, Brahms, Paul Gerhardt und die Matthäuspassion – KMD Christoph D. Minke an der historischen Winzerorgel von 1847. Den Anfang macht der hauseigene Organist und Intendant des Schönberger Musiksommers, KMD Christoph D. Minke, mit einem Abend, der gleichermaßen die im Anschluss stattfindende Ausstellungseröffnung mit Kalligraphien von Almut Jungnickel (Potsdam) im Museum vorbereitet, als auch thematisch Bezug nimmt zur Aufführung der Bach’schen Matthäuspassion im Abschlusskonzert im September sowie zum Paul-Gerhardt-Gedenkjahr. Das Programm mit Musik von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Max Reger und anderen trägt den Titel „Beziehungen“.
anschließend / Volkskundemuseum am Markt 1 – Ausstellungseröffnung: Kalligraphien zur Bach’schen Matthäuspassion von Almut Jungnickel (Potsdam), die Künstlerin ist anwesend. „Man kann die Matthäuspassion nur mit großer Demut singen, mit Bewunderung sowieso“, sagt die langjährige Chorsängerin und gelernte Schrift- und Plakatmalerin Almut Jungnickel, die neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Werbegrafikerin am Hans-Otto-Theater in Potsdam das „Schönschreiben“, also die Kalligraphie für sich entdeckte. In kaum einer Kunstform gehen sprachlicher Inhalt und visueller Ausdruck eine derart intensive Beziehung ein. Man kann sie heute als Gegenbewegung zur Flüchtigkeit der digitalen Welt betrachten: Die Schrift muss durch materielle Berührung erzeugt werden – und so erzeugt sie selbst wiederum Berührung. Auf 70 Tafeln entstanden Schriftbilder, die das in der Passion dargestellte Geschehen nicht nur zitieren, sondern Anknüpfungspunkte an die Personen des Geschehens bietet – darin gleich der Bach’schen Intention beim musikalischen Umsetzen und Interpretieren des Textes. „Bachs Matthäus-Passion – aus dem Innersten der Kirche kommend – strahlt gleichwohl weit über sie hinaus. Almut Jungnickel verfügt mit der Kalligraphie über ein Medium, mit dem sie künstlerisch gestalten konnte, was sie als Chorsängerin in den Proben und Aufführungen der Passion erlebt hat. Die Kalligraphien sind wie ein Spiegel, in dem Bachs Werk auf andere Weise wahrnehmbar wird.“ (KMD Matthias Jacob, langjähriger Leiter des Oratorienchores Potsdam)
freitagsOrgel II: „Wiedersehensfreude“ am Freitag, 14.08.2026 / 18:30 Uhr / St.-Laurentiuskirche Schönberg – Buxtehude, Bach, Rheinberger mit Martin Fehlandt (Mitbegründer des Schönberger Musiksommers). Der zweite Orgelabend im 40. Schönberger Musiksommer ist ein herzlich-fröhlicher Wiedersehensabend und wird von Minkes Vorgänger und Begründer des Schönberger Musiksommers, Kantor Martin Fehlandt (Berlin), bestritten. Für „seine“ vertraute Winzer-Orgel hat er ein Programm mit Musik von Dieterich Buxtehude, Johann Sebastian Bach und dem Romantiker Josef Gabriel Rheinberger ausgewählt.
freitagsOrgel III: „Altes und Neues aus Österreich“ am Freitag, 21.08.2026 / 18.30 Uhr / St.-Laurentiuskirche Schönberg mit Prof. Peter Planyavsky an der historischen Winzer-Orgel von 1847 und ander van-der-Linden-Orgel von 1966/2018. Das dritte Orgelkonzert stellt den krönenden Abschluss der Reihe „freitagsOrgel“ dar. Ein echter Weltstar nimmt auf Schönbergs Orgelbank Platz, Prof. Peter Planyavsky, früherer Organist am Stephansdom in Wien. Er kommt auf Initiative des Schönberger Musiksommers nach Norddeutschland. „Altes und Neues aus Österreich“ heißt sein vielversprechendes Programm. Peter Planyavsky begann bereits als Schüler seine Studien und war mit 19 Jahren fertig ausgebildeter Kirchenmusiker. Stets hat er sich über den Tellerrand hinausbewegt. So ist seine eigene Musik von der Kenntnis vielerlei Musikstile geprägt. Sein Konzert dürfte auch unterhaltsam werden…











