Herzogtum Lauenburg (pm). Anfang Juli sind die Sommerferien gestartet, dies hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Kreis Herzogtum Lauenburg. So stieg die Arbeitslosigkeit in diesem Monat saisonal und ist auch höher als vor einem Jahr. In den Sommerferien nimmt die Zahl neuer Jobsuchender regelmäßig zu. Im Juli meldeten sich 587 Menschen aus einer Beschäftigung (Juni: 399) und weitere 431 aus einer Ausbildung oder Qualifizierung (Juni: 296) neu arbeitslos.
Insgesamt sind aktuell 6.135 Menschen und damit 221 mehr als im Juni bei den Agenturen für Arbeit in Mölln und Geesthacht sowie dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg arbeitslos gemeldet. Mit der Zunahme steigt die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat und liegt im Kreis Herzogtum Lauenburg jetzt bei 5,5 Prozent.
„Schul- und Ausbildungsende führen regelmäßig in den Sommerwochen zu einem vorübergehenden Anwachsen der Arbeitslosenzahl, insbesondere bei den Jüngeren. Viele befinden sich nach ihrem Schul- oder Ausbildungsabschluss in einer Übergangsphase und werden erfahrungsgemäß bald in eine Ausbildung, ein Studium oder einen Job wechseln. Gut 40 Prozent des Anstiegs bei den Jobsuchenden in diesem Monat findet sich bei arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren. Dazu kommt das Quartalsende, zu dem befristete Arbeitsverträge auslaufen sowie die Ferien- und damit Urlaubszeit“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Aktuell bieten sich Unternehmen bessere Möglichkeiten zur Besetzung ihrer vakanten Stellen. Mehr Jobsuchende bedeuten für sie mehr Potentiale, gerade mit Blick auf ihren Fachkräftebedarf und diejenigen, die jetzt ihre Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen haben. Unser Arbeitgeber-Service unterstützt bei der Suche nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern und berät bei Bedarf zu Unterstützungen und Förderungen bei benötigten Qualifikationen.“
Sozialversicherungspflichtige Stellen
Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Juli 273 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden, 15 mehr als im Juni und 18 weniger als im Vorjahresvergleich. Damit sind aktuell insgesamt 1.397 sozialversicherungspflichtige Stellen im Herzogtum zu besetzen, 17 oder 1,2 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 54 Stellen mehr (plus vier Prozent).
„Der Stellenbestand hat sich in diesem Jahr im Wesentlichen bei knapp unter 1.400 zu besetzenden sozialversicherungspflichtigen Stellen eingependelt. In der Summe finden sich weiterhin Einstiegschancen für arbeitsuchende Menschen. Für knapp 64 Prozent der Stellen werden Facharbeiter mit einem dualen oder schulischen Berufsabschluss gesucht, knapp 17 Prozent der Stellen setzen höhere Abschlüsse wie einen Studien- oder Meisterabschlüsse oder andere Qualifikationen voraus. Der Anteil der Jobs für Helfertätigkeiten liegt bei gut 19 Prozent. Insgesamt liegt die Personalnachfrage um vier Prozent über der des Vorjahresmonats“, sagt Wieczorek.
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Die Zahl der Unterbeschäftigten beträgt aktuell 7.555 und hat damit um 175 zugenommen. Die Unterbeschäftigungsquote ist in der Folge um 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat gestiegen und liegt jetzt bei 6,7 Prozent. Im Juli des Vorjahres lag sie bei 6,4 Prozent“, so Wieczorek.
Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.
Ausbildungseinstieg weiterhin möglich
Ab morgen starten die ersten Jugendlichen in ihre Ausbildung. Das bedeute aber nicht, dass es für die 254 noch ausbildungssuchend gemeldeten jungen Menschen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg keine Chance mehr gibt, einen Ausbildungsplatz zu finden, so die Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe.
„Der anstehende Ausbildungsbeginn bedeutet nicht, dass Jugendliche, die bislang keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, jetzt aufgeben sollten“, erklärt Wieczorek. „Etliche Unternehmen haben ihren Nachwuchs noch nicht an Bord und sind weiterhin auf der Suche nach Auszubildenden.“
Derzeit sind von den seit Herbst 2025 gemeldeten 939 Ausbildungsstellen (minus 52 zum Vorjahr) aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg 355 nicht besetzt. Hier bieten sich unverändert Einstiegschancen für Ausbildungssuchende, so die Agenturchefin und appelliert an sie: „Auch nach den offiziellen Ausbildungsstarts am 01. August und 01. September könnt ihr in eine Ausbildung einsteigen. Ausbildungsbetriebe geben passenden Bewerbungen meist bis in den Oktober hinein eine Chance. Auch kurzfristig können daher noch Ausbildungsverträge geschlossen werden. Nutzt die Angebote unserer Berufsberatung, um euch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder Alternativen zum Wunschberuf helfen zu lassen und bewerbt euch. Mobilität und berufliche Flexibilität erhöhen dabei die Chancen.“
Termine bei den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Agentur für Arbeit vereinbaren können noch ausbildungssuchende Jugendliche telefonisch unter 0 8 00 / 4 55 55 00 oder online unter „www.arbeitsagentur.de => Schule, Ausbildung und Studium => Termin zur Berufsberatung vereinbaren“.
In diesen Ausbildungsberufen (TOP 10) finden sich weiterhin Einstiegsmöglichkeiten: Bei den Kaufleuten im Einzelhandel sind noch 36 Ausbildungsstellen zu besetzen, bei den Verkäufern/innen 24, Kaufleuten Versicherungen / Finanzanlagen 15, Anlagenmechaniker/innen, Fachkräften Lagerlogistik sowie Bankkaufleuten jeweils 13 und den Zerspanungsmechaniker/innen, Kfz-Mechatroniker/innen, Maurer/innen sowie Kaufleuten Büromanagement jeweils acht Ausbildungsplätze.
Sollte es in der Ausbildungszeit nicht so laufen wie geplant, zum Bespiel aufgrund von Sprach- oder Lernschwierigkeiten, könne die Berufsberatung mit Zusatzunterricht oder sozialpädagogischer Betreuung unterstützen, so Wieczorek: „Mit der „assistierten Ausbildung“ schnüren wir ein individuelles Paket, das ganz gezielt auf die Förderbedürfnisse des jungen Menschen und des Betriebes ausgerichtet ist. Mit dieser Unterstützung soll die Ausbildung zu einem erfolgreichen Abschluss begleitet werden.“ Kosten entständen weder für die Auszubildenden noch für die Betriebe.










