Mölln (pm). „Viele Jugendliche brauchen nicht nur Wissen, sondern jemanden, der ihnen zeigt, wie Lernen funktioniert. Wir arbeiten an kleinen Schritten, feiern Fortschritte und bauen so Vertrauen auf. Dass alle sechs Jugendliche jetzt einen Abschluss und eine Perspektive haben, ist für mich das größte Lob.“, so Florim Schwatke, Betreuer von sechs Jugendlichen im Auftrag der Stiftung Chancengleichheit für Alle. Die Stiftung Chancengleichheit für Alle in Mölln ist besonders stolz über den erfolgreichen Abschluss ihres diesjährigen Lernförderprojekts. Sechs Schüler der neunten und zehnten Klassenstufe, die mit Lernschwierigkeiten oder sozialen Problemen zu kämpfen hatten, wurden im laufenden Schuljahr durch wöchentliche Übungsstunden, Prüfungsvorbereitungen und Projektarbeiten im städtischen Jugendzentrum „Takt-Los!“ von Florim Schwatke begleitet.
Vier der sechs Teilnehmenden haben nun erfolgreich ihren Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) erhalten und beginnen mit einer Ausbildung im Herbst oder setzen die Schullaufbahn am BBZ fort. Eine Schülerin erhielt ihren Mittleren Schulabschluss (MSA) und ein anderer Schüler strebt seinen Abschluss im nächsten Jahr an.
Zwei persönliche Erfolgsgeschichten (Namen geändert)
Timo, 16 Jahre – Vom Schulfrust zur Ausbildung
Timo und die Schule waren nicht immer die besten Freunde. Bereits seit der 5. Klasse wurde der Schüler deshalb engmaschig begleitet, in seinem Können bestärkt und motiviert, dass die Schule ein wichtiges Werkzeug für das spätere Leben darstellt. Innerhalb der letzten Jahre zeigte sich Timos Talent im Handwerk und im praktischen Umgang mit Maschinen. Dies wurde mit Projektarbeiten in der höheren Klassenstufe unterstützt und gefördert, sodass in diesem Jahr ein erfolgreicher Abschluss erreicht werden konnte und Timo eine Ausbildung zum Mechatroniker beginnen wird.
Anna, 15 Jahre – Ein neuer Start durch individuelle Förderung
Anna ist eine sehr fleißige und ehrgeizige Schülerin, die sich manchmal etwas zu viel vornimmt und sich unter Druck setzt. Auch dies sollte der Tutor im Blick behalten und darüber hinaus der Schülerin Achtsamkeit und Ruhe vermitteln. Nur mit einer guten Organisation, in der auch Hobbys und Pausen nicht fehlen dürfen, gelingt es, in der Schule erfolgreich zu sein. „Manchmal lassen die Schüler auch einfach ihren Frust über Konflikte oder schlechte Erfahrungen raus, dafür ist das Vertrauen zu mir besonders wichtig. Alles, was besprochen wird, bleibt streng vertraulich“, berichtet Florim Schwatke.
Das Fördermodell und die Menschen dahinter
Das Projekt wird seit einigen Jahren von Florim Schwatke, einem hauptberuflichen Feuerwehrmann und nebenberuflichen Tutor, durchgeführt. Er begleitet die Jugendlichen in einjährigen Förderprojekten mit wöchentlichen Übungsstunden, individueller Lernplanung und enger Abstimmung mit Lehrkräften und Eltern. Sein praxisnaher von Geduld und Wertschätzung geprägter Ansatz hat sich als besonders wirkungsvoll erwiesen. „Für mich steht dabei die ganzheitliche Betrachtung der Schüler im Fokus, weil Schule eben nur einen Teil des Lebens darstellt, aber die Schüler über ihre privaten Talente motiviert werden, um neues Selbstbewusstsein zu erlangen und dadurch auch wieder Spaß am Lernen entsteht“, sagt der 29-Jährige. Elterngespräche, die Vorbereitung von Vorstellungsterminen und/oder Bewerbungstrainings bilden einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit mit den Jugendlichen.
Fortsetzung geplant — Förderpaten gesucht
Aufgrund des Erfolgs soll das Förderprojekt im kommenden Schuljahr fortgesetzt werden. Die Stiftung Chancengleichheit für Alle in Mölln sucht dafür Förderpaten, die die Umsetzung des Projektes finanziell unterstützen möchten. Die Mittel werden ausschließlich für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen verwendet. Die Räumlichkeiten des Jugendzentrums werden Dank enger jahrelanger Kooperation mit der Stadt Mölln kostenlos zur Verfügung gestellt. Dr. Reinhard Drehsen, Vorsitzender der Stiftung ist überzeugt: „Bildung ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Unser Projekt zeigt, dass gezielte, persönliche Förderung junge Menschen nachhaltig stärkt. Mit Förderpaten können wir das Angebot ausweiten und noch mehr Jugendlichen eine echte Chance geben.“
Spendenkonto der Stiftung
Empfänger: Stiftung Chancengleichheit für Alle in Mölln
IBAN: DE29 2305 2750 0081 1425 07
KSK Herzogtum Lauenburg
Verwendungszweck: Lernförderprojekt im Jugendzentrum Mölln
Interessierte Förderpaten können sich direkt an den Vorsitzenden der Stiftung wenden: Reinhard Drehsen: info@chancengleichheit-fuer-alle.de
Oder gleich telefonisch unter der Rufnummer 0176-395 658 37
Über die Stiftung Chancengleichheit für Alle in Mölln
Die Stiftung Chancengleichheit für Alle in Mölln wurde gegründet, um Bildungsbarrieren für Kinder und Jugendliche in der Region abzubauen. Ziel der Stiftung ist es, benachteiligte junge Menschen durch gezielte Förderprogramme, Mentoring und Kooperationen mit Schulen und Jugendzentren zu unterstützen. Schwerpunkte sind individuelle Lernförderung, Übergangsunterstützung in Ausbildung und Beruf sowie die Stärkung sozialer Kompetenzen.
Förderziele im Überblick
Individuelle Lernförderung durch qualifizierte Lehrkräfte; Prüfungsvorbereitung und Stärkung der Prüfungsfähigkeit; Unterstützung bei der Berufsorientierung und Vermittlung in Ausbildung in Verbindung mit niedrigschwelligen Angeboten im Jugendzentrum











