Mölln (pm). Zu diesem Thema diskutierten am 2. Juli die Landtagsabgeordneten für das nördliche Kreisgebiet Rasmus Vöge (CDU), Oliver Brandt (Bündnis 90/Die Grünen) und Christopher Vogt (FDP) gemeinsam mit der Co-Kreisvorsitzenden der SPD Cira Ahmad. Mehr als 100 Besucher sind der Einladung der Stiftung Herzogtum Lauenburg zu einem öffentlichen Fachgespräch gefolgt und konnten im Möllner Stadthauptmannshof die Argumente der Politiker und Politikerinnen sowie der Naturschutzverbände, der Bürgerinitiative „Naturpark statt Windkraft“ und dem Geschäftsführer der HLMS (Herzogtum Lauenburg Marketing Gesellschaft) folgen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ingwer Seelhoff.
Das Land Schleswig-Holstein plant, Vorranggebiete für Windkraftanlagen im Naturpark Lauenburgische Seen auszuweisen. Die Stiftung Herzogtum Lauenburg fordert die Landesregierung auf, von dieser Planung Abstand zu nehmen. Klaus Schlie, Präsident der Stiftung betonte, dass es um den Schutz der Natur und des Landschaftsbildes – zwei wesentliche Punkte in Satzung und Arbeit der Stiftung – gehe. Als Fazit lässt sich sagen: Die Landtagsabgeordneten nehmen aus der Veranstaltung viele Impulse mit und freuten sich, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Sie werden die Stimmung und Anforderungen mit nach Kiel nehmen. Und sie waren sich einig: Die Stiftung muss und soll sich einmischen, wenn es um wichtige parteiübergreifende Anliegen geht.
Der Präsident der Stiftung Klaus Schlie wies in seinem Eingangsstatement darauf hin, dass sie laut Satzung der „Pflege der lauenburgischen Landschaft und Tierwelt“ verpflichtet sei. Zudem steht im Erbvertrag Blunck „Zur Erhaltung und Pflege der bedrohten Natur sind ökologisch bedeutsame und naturnahe Landschaftsteile, wie es extreme Feucht- oder Trockengebiete sein können, als Biotope zu erhalten.“ Aus Sicht der Stiftung ist damit die Errichtung von Windkraftanlagen im Naturpark unvereinbar. Schlie kündigt an, dass in naher Zukunft auch der Umweltminister von Schleswig-Holstein Tobias Goldschmidt sowie Dr. Sönke Schulz, Staatssekretär im Innenministerium den Kreis besuchen werden und für Gespräche zur Verfügung stehen.
Thomas Neumann, Naturschutzreferent der Stiftung, berichtete über die seit mehr als 40 Jahren andauernde Arbeit zum Schutz der Kraniche und Seeadler, deren Ansiedlung rund um den Schaalsee und vor allem im Naturpark Lauenburgische Seen erfolgreich gelungen ist. Er unterstrich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und legte Wert darauf, dass die Einzigartigkeit des Naturparks in unmittelbarer Nähe in seiner derzeitigen Form erhalten bleiben muss.
Neben den Politikern und Politikerinnen kamen auch die Naturschutzverbände BUND und Nabu zu Wort. Elke Krawat vom Nabu ist es wichtig, dass der Ausbau alternativer Energien nicht auf Kosten von Natur und Artenschutz erfolge. Man müsse auch die Vogelflugachsen von Seeadlern, Kranichen und Schwarzstörchen beachten, die bei der derzeitigen Planung beeinträchtigt wären. Ole Eggers vom BUND merkte an, dass Schleswig-Holstein bereits vorbildlich bei dem Ausbau von alternativen Energien sei.
Für die Bürgerinitiative „Naturpark statt Windkraft“ forderte Bettina Best, dass der Naturpark in seiner jetzigen Form erhalten bleiben müsse. Der Naturpark Lauenburgische Seen hat als Alleinstellungsmerkmal unter anderem, dass er landschaftlich im vom Land Schleswig-Holstein geförderten Projekt „Stärkung des Biotopverbundes in Schleswig-Holstein an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern“ liegt – „Grünes Band“ – sowie Teil des Projektgebietes des Naturschutzgroßprojekts „Schaalsee-Landschaft“ ist. Aus Sicht der Bürgerinitiative muss nachgearbeitet werden, „Jetzt sind sie als Politiker dran“, so ihre Forderung. Für Günther Schmidt, Geschäftsführer der HLMS ist der Blick auf die Erholungslandschaft im Fokus. Es sei wichtig, dass die Wanderwege und Radwege, die durch den Naturpark führen nicht durch Windkraftanlagen beeinträchtigt werden.
Im Schlusswort äußert sich Klaus Schlie zu den Aussagen der Landespolitiker: „Ich freue mich, dass Sie aus dieser Veranstaltung etwas nach Kiel mitnehmen. Es ist nicht zuletzt mit dieser Veranstaltung klar geworden, dass in den bisherigen Planungen einiges nicht berücksichtigt wurde“. Es gelte den Naturpark Lauenburgische Seen mit seiner einzigartigen, freien Landschaft mit ökologischer Bedeutung zu schützen.











