Herzogtum Lauenburg (pm). Könnte die Europäische Wildkatze auch auf Flächen des Zweckverbandes Schaalsee-Landschaft (ZSL) unterwegs sein? Dieser Frage gingen in den vergangenen Monaten die zwei jungen Freiwilligendienstleistenden des ZSL nach. Anlass dafür war der erstmalige genetisch bestätigte Nachweis einer Wildkatze in Schleswig-Holstein (Herzogtum direkt berichtete) sowie weitere Hinweise auf ein mögliches Vorkommen in der Grenzregion zu Mecklenburg-Vorpommern.
Um festzustellen, ob die scheue Waldbewohnerin auch auf den Naturschutzflächen des ZSL am Grünen Band, in der Grenzregion zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, unterwegs ist, wurden an mehreren Standorten zwischen Ratzeburg, Dechow und Kittlitz sogenannte Lockstöcke aufgestellt. Die mit Baldrian behandelten Holzstöcke sollen Wildkatzen anlocken, die beim Reiben Haare hinterlassen können. Diese lassen sich anschließend genetisch untersuchen. Ergänzend wurden Wildkameras installiert, um die Tierwelt an den Standorten zu dokumentieren.
Die Freiwilligen übernahmen die regelmäßigen Kontrollen der Standorte und werteten die Aufnahmen der Wildkameras aus. Vor die Kameras traten zahlreiche Wildtiere, darunter Kraniche, Dachse, Füchse, Marder, Hasen, Eichhörnchen, Waschbären, Wildschweine sowie Reh- und Damwild. Selbst eine Gruppe Nandus wurde dokumentiert. Die Beobachtungen unterstreichen die Bedeutung der Flächen des ZSL als wertvolle Lebensräume und Rückzugsorte für zahlreiche Tierarten.

„Die Mitarbeit an dem Projekt hat mir großen Spaß gemacht“, berichtet der Wildkatzen-Detektiv Felix Herder, der seinen ökologischen Bundesfreiwilligendienst beim ZSL absolviert. „Es war spannend zu sehen, welche Tiere auf den Flächen unterwegs sind. Jede Kontrolle war ein bisschen wie eine Überraschung.“
Seit mehreren Jahren bietet der ZSL jungen Menschen im Rahmen des ökologischen Bundesfreiwilligendienstes vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Wenn die Freiwilligen nicht gerade im Wildkatzen-Monitoring unterwegs sind, arbeiten sie sowohl draußen auf den Naturschutzflächen als auch im Büro mit. Sie unterstützen bei Flächenkontrollen, praktischen Arbeiten, wie Zaunabbau im Gelände und auch bei der Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel bei Social-Media und Veranstaltungen.
„Ökologische Freiwilligendienste bieten jungen Menschen die Möglichkeit, Naturschutz ganz praktisch zu erleben“, sagt Maria Boness, Verbandsvorsteherin des ZSL. „Durch das Wildkatzen- Monitoring konnten die Freiwilligen zudem einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz leisten. Denn es hat gezeigt wie viele Arten auf unseren Flächen anzutreffen sind und wie wichtig langfristige Naturschutzarbeit für den Erhalt naturnaher Lebensräume und damit für den Schutz vieler Wildtiere sind.“
Eine Wildkatze ist den Freiwilligen dabei leider nicht in die Fotofalle getappt, dennoch lieferte das Monitoring spannende Einblicke in die Tierwelt der Naturschutzflächen. Die Chancen, dass die Wildkatze zukünftig auch im Schaalsee-Gebiet nachgewiesen werden kann stehen gut.
Der Zweckverband setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Vernetzung naturnaher Lebensräume zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am Grünen Band ein: Strukturreiche Wälder, störungsarme Rückzugsräume und vernetzte Landschaften bilden wichtige Grundlagen für die Rückkehr anspruchsvoller Arten wie die Wildkatze.








