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Titel Herzogtum Lauenburg Amt Berkenthin

Öffentliche Anhörung zur Petition für eine eigene Oberstufe im Landtag

von Pressemitteilung
Juni 19, 2026
Stecknitz Schule stellt sich virtuell vor

Die Stecknitzschule in Berkenthin. Foto: hfr

Berkenthin/Krummesse (pm). Im Petitionsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages wurde die Petition zur Errichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Stecknitz-Schule öffentlich am 26.5.2026 beraten. Eingereicht wurde die Petition von der Vorsitzenden des Schulelternbeirats, Susanne Kähler. Der Schulverband an der Stecknitz, vertreten durch Schulverbandsvorsteher Friedrich Thorn, unterstützte das Anliegen im Petitionsausschuss.

Im Mittelpunkt der Anhörung stand die Frage, ob die Entwicklung der Schülerzahlen die Einrichtung einer eigenen Oberstufe rechtfertigt. Nach § 43 Absatz 4 des Schleswig-Holsteinischen Schulgesetzes ist hierfür entscheidend, ob dauerhaft ausreichend viele Schülerinnen und Schüler für die Einführungsphase der Oberstufe erwartet werden können. Vertreter des Bildungsministeriums machten deutlich, dass für diese Bewertung die amtlichen Schulstatistiken im September des neuen Schuljahres maßgeblich sind.

Gleichzeitig wurde während der Anhörung mehrfach die außerordentlich positive Entwicklung der Stecknitz-Schule hervorgehoben. Die Schule hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der erfolgreichsten Schulstandorte der Region entwickelt. Allein in der Sekundarstufe I stieg die Zahl der Schülerinnen und Schüler von 348 im Jahr 2017 auf inzwischen 654 im Jahr 2026. Für den aktuellen fünften Jahrgang war die Nachfrage so groß, dass sogar eine Sechszügigkeit möglich gewesen wäre.

Die Stecknitzschule in Krummesse: Die Grundfarbe Blau im neuen Schul-Banner spiegelt die Bedeutung der Stecknitz wider. Foto: hfr

Schulverbandsvorsteher Friedrich Thorn machte deutlich, dass der Schulverband seit seiner Gründung konsequent auf den Ausbau und die Stärkung des Schulstandortes gesetzt hat. Ziel sei es, Familien im ländlichen Raum ein vollständiges Bildungsangebot anzubieten und gleichzeitig die Attraktivität der Region als Wohn- und Lebensraum zu stärken.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Entwicklung der Schule selbst. In der Anhörung wurde ausdrücklich auf die erfolgreiche Arbeit der Schulleitung, des Kollegiums sowie aller an Schule Beteiligten hingewiesen. Die Stecknitz-Schule verfolgt seit Jahren einen pädagogischen Ansatz, der das einzelne Kind in den Mittelpunkt stellt und individuelle Bildungswege ermöglicht. Dieser Weg wird von Eltern und Schülern zunehmend angenommen.

Auch die Berufsorientierung wurde als besondere Stärke der Schule hervorgehoben. Bereits ab den unteren Jahrgangsstufen werden die Jugendlichen intensiv auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet. Werkstatttage, Praktika, das Beruferondell, Kooperationen mit Unternehmen und die enge Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum Mölln ermöglichen vielfältige Perspektiven. Die Schule verfügt darüber hinaus bereits heute über zahlreiche gymnasial ausgebildete Lehrkräfte und sieht sich fachlich sowie organisatorisch in der Lage, eine Oberstufe erfolgreich aufzubauen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Anhörung waren die tatsächlichen Wege, die Schülerinnen und Schüler derzeit zurücklegen müssen, um eine Oberstufe zu besuchen. Zwar bestehen verschiedene Angebote im Umfeld, die Fahrzeiten mit dem öffentlichen Nahverkehr liegen jedoch teilweise bei deutlich über 50 Minuten. Gleichzeitig wurden die anhaltenden Probleme im Busverkehr im Kreis Herzogtum Lauenburg angesprochen. Für viele Familien wäre eine wohnortnahe Oberstufe daher eine erhebliche Verbesserung der Bildungsbedingungen.

Von besonderer Bedeutung waren die vom Schulverband vorgestellten Prognosen zur weiteren Entwicklung der Schülerzahlen. Grundlage hierfür ist der durch das renommierte Planungsbüro „Bildung und Region“, Bonn erstellte Schulentwicklungsplan. Dieser wird seit Jahren kontinuierlich fortgeschrieben. Nach Angaben des Schulverbandes haben sich die Prognosen in der Vergangenheit nicht nur bestätigt, sondern wurden durch die tatsächliche Entwicklung der Schülerzahlen sogar übertroffen.

In der Anhörung wurde deutlich, dass die Stecknitz-Schule nicht auf kurzfristige Entwicklungen setzt, sondern seit Jahren einen nachhaltigen Wachstumskurs verfolgt. Dieser wird durch erhebliche Investitionen begleitet. Erst kürzlich wurde ein Erweiterungsbau mit zusätzlichen Klassenräumen und modernen Lernflächen fertiggestellt. Seit Jahresbeginn wird ein weiterer Anbau von 8 Unterrichtsräumen am Standort Krummesse vorbereitet, um dem Wachstum der Schule Rechnung zu tragen.

Die Vorsitzende des Schulelternbeirats, Susanne Kähler, betonte in ihrem Beitrag vor dem Ausschuss die große Bedeutung der Schule für die Familien vor Ort. Die Petition mit über 2000 UnterstützerInnen sei Ausdruck des Wunsches vieler Eltern, ihren Kindern auch im ländlichen Raum wohnortnahe und durchgängige Bildungswege bis zum Abitur zu ermöglichen.

Die Anhörung machte deutlich, dass die Diskussion um die Oberstufe weit über reine Schülerzahlen hinausgeht. Sie berührt Fragen der Chancengerechtigkeit, der Entwicklung ländlicher Räume und der Zukunftsfähigkeit von Bildungsstandorten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Stecknitz-Schule und der Schulverband die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Standortes mit großem Engagement und langfristiger Perspektive vorantreiben.

Die Entscheidung über die Petition wird zu einem späteren Zeitpunkt durch den Petitionsausschuss getroffen. Maßgeblich werden dabei auch die aktuellen amtlichen Schülerzahlen des kommenden Schuljahres sein.Unabhängig vom weiteren Verfahren bleibt das gemeinsame Ziel klar: Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum die bestmöglichen Bildungschancen zu eröffnen und den erfolgreichen Weg der Stecknitz-Schule konsequent fortzusetzen.

Pressemitteilung

Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.

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