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Titel Gesundheit

Wenn Hitze das Gefäßsystem stresst

Mit den Temperaturen steigt für Ältere das Schlaganfallrisiko.

von Pressemitteilung
Mai 29, 2026
Gereizte Haut statt Sommerbräune: Was gegen Sonnenallergie hilft

Foto: pixabay.com

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Berlin (pm). Heiße Tage und tropische Nächte sind mehr als eine Belastungsprobe: Sie können für Herz und Gefäße gefährlich werden. „Schon ein Anstieg der Umgebungstemperatur um 1 Grad Celsius kann die Sterblichkeit durch Herzinfarkt und Schlaganfall messbar erhöhen“, sagt Professor Dr. med. Alexander Oberhuber von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG). Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Hinweise sprechen auch für ein erhöhtes Risiko bei Frauen. Auf einer Pressekonferenz am 8. Juni 2026 weist der DGG-Experte auf Schutzmaßnahmen hin. 

Bei hohen Temperaturen versucht der Körper, Wärme über Haut und Schweiß abzugeben. Das schützt zunächst, kann aber auch zu Flüssigkeitsverlust führen. „Stärkeres Schwitzen führt zu Wasserverlust und Dehydration“, erklärt DGG-Experte Oberhuber. „Dadurch kann es zu einer Hämokonzentration kommen – das Blut wird durch den Verlust flüssiger Anteile gewissermaßen dickflüssiger.“ Dies könne die Bildung von Gerinnseln begünstigen und sei somit ein Risikofaktor für Schlaganfälle, so Oberhuber.

Auch Gefäßinnenwände reagieren auf Hitzestress

Neben Dehydration können weitere biologische Prozesse eine Rolle spielen. „Bei sehr hohen Temperaturen kann es temperaturbedingt zur Schädigung oder Funktionsstörung des Endothels kommen“, erläutert Oberhuber. „Das kann wiederum Mikrothrombosen begünstigen.“ Zudem würden Entzündungsprozesse diskutiert, etwa durch eine vermehrte Freisetzung von Endotoxinen aus dem Darm. Noch seien längst nicht alle Mechanismen abschließend geklärt, so Oberhuber.

Ältere Menschen besonders gefährdet – und auch Frauen?

Fest stehe aber: Vor allem ältere Menschen reagieren empfindlich auf Hitze. „Mit dem Alter lassen die körpereigenen Regulationsmechanismen nach“, sagt Oberhuber. Hinzu kommen häufig Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder andere Erkrankungen, die Herz und Gefäße zusätzlich belasten. „Ein weiteres Problem ist die verringerte Fähigkeit, Temperaturen richtig wahrzunehmen, was auch das Durstgefühl beeinträchtigen kann“, erklärt der DGG-Experte. Ob hohe Temperaturen das Herz-Kreislauf-Risiko speziell für Frauen erhöhen, ist nicht eindeutig geklärt. Diskutiert werden in diesem Zusammenhang Faktoren wie kleinere Gefäße, hormonelle Einflüsse und Schlafstörungen.

Heiße Nächte als unterschätztes Risiko

Doch nicht nur Tageshitze, sondern vor allem auch tropische Nächte ohne ausreichende Kühlung sind problematisch. „Wenn sich der Körper nachts nicht ausreichend erholen kann, bleibt die Belastung für das Herz-Kreislauf-System bestehen – das erhöht nachweislich das Risiko für Schlaganfälle“, warnt Oberhuber. Besonders in Städten verstärken sogenannte Wärmeinseln diesen Effekt. Eine aktuelle Studie des Helmholtz Zentrum München zeigt, dass extreme nächtliche Hitze das Schlaganfallrisiko um sieben Prozent erhöht.

Was hilft: warnen, kühlen, trinken

Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, ist aus Sicht der DGG eine Kombination aus individuellen und städteplanerischen Maßnahmen erforderlich. „Ausreichendes Trinken, kühle Aufenthaltsorte auch während der Nachtstunden und die Vermeidung körperlicher Anstrengung in der Hitze sind Schutzmaßnahmen, die jeder ergreifen kann“, sagt Oberhuber. Gleichzeitig sollten die Kommunen Hitze-Gesundheits-Warnsysteme etablieren und eine bessere Hitzeabwehr organisieren.

Vulnerable Gruppen benötigen besonderen Schutz

Dazu gehören etwa klimatisierte öffentliche Räume, mehr Bäume und Grünflächen in Städten, helle Straßenbeläge und kostenloses Trinkwasser an öffentlichen Orten. „Für gefährdete Gruppen muss es insgesamt mehr Möglichkeiten geben, sich abkühlen zu können“, resümiert Oberhuber. Bei Warnzeichen wie Verwirrtheit, Schwäche, Schwindel oder neurologischen Ausfällen sei sofort medizinische Hilfe zu rufen.

Tags: HitzeSchlaganfall

Pressemitteilung

Bei Pressemitteilungen handelt es sich nicht um eine neutrale beziehungsweise kritische Berichterstattung im klassischen journalistischen Sinne. Es sind in der Regel Texte von Parteien, Organisationen, Institutionen und Unternehmen und schildern oft nur eine Sicht der Dinge. Die Redaktion von Herzogtum direkt prüft Pressemitteilungen vor Veröffentlichung stets nach bestem Wissen und Gewissen. So werden unter anderem Superlative und nicht belegbare Behauptungen aus den Texten entfernt.

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