Herzogtum Lauenburg (pm). Die Zahlen sprechen für sich: Rund 90 Prozent der COPD-Patientinnen und -Patienten rauchen oder haben früher geraucht. Damit bleibt die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) die häufigste Krankheit, die vor allem durch das Rauchen verursacht wird. Im Kreis Herzogtum Lauenburg leben rund 7.700 COPD- Patientinnen und -Patienten im Alter ab 40 Jahren. Das entspricht 6,3 Prozent der dort lebenden Gesamtbevölkerung. Neuesten Erkenntnissen zufolge sind Frauen dabei gefährdeter als Männer, da ihre Bronchien empfindlicher auf Schadstoffe reagieren. „Rauchen ist weiterhin der größte vermeidbare Risikofaktor für COPD und Krebs. Daher sollten wir bei diesem Thema weiter am Ball bleiben und den Rauchverzicht gerade bei Jugendlichen im Kreis Herzogtum Lauenburg fördern, damit sie erst gar nicht mit dem Rauchen anfangen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Reinhard Wunsch anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai.
COPD-Symptome
Atemnot, Husten und Auswurf: das sind die typischen ‚AHA‘-Symptome einer COPD-Erkrankung. Die Krankheitshäufigkeit steigt ab dem 40. Lebensjahr mit zunehmendem Alter deutlich an. Beim Rauchen eingeatmete Partikel rufen eine Entzündung des Lungengewebes hervor, die langfristig zu einer chronischen Verengung der Bronchien und damit zu einem erhöhten Atemwiderstand führt. Aber auch das Einatmen anderer Schadstoffe oder chronisch wiederkehrende Atemwegsinfekte können zur Entstehung der Krankheit beitragen und diese verschlimmern.

Nikotinfreies Leben ist beste Prävention
„Tabaksucht ist mit über 80 Prozent die Hauptursache aller Lungenkrebsfälle sowie anderer Krebserkrankungen wie zum Beispiel Darmkrebs. Neben Stress, mangelnder Bewegung und ungesunder Ernährung ist Rauchen außerdem einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislaufkrankheiten und Diabetes“, so Wunsch. Die Mehrheit der Raucher hat schon mindestens einmal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören, in vielen Fällen leider ohne Erfolg. Die physische und psychische Abhängigkeit ist meist stark und das Rauchen hat eine wichtige Funktion: Es gibt dem Alltag eine Struktur, dient dem Stressabbau oder spielt bei sozialen Kontakten eine wichtige Rolle. „Doch mit Unterstützung und einem klaren Bekenntnis zum Aufhören ist ein dauerhafter Rauchverzicht möglich“, so Wunsch.
Die AOK NordWest engagiert sich seit Jahren mit unterschiedlichen Präventions- und Behandlungsprogrammen und hilft ihren Versicherten bei der Rückkehr in ein nikotinfreies Leben. Dazu gibt es spezielle Kursangebote vor Ort oder Liveonline-Kurse im Internet. In den Programmen lernen die Teilnehmenden, sich endgültig und dauerhaft von der Zigarette zu verabschieden. Um auch Kinder und Jugendliche für ein nikotinfreies Leben zu motivieren, beteiligt sich die AOK NordWest seit vielen Jahren an dem bundesweiten Wettbewerb für rauchfreie Schulklassen „Be Smart – Don‘t Start“.
Strukturierte Behandlung für ein besseres Krankheitsmanagement
Menschen mit einer chronisch atemwegsverengenden Lungenerkrankung (COPD) können mit dem speziellen Behandlungsprogramm AOK-Curaplan lernen, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und ihre Lebensqualität zu verbessern. Neben einer regelmäßigen ärztlichen Beratung und Koordination der Behandlung gehören auch besondere Schulungen dazu. Weitere Informationen gibt es im Internet unter aok.de/nw Stichwort ‚Curaplan‘.











