Herzogtum Lauenburg (pm). Im März ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Herzogtum Lauenburg erstmals nach drei Monaten wieder zu einem Vormonat gesunken. Zuletzt war dies im November der Fall gewesen. Der Rückgang fällt mit minus 30 arbeitslosen Menschen weniger gegenüber Februar jedoch nicht deutlich aus. Insgesamt sind 6.086 Menschen bei den Agenturen für Arbeit in Mölln und Geesthacht sowie dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg im zurückliegenden Monat arbeitslos gemeldet. Der leichte Rückgang hat sich nicht auf die Arbeitslosenquote ausgewirkt. Sie liegt im März unverändert bei 5,5 Prozent.
Vor einem Jahr waren im März 5.931 Menschen arbeitslos gewesen, 155 weniger als aktuell. Die Quote lag seinerzeit bei 5,4 Prozent.
„Nach drei Monaten zählen wir im März erstmals wieder weniger arbeitslose Menschen zu einem Vormonat. Der Rückgang zum Februar fällt mit 30 Jobsuchenden weniger jedoch nicht deutlich aus und bleibt daher ohne Einfluss auf die Arbeitslosenquote. Sie liegt jetzt den zweiten Monat in Folge bei 5,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit bewegt sich aktuell auf einem höheren Niveau als vor einem Jahr. Aufgrund der anhaltend schwächelnden Konjunktur verbunden mit den neuen geopolitischen Unsicherheiten des Iran-Kriegs und dessen Folgen lassen positive Signale für den Arbeitsmarkt – abgesehen von einer üblichen leichten Frühjahrsbelebung – aktuell auf sich warten“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Kreis Herzogtum Lauenburg. „Die Personalnachfrage hat wieder etwas nachgelassen, die Zahl der vakanten Stellen ist mit 1.329 in diesem Monat wieder gesunken. Trotzdem haben viele Unternehmen Bedarf an neuen Beschäftigten. Die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt erfordert auf beiden Marktseiten eine erhöhte Flexibilität, um zueinander finden zu können. Für Jobsuchende bedeutet dies Überlegungen zu einer regionalen oder auch beruflichen Mobilität, für Unternehmen eventuell flexibler im Anforderungsprofil zu sein. Hierzu beraten unsere Beratungsfachkräfte sowohl Personalverantwortliche wie auch Arbeitsuchende. Das kann das Gespräch zu alternativen Wegen oder auch zu möglichen Förderleistungen sein, wie zum Beispiel Unterstützung bei einer Qualifizierung, die Zustimmung zu einem betrieblichen Praktikum oder die Unterstützung eines neuen Beschäftigungsverhältnisses mit einem Eingliederungszuschuss. Es ist ein breiter Katalog an arbeitsmarktpolitischen Instrumenten da, der sich an dem Einzelfall ausrichtet.“
Sozialversicherungspflichtige Stellen
Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im März 273 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Damit sind aktuell insgesamt 1.329 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, 55 oder vier Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 116 Stellen weniger (minus acht Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Die die Zahl der Unterbeschäftigten beträgt aktuell 7.478. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 6,6 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkt niedriger als im Vormonat. Im März des Vorjahres lag sie bei 6,8 Prozent“, so Wieczorek.
Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.
Ausbildungssuche: Unterstützung der Berufsberatung nutzen
Die Unternehmen im Herzogtum brauchen und suchen Ausbildungs- und Fachkräftenachwuchs. Seit Herbst vergangenen Jahres haben sie der Arbeitsagentur wieder über 700 Ausbildungsstellen* gemeldet.
Daher appelliert die Agenturchefin an alle Ausbildungssuchenden, insbesondere die, die sich bislang nicht bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet haben: „Nutzt jetzt die vielen Angebote für den Berufsstart und die Unterstützung unserer Berufsberatung, um euch bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsberuf und Ausbildungsplatz helfen zu lassen.“
Seit dem Herbst des vergangenen Jahres haben sich 627 junge Menschen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg als Ausbildungsbewerberin oder -bewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. „Es besteht weiterhin eine Lücke zwischen dem Ausbildungsangebot und den Ausbildungsbewerberinnen und – bewerbern. Die Situation bleibt eine Herausforderung für die Ausbildungsbetriebe“, so Wieczorek. „Auf der anderen Seite bieten sich den jungen Menschen damit gute Chancen für ihren ersten Schritt in die Berufswelt. Der Berufseinstieg über eine qualifizierte Berufsausbildung ist mit jedem Schulabschluss möglich.“

Kontakt zur Berufsberatung können Jugendliche auf mehreren Wegen aufnehmen, erklärt die Agenturchefin: „Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater sind an allen Schulen regelmäßig vor Ort und bieten dort Sprechstunden an. Daneben sind unsere kostenfreie Hotline 0800 / 455 5500 oder der Kontakt über die Webseite der Jugendberufsagentur www.jba-rz.de weitere Möglichkeiten, eine Beratung oder Unterstützung zu erhalten.“
* Gemeldete Berufsausbildungsstellen aktuell untererfasst: Die aktuellen Angaben in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit für den Monat März 2026 spiegeln das tatsächlich Ausbildungsangebot derzeit nicht vollständig wider. Der Grund sind interne prozessuale Umstellungen in den bundesweiten Fachverfahren, die seit April 2025 zu einer statistischen Untererfassung der gemeldeten Berufsausbildungsstellen geführt haben. Für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit (der die beiden Kreise Herzogtum Lauenburg und Herzogtum Lauenburg umfasst) wird angenommen, dass die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen auf dem Niveau des Vorjahresmonats März 2025 liegt. Alle gemeldeten Berufsausbildungsstellen standen und stehen Ausbildungsbewerbenden jederzeit und vollumfänglich für die Suche nach einer Ausbildungsstelle zur Verfügung. Die Abweichungen werden nun durch aufwendige Datenanalysen geprüft und für den betroffenen Zeitraum revidiert. Voraussichtlich ab Juni bzw. Juli 2026 sollen die Daten in allen Publikationen und Statistiken zur Verfügung stehen.









