Herzogtum Lauenburg (pm). Die SPD Herzogtum Lauenburg hat gemeinsam mit Fachleuten aus Politik und Wohnungswirtschaft über den zunehmenden Wohnraummangel im Kreis beraten. Anlass ist eine aktuelle Studie, nach der tausende Wohnungen fehlen und deutlich mehr gebaut werden müssten. Die SPD fordert deshalb stärkere politische Maßnahmen für mehr bezahlbaren Wohnraum.
Der Wohnraummangel im Kreis Herzogtum Lauenburg spitzt sich weiter zu. Eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts (Ende 2025) zeigt, dass im Kreis derzeit rund 4.600 Wohnungen fehlen. Um den Bedarf zu decken, müssten laut Studie in den kommenden fünf Jahren jährlich etwa 1.510 neue Wohnungen gebaut werden. Tatsächlich bleibt die Bautätigkeit jedoch deutlich hinter diesem Bedarf zurück: Im ersten Halbjahr 2025 wurden laut Pestel-Institut lediglich 346 neue Wohnungen genehmigt.
Gleichzeitig stehen im Kreis rund 1.150 Wohnungen länger als ein Jahr leer und kehren meist nicht wieder auf den Mietmarkt zurück. „Der notwendige Wohnungsbau ist unter den aktuellen Bedingungen mit hohen Baukosten, steigenden Zinsen und einer insgesamt schwachen Neubautätigkeit kaum realisierbar. Die Zahlen zeigen deutlich: Ohne entschlossene politische Maßnahmen der schwarz-grünen Landesregierung droht sich die Wohnungsnot im Kreis weiter zu verschärfen“, erklärt Cira Ahmad, Kreisvorsitzende der SPD Herzogtum Lauenburg.
Wie neuer und insbesondere bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann, war Thema eines gemeinsamen Austauschs des SPD-Kreisvorstands und der SPD-Kreistagsfraktion mit Andreas Breitner (ehemaliger Innenminister Schleswig-Holsteins und Verbandsdirektor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen) sowie Thomas Hölck, MdL, baupolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuelle Lage im Kreis Herzogtum Lauenburg sowie mögliche Maßnahmen für mehr bezahlbaren Wohnraum.
Dabei wurde deutlich: Die Situation im Kreis ist kein Einzelfall. In ganz Schleswig-Holstein fehlen bezahlbare Wohnungen. Gleichzeitig steigen Bau- und Finanzierungskosten, sodass viele Projekte derzeit gar nicht erst umgesetzt werden. Auch das schleswig-holsteinische Förderprogramm für den sozialen Wohnungsbau reicht trotz Aufstockung derzeit nicht aus, um eine echte Trendwende auf dem Wohnungsmarkt zu erreichen.
Für die SPD ist klar: Bezahlbares Wohnen ist ein Grundrecht und ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge. „Wenn wir nicht deutlich und schnell handeln, steuern wir von einer Krise auf eine Katastrophe zu“, so Cira Ahmad.
Ein wichtiger Baustein könnte daher die Gründung einer Landeswohnungsbaugesellschaft sein. Diese könnte sich stärker an der Baulandentwicklung beteiligen und eigene Wohnungsbestände aufbauen. Sie sollte insbesondere dort aktiv werden, wo kommunale oder genossenschaftliche Wohnungsgesellschaften fehlen oder zu schwach sind, um ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Gründung einer solchen Gesellschaft gehört zu den zentralen Forderungen der SPD Schleswig-Holstein.
Zugleich muss der Landesentwicklungsplan (LEP) stärker auf die unterschiedlichen Herausforderungen im Land eingehen und Anreize für die Schaffung von bedarfsgerechtem Wohnraum in allen Regionen setzen. Gerade im ländlichen Raum fehlen häufig kleinere und altersgerechte Wohnungen. Gleichzeitig werden die Gemeinden, in denen zusätzlicher Wohnraum entstehen könnte, durch Wachstumsbegrenzungen im Landesentwicklungsplan teilweise ausgebremst.
Die SPD Herzogtum Lauenburg unterstützt zudem den Vorschlag der Landes-SPD, das Fördervolumen für den sozialen Wohnungsbau perspektivisch auf jährlich eine Milliarde Euro zu erhöhen.
Auch Studierende und Auszubildende sind besonders auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Ziel muss daher sein, den geförderten Wohnraum für Studierende bis 2040 deutlich auszubauen und zu verdoppeln. Dafür sollten Land und Hochschulstandorte geeignete Grundstücke zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Zudem braucht es eine Stärkung der Studentenwerke.
Im Hinblick auf das geplante Azubiwerk fordert die SPD Herzogtum Lauenburg ein zügiges und klares Handeln der Landesregierung. Die SPD im Kreis hat sich bereits mehrfach auf Landes- und Kreisebene für den Aufbau eines Azubiwerks eingesetzt. Zuletzt wurde von der SPD im Jahr 2024 ein Antrag zum Bau eines Azubiwohnheims im Kreistag gestellt. Von Seiten der CDU und der Grünen gab es hierfür jedoch wenig Unterstützung, sodass das Thema nicht weiterverfolgt werden konnte.
Für die SPD Herzogtum Lauenburg steht fest: Die Wohnungsfrage ist eine der zentralen sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Bund, Land und Kommunen müssen jetzt gemeinsam handeln, damit Wohnen für alle Menschen im Kreis bezahlbar bleibt. Die SPD wird sich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die notwendigen politischen Entscheidungen getroffen werden.










