Geesthacht (pm). Unter dem Titel „Weichen für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung stellen“ hatte der SPD-Ortsverein Geesthacht zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung eingeladen. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über die aktuelle Entwicklung der Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein und insbesondere über die Situation des Geesthachter Krankenhauses auszutauschen.
Auf dem Podium diskutierten die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Birte Pauls MdL, Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) sowie die Geesthachter Kreistagsabgeordnete Silke Wengorra. Moderiert wurde die Veranstaltung von Victoria Schwerdtfeger von den Jusos.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Entwicklungen rund um das Geesthachter Krankenhaus, die angespannte Lage vieler Kliniken in Schleswig-Holstein sowie die Frage, welche politischen Entscheidungen notwendig sind, um eine verlässliche und wohnortnahe medizinische Versorgung zu sichern.
Birte Pauls machte deutlich, dass sich viele Krankenhäuser im Land in einer schwierigen finanziellen Lage befinden. „Fast alle Krankenhäuser schreiben rote Zahlen“, sagte sie und kritisierte zugleich eine „Hängepartie“ bei der Umsetzung der Krankenhausreform. Die Landesregierung aus CDU und Grünen habe es bislang versäumt, klare Entscheidungen zu treffen und die notwendigen strukturellen Veränderungen umzusetzen.
Auch der Kreis Herzogtum Lauenburg stehe in der Verantwortung, betonte Pauls. Während das Land für die Krankenhausplanung zuständig sei, liege der Rettungsdienst in der Verantwortung des Kreises. Gerade im Südkreis sei eine gut erreichbare medizinische Versorgung derzeit nicht ausreichend gewährleistet.
Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze erinnerte in der Diskussion an die vergeblichen Bemühungen der Stadt, das Krankenhaus nach der Insolvenz zu übernehmen. Die Stadt habe dem Gläubigerausschuss angeboten, den Betrieb im Januar und Februar mit 500.000 Euro zu unterstützen, um Zeit für eine Prüfung der wirtschaftlichen Situation zu gewinnen. Dieses Angebot sei jedoch abgelehnt worden. Stattdessen erhielt die CTP-Gruppe den Zuschlag als neue Betreiberin der Klinik. Deren Sparmaßnahmen hätten drastische Folgen: Das Aus für die Akutmedizin am Standort steht bevor, rund 250 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.
Für die SPD ist klar: „Um die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern, braucht es entschlossenes politisches Handeln. Dazu gehören eine verbindliche Sicherung der wohnortnahen Versorgung, klare politische Verantwortung bei Strukturveränderungen, mehr Verlässlichkeit für Standorte, Träger und Beschäftigte sowie eine stärkere Einbindung der Kommunen. Außerdem müssten Transformationsmittel gezielt eingesetzt und Bürokratie reduziert werden, damit der Fokus wieder stärker auf der medizinischen Versorgung der Menschen liegt.“
Ein zentrales Fazit des Abends lautete daher: „Die schwarz-grüne Landesregierung muss endlich handeln – ebenso wie die Verantwortlichen im Kreis Herzogtum Lauenburg. Eine verlässliche öffentliche Daseinsvorsorge gehört zu den Kernaufgaben von Land und Kreis. Dazu zählt auch eine gut erreichbare medizinische Versorgung für die Menschen vor Ort.“









