Herzogtum Lauenburg/Berlin (pm). Zu dem Vorstoß der EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen zur Rückkehr zur Atomenergie erklärt die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer, Energiepolitische Sprecherin ihrer Fraktion:
„Ursula von der Leyen begeht mit ihren Aussagen über vermeintliche Zukunft von Atomenergie einen fatalen Irrweg der Unglaubwürdigkeit. 2025 wurde vierhundertmal mehr an Erneuerbaren Energien als an Atomenergie zugebaut. Auch „Small Modular Reactors“ sind teuer, risikoreich und auf absehbare Zeit nicht einsetzbar, anders als Erneuerbare Energien und Speicher. Zudem verursachen SMR studienunterlegt bis zu 30-mal mehr radioaktive Abfälle als herkömmliche Reaktoren. Und bereits für diese gibt es bislang noch keine Endlager.
Atomenergie bleibt die teuerste Form der Energieerzeugung und kann sich ohne staatliche Förderung insbesondere gegenüber den Erneuerbaren Energien nicht durchsetzen. Entgegen den Behauptungen, dass es eine Renaissance der Atomkraft gebe, beweisen die Ausbauzahlen das Gegenteil. Selbst China, das Land mit den meisten Neubau-Projekten, baut mit steigender Tendenz ein Vielfaches an Erneuerbaren Energien gegenüber Atomenergie aus.
„Small Modular Reactors“ (SMR), für deren Risikodeckung privater Investitionen Ursula von der Leyen plädiert, sind weder marktreif noch schnell oder flexibel einsetzbar. Pilotprojekte in den USA wurden wegen zu hoher Kosten und Verzögerungen beim Bau wieder eingestellt, was das Ziel, bis Anfang der 2030er Jahre über einsatzbereite Reaktoren in der EU zu verfügen, als pure Wirklichkeitsverleugnung und Öffentlichkeitstäuschung entlarvt.
Investitionen in diese Risikotechnologien entziehen Europa als Wirtschaftsstandort wertvolles Kapital, welches zur Stärkung eines resilienten Energiesystems auf Basis Erneuerbarer Energien fehlt.
Eine Risikoabsicherung für Investitionen auch aus Einnahmen deutscher Emissionszertifikate trotz des in Deutschland gesetzlich beschlossenen Atomausstiegs grenzt in einer zumindest politischen Dimension an „Veruntreuung“ von Steuergeldern.“










