Ratzeburg (pm). Im Januar kam der Inklusionsbeirat der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen zu seiner 15. Sitzung im Ratzeburger Rathaus zusammen. Unter dem Vorsitz von Silke Boldt befasste sich das Gremium mit aktuellen Problemen im öffentlichen Raum sowie künftigen Bauvorhaben. Ein zentrales Thema war der Austausch mit Malte Friedrichsen, dem Leiter des Fachdienstes Eingliederungshilfe des Kreises Herzogtum Lauenburg, der unter anderem das Konzept der ‚Sonnenblumen-Schlüsselbänder‘ vorstellte. Diese dienen als dezentes, internationales Erkennungszeichen, um auf unsichtbare Behinderungen aufmerksam zu machen und bei Bedarf signalisieren zu können, dass Betroffene etwas mehr Zeit oder Unterstützung benötigen. Diese Bänder sind gegen eine Spende beim FASD Deutschland e.V. zu beziehen.
Friedrichsen erläuterte zudem die Aufgaben seines Dienstes, der jährlich rund 84 Millionen Euro für Maßnahmen wie Schul- und Wohnbegleitung sowie Behindertenwerkstätten bereitstellt. Er regte an, den Aktionsplan Inklusion der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische um Maßnahmen für psychisch beeinträchtigte Menschen zu ergänzen. Ebenso warb er dafür, dass die Kommunalverwaltungen sich für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen öffnen und verwies in diesem Zusammenhang auf unterstützende Lohnkostenzuschüsse im Rahmen der Eingliederungshilfe hin.
Im Rahmen der Berichte über Barrierefreiheit im Stadtgebiet wurde auf Probleme beim Winterdienst am Ratzeburger Bahnhof hingewiesen, die RollstuhlfahrerInnen das Passieren erheblich erschwerten. Zudem informierte die Verwaltung über den geplanten Neubau der Offenen Ganztagsschule am Riemann-Sportplatz. Der Beirat sprach sich einstimmig dafür aus, in diesem Zuge auch die angrenzenden städtischen Sportanlagen, einschließlich der Umkleiden und Duschen, behindertengerecht umzugestalten. Ein entsprechender Antrag soll zeitnah in die zuständigen politischen Gremien eingebracht werden.
Personell gab es im Beirat Veränderungen, da das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden neu besetzt werden musste. Torsten Joachim Egge wurde einstimmig zum neuen Stellvertreter gewählt. Darüber hinaus begrüßte der Beirat die Rückkehr von André Rode, der das Gremium künftig als kooptiertes Mitglied verstärken wird. Zum Abschluss der Sitzung wurden weitere Initiativen wie die „Stille Stunde“ in Supermärkten thematisiert, die Menschen mit Autismus einen reizarmen Einkauf ermöglichen soll.









