Mölln (pm). Die Bündnis 90/Die Grünen geben eine Stellungnahme ab: Der Wohnungsbauturbo in Mölln braucht feste Leitplanken. Schneller bauen darf nicht bedeuten, schlechter zu bauen. Bezahlbarer Wohnraum, verbindlicher Klimaschutz und eine vorrangige Innenentwicklung sind die zentralen Bedingungen. Entsprechende Änderungs- und Ergänzungsanträge zum § 36a Baugesetzbuch (BauGB) bringen die Grünen in die Bauausschusssitzung am Donnerstag,12. Februar 2026 ein.

Ein Wohnungsbauturbo ist notwendig und richtig. Bauausschuss und Stadtvertretung legen die Abläufe fest. Maßgeblich ist jedoch, wie diese Regeln angewendet werden. Der Wohnungsbauturbo darf keine Tür für Bodenspekulation oder das Horten von Baurechten öffnen. Genehmigungen sollen nur dann erteilt werden, wenn eine ernsthafte und zeitnahe Umsetzung des Bauvorhabens gesichert ist. Auch bei hohem Tempo müssen soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und eine geordnete Stadtentwicklung gewährleistet bleiben.
„Wir brauchen mehr Wohnungen – und wir brauchen sie bezahlbar, klimafreundlich und gut in die Stadt eingebettet“, sagt Regina Hälsig, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Möllner Stadtvertretung. „Der Wohnungsbauturbo darf kein Freifahrtschein sein. Er braucht klare Anforderungen und verlässliche Regeln.“
Innenentwicklung vor Außenentwicklung
Ein zentrales Element der Änderungsanträge ist die klare Priorität für Bauprojekte im Innenbereich. Mindestens 90 Prozent der Zustimmungen nach § 36a Baugesetzbuch (BauGB) sollen auf innerstädtische Vorhaben entfallen. Eingriffe in Grün- und Freiflächen sollen nur in begründeten Ausnahmefällen möglich sein und einen vollständigen ökologischen Ausgleich enthalten.
„Innenentwicklung nutzt vorhandene Infrastruktur besser und schützt den Außenbereich vor Zersiedelung“, betont Kai Hergert, Mitglied der Grünen im Bauausschuss. „Das ist ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich vernünftig und schafft Planungssicherheit für alle Beteiligten.“


Sozialer Wohnungsbau verbindlich sichern
Ab zehn Wohneinheiten soll ein Anteil von mindestens 30 Prozent gefördertem oder preisgedämpftem Wohnraum verbindlich in städtebaulichen Verträgen festgeschrieben werden. Ziel ist eine soziale Durchmischung und dauerhaft bezahlbares Wohnen.
„Bezahlbarer Wohnraum ist eine Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so Hälsig. „Mit der Quote stellen wir sicher, dass neue Bauprojekte nicht nur für Gutverdienende entstehen, sondern für alle Möllnerinnen und Möllner zugänglich bleiben.“
Klimaschutz, Mobilität und verlässliche Umsetzung
Neubauten sollen mindestens im Effizienzhaus-40-Standard (EH-40) errichtet werden. Sie sollen vollständig mit erneuerbarer Wärme versorgt sein und Dach- oder Fassadenbegrünung vorsehen. Bei größeren Vorhaben soll außerdem eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie sichere Fuß- und Radwege geprüft und vertraglich geregelt werden. Ebenso wichtig ist eine verlässliche Umsetzung der Bauvorhaben innerhalb klarer Zeiträume.
„So stellen wir sicher, dass schneller Wohnungsbau nicht auf Kosten von Lebensqualität, Klima oder Mobilität geht“, betont Kai Hergert. Der Wohnungsbauturbo in Mölln soll nicht nur schneller wirken, sondern besser. Ziel ist eine Stadtentwicklung, die Klima schützt, Lebensqualität erhält und bezahlbaren Wohnraum schafft.









