Geesthacht (pm). Volles Haus beim Neujahrsempfang in Geesthacht: Mehr als 250 Gäste nutzten am 11. Januar 2026 die Gelegenheit im Geesthachter Rathaus auf das neue Jahr anzustoßen, 2025 Revuepassieren zu lassen – und Geesthachter Ehrenamtlichen für ihr Engagement zu danken. Erika Rath, Dr. Friedhelm Ringe und Carsten Engelbrecht erhielten von Geesthachts stellvertretender Bürgervorsteherin Christine Backs und Bürgermeister Olaf Schulze, die Gastgebende des Neujahrsempfangs waren, das Ehrenzeichen der Stadt Geesthacht. Diese höchste Auszeichnung der Stadt Geesthacht wird an Personen verliehen, die sich über viele Jahre und in außergewöhnlichem Maße ehrenamtlich einsetzen.

Als „Vorbild für gelebtes, ehrenamtliches Engagement“ ehrte Christine Backs Carsten Engelbrecht. Seit mehr als 50 Jahren engagiert sich dieser ehrenamtlich beim Kreissportbund Herzogtum Lauenburg – viele Jahre davon als Vorsitzender. Bereits als 14-Jähriger wird Carsten Engelbrecht Jugendsprecher beim VfF Grünhof-Tesperhude, übernimmt später den Job des ersten und zweiten Vorsitzenden. Er gilt als „Vereinsmanager, Vordenker, Macher“, wie es in dem bei der Stadtverwaltung eingereichten Vorschlag für das Ehrenzeichen heißt. Carsten Engelbrecht engagierte sich zudem unter anderem als Schiedsrichterobmann, Abteilungsleiter sowie in weiteren Ämtern im Breiten- und Gesundheitssport. Auch beim Schützenverein Geesthacht übernimmt Carsten Engelbrecht als Vorsitzender – und zeitweise auch als Schützenkönig – Verantwortung. 2018 erhielt er aufgrund seines Engagements die Verdienstmedaille des Landes Schleswig-Holstein. „Lieber Carsten, die Liste deiner Verdienste ist lang. Seit 1980 habe ich 22 Ehrungen gezählt – gerne übereiche ich dir mit dem Ehrenzeichen der Stadt Geesthacht heute die 23.“, sagte Christine Backs bei der Übergabe des gläsernen Ehrenamtspreises.
Erika Rath erhielt beim Neujahrsempfang, dessen musikalischen Rahmen die Geesthachter Band Urban Captains gestaltete, den Preis für ihr langjähriges Engagement im Bereich der Leseförderung in der Stadtbücherei Geesthacht. „Liebe Frau Rath – Sie sind auch als ‚Vorlesepatentante‘ bekannt. Seit mehr als 20 Jahren lesen Sie Kindern vor. Sie sind ‚Lese-Omi‘ in Kitas, helfen Kindern beim Lesen lernen und engagieren sich in der Sprachvermittlung. Vielen Dank dafür. Das ist eine sehr wichtige Arbeit, denn inzwischen wissen wir alle: Lesen ist bei Kindern zwar nicht immer beliebt, aber es ist der Schlüssel zur Bildung“, hob Bürgermeister Olaf Schulze bei der Laudatio auf Erika Rath hervor, die Gründungsmitglied der Lesefreu(n)de für Kinder (Gründung im März 2006) der Stadtbücherei Geesthacht und seitdem dort ununterbrochen mitwirkte. „Ob bei den regelmäßigen Vorleseterminen, dem Ferienleseclub, Sonderveranstaltungen wie dem Pokémontag oder auch der Betreuung einer Schreibwerkstatt während der Ferien. Frau Rath ist stets zur Stelle, wenn es darum geht, Kindern die Freude am Lesen zu vermitteln. Aber nicht nur in der Stadtbücherei ist sie engagiert. Sie war auch jahrelang als Lese-Oma im Kindergarten in Grünhof, Lesepatin an Geesthachter Grundschulen und ist auch als Jurymitglied bei Vorlesewettbewerben der Geesthachter Schulen gern gesehen. Zudem hat sie regelmäßig samstags in der Stadtbücherei mit einer jungen Migrantin deutsch geübt“, heißt es in dem Vorschlag für den Ehrenamtspreis, der Grundlage für die Verleihung war.
Dr. Friedhelm Ringe wurde für sein herausragendes Engagement für Naturschutz und Heimatpflege ausgezeichnet. Seit Jahrzehnten sensibilisiert er für Natur- und Artenschutz – in Geesthacht und weit über die Stadtgrenzen hinaus. „Die ‚Nacht der Nachtigallen‘, ‚Geesthacht blüht auf‘ und ‚Wer singt denn da?‘ – diese Veranstaltungen sagen jeder Person in Geesthacht etwas. Und diese Formate hätte es ohne die Vision von Dr. Friedhelm Ringe nicht gegeben“, verdeutlichte Christine Backs den großen Einfluss des Wirkens des Preisträgers auf den Alltag vieler Geesthachterinnen und Geesthachter. Mehr als 45 Jahre engagiere sich der Biologe im Bereich Umweltbildung. „Mit seinem langjährigen, vielseitigen und erfolgreichen Engagement hat Dr. Friedhelm Ringe das Umweltbewusstsein in Geesthacht entscheidend gestärkt. Durch Projekte wie die „Nacht der Nachtigallen“ und „Geesthacht blüht auf hat er Menschen zusammengebracht, Natur erlebbar gemacht und konkrete Verbesserungen für den Arten- und Umweltschutz erreicht“, hob Christine Backs hervor. In Dr. Friedhelm Ringes Führungen werden Themen wie Artenvielfalt, Lichtverschmutzung und Lebensraumschutz anschaulich vermittelt. „Ihnen ist es ein wichtiges Anliegen, junge Menschen für Naturschutz zu begeistern. Sie überzeugen mit Fachkenntnis und motivieren zum Mitmachen und Gestalten.“
Für das Ehrenzeichen können Bürgerinnen und Bürger der Stadt Geesthacht aus unterschiedlichen Bereichen vorgeschlagen werden, die sich über längere Zeit für das Allgemeinwohl eingesetzt haben. Die Vorschläge für das Ehrenzeichen nimmt die Stadtverwaltung entgegen. Wer ausgezeichnet wird, beschließt die Stadtpolitik. Überreicht werden die Ehrenzeichen dann traditionell im Rahmen des Neujahrsempfangs nach der Neujahrsansprache. Diese hielt in diesem Jahr Bürgermeister Olaf Schulze, der in seiner Rede auf das Jahr 2025 zurückblickte und auch mahnende Worte anschlug.










