{"id":9887,"date":"2018-12-17T10:15:59","date_gmt":"2018-12-17T09:15:59","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=9887"},"modified":"2018-12-17T10:15:59","modified_gmt":"2018-12-17T09:15:59","slug":"selbstbestimmt-leben-bis-ins-hohe-alter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/12\/17\/selbstbestimmt-leben-bis-ins-hohe-alter\/","title":{"rendered":"Selbstbestimmt leben bis ins hohe Alter"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Zuhause ist es am sch\u00f6nsten: Aus diesem Grund m\u00f6chten auch Senioren m\u00f6glichst lange in den eigenen vier W\u00e4nden leben. Um altersgerecht zu wohnen, sind allerdings h\u00e4ufig Umbauma\u00dfnahmen notwendig. Mieter m\u00fcssen dazu in vielen F\u00e4llen mit ihrem Vermieter sprechen. Welche Ver\u00e4nderungen sie vornehmen d\u00fcrfen, wei\u00df Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice). Rolf Mertens, Experte von ERGO, zeigt auf, welche technischen Hilfsmittel Senioren den Alltag erleichtern und welche F\u00f6rderma\u00dfnahmen es gibt.<\/p>\n<p>Die eigenen vier W\u00e4nde sind viel mehr als nur ein Dach \u00fcber dem Kopf \u2013 sie tragen wesentlich zur Lebensqualit\u00e4t und Zufriedenheit bei. Und gerade f\u00fcr \u00e4ltere Menschen ist die Wohnung der zentrale Lebensort: Laut Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verbringen Senioren dort mindestens 20 Stunden pro Tag. Mit zunehmendem Alter nehmen jedoch die k\u00f6rperlichen Beschwerden zu \u2013 dann k\u00f6nnen T\u00fcrschwellen oder der Einstieg in die Badewanne zum Hindernis werden und die t\u00e4gliche Routine erschweren. Doch das bedeutet nicht, dass sich \u00e4ltere Menschen von ihrer Wohnung trennen m\u00fcssen. \u201eMit ein paar Umbauma\u00dfnahmen l\u00e4sst sich die Wohnung dem Alter entsprechend fit machen. Aber: Wer seine Wohnung gemietet hat, der ben\u00f6tigt f\u00fcr solche Ma\u00dfnahmen das Einverst\u00e4ndnis des Vermieters\u201c, wei\u00df Michaela Rassat und verweist auf \u00a7 554a des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuches.<\/p>\n<p><strong>Vermieter informieren und Umbau planen<\/strong><\/p>\n<p>Altersgerechte bauliche Ver\u00e4nderungen k\u00f6nnen beispielsweise eine ebenerdige Dusche oder eine seniorengerechte Badewanne sein. Wer auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, braucht gegebenenfalls breitere T\u00fcren. Auch niedrigere Lichtschalter, zus\u00e4tzliche Haltegriffe im Bad und die Beseitigung von T\u00fcrschwellen kommen in Frage. \u201eEinen rechtlichen Anspruch auf einen altersgerechten Umbau der Wohnung durch den Vermieter haben Mieter nicht. Der Vermieter muss allerdings dem Umbauwunsch zustimmen, wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse am Umbau hat\u201d, so die D.A.S. Juristin. Dies ist immer der Fall, wenn die Ma\u00dfnahmen dazu beitragen k\u00f6nnen, dem Mieter trotz k\u00f6rperlicher Beeintr\u00e4chtigungen ein normales Leben zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Um reine Bequemlichkeit darf es allerdings nicht gehen. Verweigern kann der Vermieter seine Zustimmung zum Umbau, wenn seine Interessen schwerer wiegen als die des Mieters \u2013 zum Beispiel, wenn Umbauma\u00dfnahmen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig lange andauern und dadurch die anderen Mieter beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrden. Auch kann der Vermieter seine Zustimmung davon abh\u00e4ngig machen, dass der Mieter eine zus\u00e4tzliche angemessene Kaution f\u00fcr die Wiederherstellung des urspr\u00fcnglichen Zustandes hinterlegt. Am besten ist es, sich das Vorhaben schriftlich vom Vermieter erlauben zu lassen, selbst kleine Ver\u00e4nderungen wie Haltegriffe oder Handl\u00e4ufe. Der Vermieter hat grunds\u00e4tzlich Anspruch auf einen R\u00fcckbau der Umbauten bei Auszug. Allerdings k\u00f6nnen Vermieter und Mieter eine Vereinbarung treffen, in der der Vermieter darauf verzichtet. Das kann durchaus ratsam sein, da die Barrierefreiheit den Wert der Wohnung eher erh\u00f6ht. \u201eFallen die Umbauten recht gro\u00df aus, ist es sinnvoll, einen erfahrenen Berater zu kontaktieren, der bei der Planung unterst\u00fctzt. \u00c4rzte, Pflegeeinrichtungen oder Reha-Kliniken sind geeignete erste Anlaufstellen, sie verweisen an die entsprechenden Ansprechpartner\u201c, wei\u00df Rassat. Die Berater helfen nicht nur bei der Planung, sondern kl\u00e4ren auch auf, welche F\u00f6rderungen m\u00f6glich sind. In einigen F\u00e4llen helfen bereits kleine Ver\u00e4nderungen, die eigenen vier W\u00e4nde altersgerecht zu gestalten: Wer sich von sperrigen M\u00f6beln verabschiedet, sorgt f\u00fcr mehr Bewegungsfreiheit. Stolperfallen wie Stufen oder Schwellen k\u00f6nnen Mieter mit farblichen Markierungen versehen, damit sie besser sichtbar sind.<\/p>\n<p><strong>Smarte Technik f\u00fcr den Alltag<\/strong><\/p>\n<p>Neben Stufen oder Badewannen k\u00f6nnen auch allt\u00e4gliche Handgriffe f\u00fcr Senioren zur H\u00fcrde werden. \u201eUnterst\u00fctzen k\u00f6nnen dabei Smart Home-Systeme, die speziell auf die Bed\u00fcrfnisse von Senioren ausgerichtet sind. Solche Systeme werden unter dem Begriff \u201eAmbient Assisted Living\u201c (AAL) zusammengefasst\u201c, erkl\u00e4rt Rolf Mertens. Besonders hilfreich sind beispielsweise Bewegungssensoren, die automatisch das Licht einschalten, wenn eine Person den Raum betritt. Auch am Bett lassen sich solche Sensoren installieren. Das ist laut ERGO Experten besonders praktisch, denn: \u201eWer nachts aufstehen muss, muss nicht erst im Dunkeln m\u00fchsam den Lichtschalter suchen. Das Licht geht sofort an, wenn der Sensor das Aufsetzen der F\u00fc\u00dfe auf dem Boden registriert.\u201c Das sorgt f\u00fcr sichere Wege. Trotz aller Vorsicht lassen sich St\u00fcrze aber nicht immer vermeiden. Sturzsensoren in Kombination mit einer Notruffunktion sind daf\u00fcr die L\u00f6sung: Im Boden eingelassene, druckempfindliche Sensoren senden bei einem Sturz dem Pflegepersonal oder den Verwandten eine Nachricht auf Smartphone oder Tablet. Intelligente Technik kann auch die Hausarbeit erleichtern: \u201eStaubsaugroboter beispielsweise kommen wegen ihrer geringen H\u00f6he problemlos an schwer erreichbare Stellen wie unter Sofas oder Betten \u2013 damit werden Gelenke und R\u00fccken der Besitzer geschont\u201c, so Mertens.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Umbau und Smart Home<\/strong><\/p>\n<p>Stimmt der Vermieter der altersgerechten Anpassung der Wohnung zu, gilt zu kl\u00e4ren, wer die Kosten daf\u00fcr \u00fcbernimmt. Da der Umbau den Wert der Wohnung steigert, ist es m\u00f6glich, dass sich der Vermieter an den Kosten beteiligt \u2013 oder sie komplett \u00fcbernimmt und sp\u00e4ter auf die Miete umlegt. Wer als Mieter die Kosten selbst tragen muss, f\u00fcr den kann das F\u00f6rderprogramm \u201eAltersgerecht Umbauen\u201c der Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) interessant sein. Unabh\u00e4ngig vom Alter des Antragstellers f\u00f6rdert die KfW aktuell den altersgerechten Umbau durch zinsg\u00fcnstige Kredite \u2013 dem KfW 159 \u2013 und Zusch\u00fcsse, beispielsweise KfW 455-B f\u00fcr Barrierereduzierung. Kombinieren lassen sich verschiedene Angebote aus diesem F\u00f6rderprogramm allerdings nicht. \u00dcbrigens: Die KfW unterst\u00fctzt im Rahmen dieses F\u00f6rderprogramms auch Smart Home-Systeme. Um eine F\u00f6rderung zu erhalten, sollten Interessenten die Ma\u00dfnahmen zun\u00e4chst mit einem Sachverst\u00e4ndigen oder einer Wohnberatungsstelle planen. Anschlie\u00dfend m\u00fcssen sie einen Antrag stellen. Ein Zuschuss l\u00e4sst sich schnell und einfach auf dem KfW-Zuschussportal beantragen. F\u00fcr Kredite gilt das sogenannte Hausbankprinzip, das bedeutet: Interessenten gehen zu ihrem Ansprechpartner bei ihrer Hausbank. Dieser beurteilt die Pl\u00e4ne und entscheidet, ob er das Vorhaben begleitet. Anschlie\u00dfend stellt er den Antrag bei der KfW. Erst wenn die Antragssteller eine Zusage der KfW f\u00fcr ein F\u00f6rderprogramm erhalten haben, k\u00f6nnen sie die Umbauarbeiten beauftragen \u2013 sonst flie\u00dft kein Geld. Wichtig zu wissen: \u201eWer von den Zusch\u00fcssen der KfW profitieren m\u00f6chte, sollte die Arbeiten von einem Fachunternehmen durchf\u00fchren lassen und nicht von einem handwerklich begabten Privatmann. Andernfalls k\u00f6nnte die KfW die F\u00f6rderung ablehnen\u201c, so Mertens. Daneben stehen Interessierten abh\u00e4ngig vom jeweiligen Bundesland weitere F\u00f6rderungsm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Und wenn beim Mieter ein Pflegegrad vorliegt, ist auch von der Pflegeversicherung oder -kasse ein Zuschuss von bis zu 4.000 Euro m\u00f6glich. Voraussetzung: Ein Gutachter der medizinischen Dienste hat die Pflegebed\u00fcrftigkeit festgestellt und die Umbauma\u00dfnahme tr\u00e4gt ma\u00dfgeblich zur Eigenst\u00e4ndigkeit oder Pflegeerleichterung bei. Das Sozialamt f\u00f6rdert \u2013 abh\u00e4ngig vom Einkommen des Antragstellers \u2013 ebenfalls einen altersgerechten Umbau. Eine \u00dcbersicht \u00fcber verschiedene F\u00f6rderma\u00dfnahmen finden Interessierte beispielsweise auf dem Serviceportal \u201eZuhause im Alter\u201c des BMFSFJ.<\/p>\n<p><strong>Absicherung f\u00fcr den Fall der F\u00e4lle<\/strong><\/p>\n<p>Egal ob der Umbau bezuschusst wird oder nicht: Er ist in jedem Fall mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Kommt es beispielsweise zu einem Brand oder Leitungswasserschaden, sind die bereits vorhandenen altersgerechten Umbauten innerhalb der Wohngeb\u00e4udeversicherung mitversichert. Entsteht in der Zeit vor einem altersgerechten Umbau ein Schaden, \u00fcbernimmt eine gute Police die Mehrkosten, wenn der Betroffene die besch\u00e4digten Geb\u00e4udeteile alters- oder behindertengerecht umbauen m\u00f6chte. Das k\u00f6nnte zum Beispiel das Ersetzen einer Duschwanne durch einen ebenerdigen Einstieg oder die rollstuhlgerechte Verbreiterung der T\u00fcren sein. \u201eL\u00e4uft die Wohngeb\u00e4udeversicherung \u00fcber den Vermieter, sollten Interessenten das Gespr\u00e4ch suchen und gegebenenfalls ihren Versicherungsschutz sowie die Versicherungssumme entsprechend anpassen\u201c, r\u00e4t der Versicherungsexperte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). 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