{"id":9789,"date":"2018-12-13T10:04:07","date_gmt":"2018-12-13T09:04:07","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=9789"},"modified":"2018-12-13T10:04:07","modified_gmt":"2018-12-13T09:04:07","slug":"homophobie-und-sexismus-im-fussball","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/12\/13\/homophobie-und-sexismus-im-fussball\/","title":{"rendered":"Homophobie und Sexismus im Fu\u00dfball"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin (hib\/HAU).<\/strong> Homosexualit\u00e4t im Fu\u00dfball stellt nach wie vor ein Tabu dar. Diese Einsch\u00e4tzung vertraten am Mittwoch vor dem Sportausschuss sowohl J\u00f6rg Litwinschuh von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) als auch Professor Martin Schweer von der Universit\u00e4t Vechta, der das von der BMH initiierte Projekt &#8222;Fu\u00dfball f\u00fcr Vielfalt &#8211; Fu\u00dfball gegen Homophobie und gegen Sexismus&#8220; wissenschaftlich begleitet.<\/p>\n<p>Ziel sei es, das Tabu aufzubrechen, sagte Litwinschuh. Mit dem Projekt und starken Partnern wie dem Deutschen Fu\u00dfball-Bund (DFB) und der Deutschen Fu\u00dfball Liga (DFL) wolle man Verb\u00e4nde und Vereine f\u00fcr das Thema sensibilisieren. Langfristig sollten Sportler ganz selbstverst\u00e4ndlich zu ihrer sexuellen Orientierung stehen k\u00f6nnen, sagte der BMH-Vertreter.<\/p>\n<p>Aus Sicht des Psychologen Schweer ist derzeit zwar durchaus ein Wertewandel in der Gesellschaft in Richtung einer Kultur der Akzeptanz zu konstatieren. Auf der anderen Seite sei aber festzustellen, dass es weiterhin im sozialen Miteinander Diskriminierungen gebe &#8211; so auch im organisierten Sport. Teilweise sei gar ein Anstieg an Vorurteilen festzustellen, verbunden mit ablehnenden Haltungen und Handlungen gegen\u00fcber bestimmten Gruppen. Das habe damit zu tun, dass die Menschen versuchten, durch Kategorisierungen sich die immer komplexer werdende Welt zu vereinfachen.<\/p>\n<p>Dem Sport, als Vermittler von Werten und Normen, komme eine hohe soziale Verantwortung zu, sagte Schweer. Das gelte insbesondere f\u00fcr den Fu\u00dfball. Hier gelte es zu sensibilisieren. Manchem Nachwuchstrainer sei es vielfach gar nicht bewusst, dass einzelne Spr\u00fcche homophob oder sexistisch sind. Wo genau Homophobie und Sexismus anfingen, sei nicht genau zu definieren, machte der Psychologe deutlich. Es gehe dabei aber immer um Abwertung und darum, &#8222;sich \u00fcber eine Gruppe zu stellen&#8220;, erl\u00e4uterte er. Dies k\u00f6nne durch subtile \u00c4u\u00dferungen, verbale Angriffe oder k\u00f6rperliche Attacken erfolgen. &#8222;Das Kriterium, was sexistisch oder homophob ist, ist immer derjenige, den es trifft&#8220;, sagte Schweer.<\/p>\n<p>DFB-Vizepr\u00e4sident Eugen Gehlenborg &#8211; im Verband zust\u00e4ndig f\u00fcr Sozial- und Gesellschaftspolitik &#8211; sagte, der Fu\u00dfball sei &#8222;nicht der geborene Partner beim Kampf gegen Homophobie, aber ein naheliegender&#8220;. Der Fu\u00dfball stelle sich der Verantwortung, weil er sehr viele Menschen erreiche. Dem DFB sei auch bewusst, dass gerade bei der Ausbildung von Nachwuchstrainern und Nachwuchsbetreuern eine Sensibilisierung f\u00fcr das Thema n\u00f6tig sei.<\/p>\n<p>Sven Kistner vom Queer Football Fanclub (QFF), einem Netzwerk schwul-lesbischer Fanclubs in Europa, sprach sich ebenfalls f\u00fcr eine St\u00e4rkung der Kompetenz von \u00dcbungsleitern aus. So k\u00f6nnten Nachwuchssportler schon in jungen Jahren vorurteilsfrei gemacht werden, &#8222;was in der Regel dazu f\u00fchrt, dass sie es auch bleiben&#8220;. Was die Fanszene im Fu\u00dfball angeht, so sei es in den vergangenen Jahren immer besser gelungen, diese f\u00fcr die Problematik Homophobie und Sexismus zu sensibilisieren. Kistner verwies auf einen Begebenheit bei einem Bundesligaspiel von RB Leipzig. Nachdem Ausw\u00e4rtsfans eines anderen Bundesligisten den schwul-lesbischen Fanblock der Leipziger massiv homophob beleidigt h\u00e4tten, habe es im folgenden Heimspiel eine sehr starke Solidarisierung der anderen Fans mit dem Fanclub Rainbow-Bulls gegeben, sagte er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin (hib\/HAU). Homosexualit\u00e4t im Fu\u00dfball stellt nach wie vor ein Tabu dar. 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