{"id":9702,"date":"2018-12-10T09:48:33","date_gmt":"2018-12-10T08:48:33","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=9702"},"modified":"2018-12-10T09:48:33","modified_gmt":"2018-12-10T08:48:33","slug":"plan-zum-ausbau-der-kuenstlichen-intelligenz-europa-soll-an-die-weltspitze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/12\/10\/plan-zum-ausbau-der-kuenstlichen-intelligenz-europa-soll-an-die-weltspitze\/","title":{"rendered":"Plan zum Ausbau der K\u00fcnstlichen Intelligenz: Europa soll an die Weltspitze"},"content":{"rendered":"<p><strong>Br\u00fcssel (pm).<\/strong> Die EU-Kommission will die Entwicklung der k\u00fcnstlichen Intelligenz &#8222;Made in Europe&#8220; vorantreiben. Dazu hat sie am Freitag einen mit den Mitgliedstaaten ausgearbeiteten Plan vorgelegt, mit dem Europa bei der Entwicklung einer hochmodernen, ethischen und sicheren K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) weltweit f\u00fchrend werden soll. In vier Schl\u00fcsselbereichen wird die europ\u00e4ische Koordinierung k\u00fcnftig verst\u00e4rkt: Steigerung der Investitionen, Verf\u00fcgbarkeit von mehr Daten, F\u00f6rderung von Talenten und Vertrauensbildung. \u201eKI ist nicht einfach nur nettes Beiwerk, sondern es geht um unsere Zukunft\u201c , so Andrus Ansip\u201a Vizepr\u00e4sident f\u00fcr den digitalen Binnenmarkt. \u201eWir werden Investitionen koordinieren: unser Ziel ist es, bis Ende 2020 mindestens 20 Milliarden (Mrd.) Euro an privaten und \u00f6ffentlichen Investitionen zu erreichen. Dies ist von entscheidender Bedeutung f\u00fcr Wachstum und Besch\u00e4ftigung.\u201c<\/p>\n<p>Mariya Gabriel, EU-Kommissarin f\u00fcr die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, erg\u00e4nzte: \u201eDer koordinierte Aktionsplan wird daf\u00fcr sorgen, dass Europa die Chancen der KI zum Wohl seiner B\u00fcrger und Unternehmen ergreift und weltweit wettbewerbsf\u00e4hig bleibt, aber gleichzeitig das Vertrauen bewahrt und die ethischen Werte geachtet werden.\u201c<\/p>\n<p>Vertreter der Mitgliedstaaten, von Norwegen, der Schweiz und der Kommission sind in den letzten sechs Monaten zusammengekommen, um Synergien und gemeinsame Ma\u00dfnahmen zu bestimmen, die nun j\u00e4hrlich \u00fcberpr\u00fcft und aktualisiert werden sollen. Priorit\u00e4t haben dabei bestimmte Bereiche von \u00f6ffentlichem Interesse wie Gesundheitswesen, Verkehr und Mobilit\u00e4t sowie Sicherheit und Energie. Folgendes wurde vereinbart:<\/p>\n<p>1. Maximierung der Investitionen durch Partnerschaften<\/p>\n<p>Die Investitionen in die KI sind in der EU im Vergleich zu anderen Teilen der Welt wie den USA und China niedrig und fragmentiert. Im Einklang mit der im April vorgelegten KI-Strategie sieht der Plan vor, dass Investitionen st\u00e4rker koordiniert werden, damit gr\u00f6\u00dfere Synergien entstehen, und dass bis Ende 2020 mindestens 20 Mrd. Euro sowie in den darauf folgenden zehn Jahren \u00fcber 20 Mrd. Euro j\u00e4hrlich an \u00f6ffentlichen und privaten Investitionen in die Forschung und Innovation im Bereich der KI flie\u00dfen sollen. Erg\u00e4nzend zu nationalen Investitionen wird die Kommission im Jahr 2020 1,5 Mrd. Euro investieren. Das entspricht einer Steigerung um 70 Prozent gegen\u00fcber 2014\u20132017. F\u00fcr den n\u00e4chsten langfristigen EU-Haushalt (2021\u20132027) hat die EU Investitionen von mindestens 7 Mrd. Euro j\u00e4hrlich aus dem Programm \u201eHorizont Europa\u201c und dem Programm \u201eDigitales Europa\u201c vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Diese Investitionsziele sollen mit den folgenden gemeinsamen Ma\u00dfnahmen verwirklicht werden:<\/p>\n<p>Nationale KI-Strategien: Bis Mitte 2019 sollten alle Mitgliedstaaten \u00fcber eigene Strategien verf\u00fcgen, in denen die H\u00f6he der Investitionen und die Umsetzungsma\u00dfnahmen umrissen werden und die in die Diskussionen auf EU-Ebene einflie\u00dfen werden.<\/p>\n<p>Eine neue \u00f6ffentlich-private Partnerschaft im Bereich der KI: Zur F\u00f6rderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie in Europa und zur Festlegung einer gemeinsamen strategischen Forschungsagenda im Bereich der KI wird eine neue Forschungs- und Innovationspartnerschaft eingerichtet.<\/p>\n<p>Ein neuer KI-Ausbaufonds: Die Kommission wird Start-ups und Innovatoren in den Bereichen KI und Blockchain in ihrer Fr\u00fchphase sowie f\u00fcr Unternehmen in ihrer Expansionsphase unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Entwicklung und Vernetzung von weltweit f\u00fchrenden Zentren f\u00fcr KI: Digitale InnovationszentrenDiesen Link in einer anderen Sprache aufrufen werden helfen, europ\u00e4ische KI-Spitzenforschungszentren aufzubauen und miteinander zu vernetzen sowie weltweit anerkannte Testeinrichtungen in Bereichen wie der vernetzen Mobilit\u00e4t einzurichten. Au\u00dferdem werden sie die Einf\u00fchrung der KI in der gesamten Wirtschaft vorantreiben. Ferner wird eine Pilotinitiative des Europ\u00e4ischen Innovationsrats zur F\u00f6rderung der KI-Technologien der n\u00e4chsten Generation ins Leben gerufen.<\/p>\n<p>2. Schaffung europ\u00e4ischer Datenr\u00e4ume<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung von KI-Technik m\u00fcssen gro\u00dfe, sichere und solide Datens\u00e4tze verf\u00fcgbar sein. Zusammen mit den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wird die Kommission gemeinsame europ\u00e4ische Datenr\u00e4ume schaffen, um den nahtlosen Datenaustausch \u00fcber Grenzen hinweg zu erm\u00f6glichen. Dabei wird gleichzeitig die volle \u00dcbereinstimmung mit der Datenschutz-Grundverordnung sichergestellt. Insbesondere das Gesundheitswesen kann von der KI profitieren. Die Kommission wird in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten den Aufbau einer gemeinsamen Gesundheitsdatenbank mit anonymisierten Bildern von Verletzungen und Erkrankungen unterst\u00fctzen, die von Patienten zur Verf\u00fcgung gestellt werden, um Krebsdiagnosen und \u2011behandlungen mit KI-Technik zu verbessern. Bis Mitte 2019 wird die Kommission ein Unterst\u00fctzungszentrum f\u00fcr die gemeinsame Datennutzung auf den Weg bringen, um allen europ\u00e4ischen Akteuren der Datenwirtschaft praktische Hilfe zu geben.<\/p>\n<p>3. F\u00f6rderung von Talenten, Kompetenzen und lebenslangem Lernen<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderung von Talenten in Europa ist von entscheidender Bedeutung f\u00fcr die Entwicklung und Nutzung von KI. Die EU-L\u00e4nder sehen sich jedoch mit einem Mangel an IKT-Fachkr\u00e4ften und spezialisierten Hochschulprogrammen konfrontiert. Aus diesem Grund wird die Kommission gemeinsam mit den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern fortgeschrittene Studieng\u00e4nge im Bereich der KI durch spezielle Stipendien unterst\u00fctzen. Wie in der KI-Strategie im Einzelnen erl\u00e4utert, wird die Kommission au\u00dferdem die digitalen Kompetenzen und das lebenslange Lernen f\u00fcr die gesamte Gesellschaft und insbesondere f\u00fcr die am st\u00e4rksten von der KI betroffenen Arbeitnehmer weiter f\u00f6rdern. F\u00fcr die Entwicklung einer auf den Menschen ausgerichteten KI ist es ferner wichtig, dass die KI auch in anderen Disziplinen, wie z. B. dem Recht, pr\u00e4sent ist. Des Weiteren wird die umfassende Nutzung des Systems der Blauen Karte dazu beitragen, hochqualifizierte KI-Fachkr\u00e4fte nach Europa zu holen und hier zu halten.<\/p>\n<p>4. Entwicklung ethischer und vertrauensw\u00fcrdiger KI<\/p>\n<p>KI wirft neue ethische Fragen auf, beispielsweise eine potenzielle Voreingenommenheit bei der Entscheidungsfindung. Um Vertrauen zu schaffen, das f\u00fcr die Akzeptanz und Nutzung der KI durch die Gesellschaften notwendig ist, zielt der koordinierte Plan darauf ab, eine Technik zu entwickeln, bei der die Grundrechte und ethischen Regeln geachtet werden. Eine europ\u00e4ische Expertengruppe mit Vertretern aus Hochschulen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft arbeitet an Ethik-Leitlinien f\u00fcr die Entwicklung und Nutzung der KI. Eine erste Fassung wird Ende 2018 ver\u00f6ffentlicht werden, und nach einer breiten Konsultation im Rahmen der Europ\u00e4ischen KI-Allianz werden die Experten dann im M\u00e4rz 2019 der Kommission ihre Endfassung vorlegen. Das ehrgeizige Ziel ist dann, Europas Ethik-Ansatz auch weltweit zu etablieren. Die Kommission ist offen f\u00fcr die Zusammenarbeit mit allen Drittl\u00e4ndern, die bereit sind, denselben Werten Geltung zu verschaffen.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n<p>In ihrer KI-Strategie f\u00fcr Europa schlug die Kommission vor, bis Ende 2018 gemeinsam mit den Mitgliedstaaten einen koordinierten Plan f\u00fcr die KI auszuarbeiten, um die Wirkung der Investitionen auf EU-Ebene und nationaler Ebene zu maximieren, Synergien und die Zusammenarbeit in der gesamten EU zu f\u00f6rdern, vorbildliche Verfahren auszutauschen und gemeinsam das weitere Vorgehen zu bestimmen, damit die EU als Ganzes weltweit wettbewerbsf\u00e4hig bleibt. Dieser Vorschlag f\u00fcr einen koordinierten Plan beruht auf der im April 2018 auf dem \u201eDigitalen Tag\u201c abgegebenen und von allen Mitgliedstaaten und Norwegen unterzeichneten Erkl\u00e4rung \u00fcber die Zusammenarbeit im Bereich der KI. Diese Kooperationserkl\u00e4rung wurde im Juni 2018 vom Europ\u00e4ischen Rat gebilligt.<\/p>\n<p>Der heute vorgelegte koordinierte Plan f\u00fcr \u201eKI made in Europe\u201c enth\u00e4lt Einzelheiten zu den Ma\u00dfnahmen, die 2019 oder 2020 anlaufen sollen, und ebnet den Weg f\u00fcr Aktivit\u00e4ten in den Folgejahren. Die Koordinierung mit den Mitgliedstaaten wird fortgesetzt und der Plan wird j\u00e4hrlich \u00fcberpr\u00fcft und aktualisiert. Der neue KI-Wissens- und Beobachtungsdienst der Kommission, AI Watch\u201a wird zur \u00dcberwachung der KI-Entwicklung in Europa und der Umsetzung des koordinierten Plans beitragen.<\/p>\n<p>Um diesen Plan zu einem Erfolg zu machen, m\u00fcssen zun\u00e4chst der digitale Binnenmarkt und sein Rechtsrahmen vollendet werden. Dazu m\u00fcssen die Mitgliedstaaten und das Europ\u00e4ische Parlament so bald wie m\u00f6glich eine Einigung \u00fcber die Gesetzgebungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr Cybersicherheit, offene Daten und den n\u00e4chsten EU-Haushalt erzielen, der auch die Finanzierung von Forschung und Innovation sowie den Einsatz von KI-Technologien betrifft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Br\u00fcssel (pm). Die EU-Kommission will die Entwicklung der k\u00fcnstlichen Intelligenz &#8222;Made in Europe&#8220; vorantreiben. Dazu hat sie am Freitag einen mit den Mitgliedstaaten ausgearbeiteten Plan vorgelegt, mit dem Europa bei der Entwicklung einer hochmodernen, ethischen und sicheren K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) weltweit f\u00fchrend werden soll. 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