{"id":9468,"date":"2018-12-03T09:30:41","date_gmt":"2018-12-03T08:30:41","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=9468"},"modified":"2018-12-04T08:17:31","modified_gmt":"2018-12-04T07:17:31","slug":"kreis-herzogtum-lauenburg-46-prozent-der-beschaeftigten-drohen-mini-renten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/12\/03\/kreis-herzogtum-lauenburg-46-prozent-der-beschaeftigten-drohen-mini-renten\/","title":{"rendered":"Kreis Herzogtum Lauenburg: 46 Prozent der Besch\u00e4ftigten drohen Mini-Renten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzogtum Lauenburg (pm).<\/strong> Dem Kreis Herzogtum Lauenburg droht Altersarmut \u2013 in einem gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00df als bislang angenommen. Das bef\u00fcrchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG). Rund 26.000 Arbeitnehmer im Kreis Herzogtum Lauenburg w\u00fcrden \u2013 so, wie sie heute arbeiten \u2013 nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen. Das sind 46 Prozent aller Besch\u00e4ftigten im Kreis.<\/p>\n<p>Die Schwelle f\u00fcr \u201eAlters-Hartz-IV\u201c liegt im Kreis Herzogtum Lauenburg bei aktuell 788 Euro im Monat. Dabei sind insbesondere die Kosten f\u00fcrs Wohnen ber\u00fccksichtigt. Dies geht aus einer Renten-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Die Wissenschaftler aus Hannover haben dabei f\u00fcr die Gewerkschaft NGG amtliche Statistiken ausgewertet.<\/p>\n<p>Demnach k\u00f6nnte die Zahl armutsgef\u00e4hrdeter Rentner im Kreis Herzogtum Lauenburg k\u00fcnftig noch deutlich steigen \u2013 n\u00e4mlich dann, wenn die durchschnittliche Rente bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des Einkommens abfallen sollte. Dann g\u00e4be es mehr als 30.000 Menschen, die nach 45 Beitragsjahren bei einer Rente unterhalb der Grundsicherung landen, so das Pestel-Institut. Silke Kettner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der NGG-Region Hamburg-Elmshorn, spricht von \u201ealarmierenden Zahlen\u201c. Wer ein Leben lang gearbeitet habe, m\u00fcsse sp\u00e4ter auch von seiner Rente leben k\u00f6nnen. \u201eAm Ende steht hier das Vertrauen in die staatliche Altersvorsorge und damit der gesellschaftliche Zusammenhalt auf dem Spiel.\u201c Die Bundesregierung hat eine Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis lediglich 2025 vereinbart. \u201eDas reicht nicht aus\u201c, so Kettner. Die Gro\u00dfe Koalition m\u00fcsse das Rentenniveau l\u00e4ngerfristig stabilisieren und m\u00f6glichst anheben.<\/p>\n<p>Zugleich sieht die NGG die Arbeitgeber in der Pflicht. \u201eKlar ist, dass aus Mini-L\u00f6hnen keine Spitzen-Renten werden\u201c, betont Kettner. Gerade in Branchen wie dem Gastgewerbe und B\u00e4ckerhandwerk m\u00fcssten im Kreis Herzogtum Lauenburg viele Besch\u00e4ftigte im Alter aufstocken. \u201eDabei haben Hoteliers, Gastronomen und B\u00e4ckermeister bei der Bezahlung durchaus Spielraum. Anstatt auf Aushilfen mit wenigen Wochenstunden zu setzen, sollten sie regul\u00e4re Vollzeitstellen schaffen \u2013 und zwar bezahlt nach Tarif\u201c, so die Gewerkschafterin.<\/p>\n<p>Viele Besch\u00e4ftigte h\u00e4tten zwar das Gl\u00fcck, dass der Partner mehr verdiene und so die Haushaltskasse im Rentenalter aufbessere. Doch h\u00e4ufig sei das Geld selbst dann sehr knapp. Gerade wer einen Teilzeit- oder Minijob habe, m\u00fcsse sich auf einen \u201eextrem mageren Rentenbescheid\u201c einstellen. Frauen seien davon besonders h\u00e4ufig betroffen. Sogar unter Vollzeitbesch\u00e4ftigten hat nach Berechnungen des Pestel-Instituts aktuell rund jeder Dritte im Kreis Herzogtum Lauenburg einen Rentenanspruch von weniger als 1.000 Euro monatlich \u2013 nach 40 Arbeitsjahren.<\/p>\n<p>Eine gute tarifliche Altersvorsorge k\u00f6nne zwar dabei helfen, dass im Alter etwas mehr \u00fcbrig bliebe. \u201eAber Zusatzrenten sind nicht daf\u00fcr da, ein immer geringeres Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung auszugleichen\u201c, so Kettner. Ihr Fazit: \u201eDer Staat muss die gesetzliche Rente sichern. Alle Besch\u00e4ftigten sind auf sie angewiesen. Und die Arbeitgeber m\u00fcssen bei L\u00f6hnen, Arbeitszeiten und Zusatzvorsorge viel mehr tun, damit die Menschen ihren Lebensabend genie\u00dfen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzogtum Lauenburg (pm). Dem Kreis Herzogtum Lauenburg droht Altersarmut \u2013 in einem gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00df als bislang angenommen. 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