{"id":8921,"date":"2018-11-15T06:26:10","date_gmt":"2018-11-15T04:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=8921"},"modified":"2018-12-03T16:43:31","modified_gmt":"2018-12-03T15:43:31","slug":"pestizide-problem-des-insektensterbens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/11\/15\/pestizide-problem-des-insektensterbens\/","title":{"rendered":"Pestizideinsatz \u00fcberall an Schutzgebieten ein Problem des Insektensterbens"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/BUND-Insektensterben-13.11.2018-e1542274316138.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8922\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/BUND-Insektensterben-13.11.2018-e1542274316138-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"464\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/BUND-Insektensterben-13.11.2018-e1542274316138-225x300.jpg 225w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/BUND-Insektensterben-13.11.2018-e1542274316138-315x420.jpg 315w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/BUND-Insektensterben-13.11.2018-e1542274316138.jpg 480w\" sizes=\"(max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/a>M\u00f6lln (pm).<\/strong> Auf Einladung des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) referierte der Insektenforscher Thomas H\u00f6rren vom Entomologischen Verein Krefeld (EVK) am Dienstag im M\u00f6llner Quellenhof vor 90 Besuchern \u00fcber deren bahnbrechende Studie zum Thema &#8218;R\u00fcckgang der Insekten-Biodiversit\u00e4t&#8216;. An zahlreichen Standorten ausschlie\u00dflich in Schutzgebieten hatte der EVK 27 Jahre lang die Insektenfauna untersucht.<\/p>\n<p>Aufgrund des enormer Datenbestand und der wissenschaftlichen Methodik waren die Entomologen in der Lage, nicht nur den schleichenden Verlust an Arten, sondern auch an Insekten-Biomasse zu dokumentieren. Danach hat die Insektenbiomasse im Zeitraum von 1990 bis 2017 im Jahresmittel um \u00fcber 75 Prozent abgenommen, in den Sommermonaten sogar um \u00fcber 85 Prozent. Da die Forscher keinen Zugang auf die landwirtschaftlich konventionell genutzten Fl\u00e4chen hatten, wird zuk\u00fcnftig wissenschaftlich zu pr\u00fcfen sein, ob der \u00fcberw\u00e4ltigend gro\u00dfe Ursachenkomplex &#8218;unknown&#8216; damit im Zusammenhang steht, was erwartet wird.<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Aussprache mit Staatssekret\u00e4rin Anke Erdmann (MELUND) und Forstdirektor Henner Niemann (Kreis RZ) unter der Moderation von Hans-H. Stamer (BUND) wurden Konsequenzen auf Landes- und Kreisebene unter anderem auch mit Themenkarten der Besucher eingefordert. Erdmann berichtete von schwierigen Verhandlungen in der Agrarministerkonferenz, Niemann machte deutlich, dass Umstellungen der Dom\u00e4nen auf \u00f6kologischen Landbau Sache der Parteien im Kreistag seien. Er bef\u00fcrwortete ggf. Bestrebungen der Dom\u00e4nenp\u00e4chter zur Umstellung, die dann durch einen geringeren Pachtzins honoriert werden sollten.<\/p>\n<p>Zum Einfluss menschlichen Landnutzungsformen verwies Thomas H\u00f6rren \u00fcber Vergleichsuntersuchungen aus dem Jahr 2013 in England, die belegen, dass in weitr\u00e4umig l\u00e4ndlicheren Gebieten die untersuchte Nachtfalterarten konstant waren, in menschlich intersiver genutzten Gebieten dagegen stark abnehmen. H\u00f6rren res\u00fcmierte, dass auch ausgebrachte Pestizide in unserer Kulturlandschaft, auf Garten- und Landwirtschaftsfl\u00e4chen, Bahngleisen, in Gewerbe- und Wohngebieten, ein Problem darstellen, wenn dies angrenzende Schutzgebiete betrifft, sie sind vermutlich eine Ursache des Insektenschwundes. Dazu werden mittlerweile vielerorts \u00f6kotoxikologische Untersuchungen angestellt. Ein Problem sehen die Wissenschaftler dabei aber vor allem im Schutzgebietsmanagement. Die Insektenbest\u00e4nde auf Fl\u00e4chen des \u00f6kologischen Landbaus sind demgegen\u00fcber weniger eingeschr\u00e4nkt. Dort, wo \u00d6kolandbau betrieben wird, ist die Natur insgesamt intakter, auch au\u00dferhalb von Naturschutzfl\u00e4chen, so H\u00f6rren.<\/p>\n<p>Stamer forderte von den politischen Parteien auf EU-, Bundes- und Landesebene, Pestizide und Minerald\u00fcnger wiederholt ansteigend stark zu besteuern, um diese Belastung der Lebensr\u00e4ume von Menschen, Pflanzen und Tieren schlie\u00dflich zu beenden: \u201cUnsere Landwirtschaft muss wieder umweltvertr\u00e4glich werden!\u201d Das Wissenschaftsjournal PLOS ONE stellt die Studie des EVK im Internet f\u00fcr jedermann kostenlos zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6lln (pm). 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