{"id":87834,"date":"2026-10-20T09:20:23","date_gmt":"2026-10-20T08:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=87834"},"modified":"2026-10-20T09:23:13","modified_gmt":"2026-10-20T08:23:13","slug":"ruebenroden-in-schleswig-holstein-zwischen-erntestress-schaedlingsdruck-und-zuckersteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/10\/20\/ruebenroden-in-schleswig-holstein-zwischen-erntestress-schaedlingsdruck-und-zuckersteuer\/","title":{"rendered":"R\u00fcbenroden in Schleswig-Holstein: Zwischen Erntestress, Sch\u00e4dlingsdruck und Zuckersteuer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rendsburg (pm).<\/strong> Aktuell l\u00e4uft auf vielen Feldern in Schleswig-Holstein die Zuckerr\u00fcbenernte. Die sogenannten R\u00fcbenroder holen die Zuckerr\u00fcben aus dem Boden. \u201eHeimische Zuckerr\u00fcben sichern unsere regionale Wertsch\u00f6pfung und die Arbeitspl\u00e4tze entlang der Produktionskette. Die R\u00fcbe ist f\u00fcr viele Betriebe ein wertvoller Bestandteil der Fruchtfolge \u2013 und das muss so bleiben\u201c, fordert Klaas R\u00f6hr, R\u00fcbenanbauer und stellvertretender Kreisvorsitzender des Bauernverbandes im Kreis Stormarn.<\/p>\n<p>Ein zunehmender Sch\u00e4dlingsdruck und immer weniger verf\u00fcgbare Pflanzenschutzmittel sowie sich sp\u00fcrbar ver\u00e4ndernde klimatische Bedingungen erschweren den Anbau dieser in Norddeutschland traditionsreichen Feldfrucht. Niedrige Zuckerpreise setzen die Wirtschaftlichkeit des Anbaus zus\u00e4tzlich unter Druck.<\/p>\n<p>Der Bauernverband Schleswig-Holstein sieht deshalb den Beschluss des Bundeskabinetts zur geplanten \u201eZuckersteuer\u201c skeptisch. \u201eDurch die Zuckersteuer wird unser heimischer R\u00fcbenzucker teilweise durch k\u00fcnstliche S\u00fc\u00dfungsmittel ersetzt werden. Das ist der falsche Weg, um die Ursachen f\u00fcr \u00dcbergewicht wirksam zu l\u00f6sen. Lebensmittel werden teurer und die Zukunft unserer Zuckerwirtschaft unsicherer. Wir R\u00fcbenanbauer tragen hohe Produktionskosten und erhebliche Wetterrisiken. Damit sich der Anbau weiterhin lohnt, brauchen wir verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen und ausk\u00f6mmliche Erl\u00f6se\u201c, betont Klaas R\u00f6hr.<\/p>\n<p>Wie werden Zuckerr\u00fcben gerodet?<\/p>\n<p>Die Zuckerr\u00fcbenernte nennt sich im Fachjargon \u201eR\u00fcbenroden\u201c. Anders als das Getreide werden Zuckerr\u00fcben nicht gedroschen, sondern durch das Roden vollst\u00e4ndig aus dem Boden geholt. Nach dem die R\u00fcben mit einem modernen sechsreihigen oder sogar gr\u00f6\u00dferen R\u00fcbenroder aus dem Boden gehoben worden sind, werden Erde, Steine und Pflanzenreste entfernt und die Zuckerr\u00fcben am Feldrand in einer Miete abgelegt. Diese Arbeitsg\u00e4nge erledigt eine einzige, sehr leistungsstarke Maschine. Der \u201eR\u00fcbenberg\u201c dient als Zwischenlager und wird h\u00e4ufig mit einem Schutzflies abgedeckt, um die Zuckerr\u00fcbe vor Frost zu sch\u00fctzen. Der optimale Erntezeitpunkt ist ein Kompromiss zwischen weiterem R\u00fcbenwachstum, Zuckereinlagerung, Witterung und Lieferplanung der Zuckerr\u00fcbenfabrik. Ziel der Landwirte ist es, Zuckerr\u00fcben mit einem hohen Zuckergehalt bei m\u00f6glichst geringen Ernteverlusten bei gleichzeitig maximalem Bodenschutz und einer funktionierenden Logistik hinzubekommen. Die n\u00f6rdlichste Zuckerfabrik in Deutschland liegt in Uelzen, Niedersachsen. In Schleswig-Holstein hat die letzte Zuckerfabrik in Schleswig im Jahr 2003 geschlossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rendsburg (pm). Aktuell l\u00e4uft auf vielen Feldern in Schleswig-Holstein die Zuckerr\u00fcbenernte. 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