{"id":87550,"date":"2026-10-09T04:37:21","date_gmt":"2026-10-09T03:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=87550"},"modified":"2026-10-08T09:42:49","modified_gmt":"2026-10-08T08:42:49","slug":"postkartenaktion-geesthachter-rathaus-erhaelt-1-758-antworten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/10\/09\/postkartenaktion-geesthachter-rathaus-erhaelt-1-758-antworten\/","title":{"rendered":"Postkartenaktion: Geesthachter Rathaus erh\u00e4lt 1.758 Antworten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geesthacht (pm).\u00a0<\/strong>\u201eDeine Stadt, deine Stimme \u2013 sag uns, was dir wichtig ist!\u201c &#8211; eine Frage, 1.758 Antworten. Im Sommer 2025 startete die Fachstelle f\u00fcr Kinder- und Jugendbeteiligung der Geesthachter Stadtverwaltung ihre Postkartenaktion f\u00fcr Kinder und Jugendliche \u2013 und die Resonanz hat alle Erwartungen \u00fcbertroffen. Das Rathaus erreichten 1.758 R\u00fcckmeldungen von jungen Menschen zwischen drei und 21 Jahren mit W\u00fcnschen, Kritik, Ideen, Zeichnungen und ganz pers\u00f6nlichen Blicken auf Geesthacht. Die Auswertung der Aktion wurde jetzt \u00f6ffentlich im Sozialausschuss vorgestellt und ist nachzulesen im Bericht zur Postkartenaktion, der auf der Website der Stadt Geesthacht (https:\/\/www.geesthacht.de) hinterlegt und zusammengefasst als Brosch\u00fcre unter anderem in den Jugendh\u00e4usern, im Rathaus und an der Schillerstra\u00dfe 7 (B\u00fcro Stadtjugendpflege) ausgelegt ist. Wer zum Beispiel wissen m\u00f6chte, wie ein Einkaufszentrum aussehen k\u00f6nnte, das von jungen Menschen gestaltet w\u00fcrde, k\u00f6nnte einen Blick in den Bericht werfen. Er ist nach Altersgruppen und Themengebiete untergliedert, sodass jeder und jede die M\u00f6glichkeit hat, den Bericht nach Interessen durchzulesen.<\/p>\n<p>\u201eMit so einer gro\u00dfen Resonanz hatten wir nicht gerechnet. Die Auswertung der vielen Stimmen war eine umfangreiche Aufgabe, die viel Zeit in Anspruch genommen hat. Gleichzeitig war sie immer wieder spannend, \u00fcberraschend und an manchen Stellen auch zum Schmunzeln. Die R\u00fcckmeldungen zeigen, wie vielf\u00e4ltig junge Menschen ihre Stadt wahrnehmen: Was f\u00fcr die einen ein Lieblingsort ist, gef\u00e4llt anderen \u00fcberhaupt nicht. Manche W\u00fcnsche sind sehr konkret, andere gro\u00df gedacht, kreativ oder auf den ersten Blick kaum umsetzbar. Gemeinsam geben sie jedoch einen wertvollen Einblick in die Lebenswelten junger Menschen in Geesthacht\u201c, erkl\u00e4rt Josefine Dettmer von der Fachstelle f\u00fcr Kinder- und Jugendbeteiligung der Geesthachter Stadtverwaltung, die zudem einordnet: Die Auswertung der Aktion verstehe sich nicht als abschlie\u00dfende Wunschliste und auch nicht als Versprechen, dass jede genannte Idee umgesetzt werden k\u00f6nne. \u201eVielmehr soll der Bericht eine Grundlage f\u00fcr Gespr\u00e4che, weitere Beteiligungsprozesse und konkrete Entwicklungen schaffen. Die Ergebnisse richten sich deshalb an Verwaltung und Politik ebenso wie an Schulen, Kitas, Fachkr\u00e4fte und alle weiteren Menschen, die das Leben junger Menschen in Geesthacht mitgestalten\u201c, ordnet Josefine Dettmer ein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_87551\" aria-describedby=\"caption-attachment-87551\" style=\"width: 1100px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-87551\" src=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Postkartenaktion-Josefine-Dettmer-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"1042\" srcset=\"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Postkartenaktion-Josefine-Dettmer-2.jpg 1100w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Postkartenaktion-Josefine-Dettmer-2-600x568.jpg 600w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Postkartenaktion-Josefine-Dettmer-2-1024x970.jpg 1024w, https:\/\/herzogtum-direkt.de\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Postkartenaktion-Josefine-Dettmer-2-768x728.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-87551\" class=\"wp-caption-text\">Josefine Dittmer von derFachstelle f\u00fcr Kinder- und Jugendbeteiligung der Geesthachter Stadtverwaltung. Foto: Stadt Geesthacht \u2013 Wiebke J\u00fcrgensen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mitgemacht haben bei der Aktion Kinder und Jugendliche aus 9 Kitas (158 R\u00fcckmeldungen), 4 Grundschulen (791 R\u00fcckmeldungen), 3 weiterf\u00fchrenden Schulen (756 R\u00fcckmeldungen). Hinzu kommen 53 R\u00fcckmeldungen, die \u00fcber ein Online-Formular bei der Stadtverwaltung eingegangen sind. Je nach Altersgruppe wurden die Postkarten von Seiten der Stadtverwaltung unterschiedlich gestaltet, um allen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an der Aktion zu erm\u00f6glichen. Kita-Kinder erhielten beispielsweise eine einfach gestaltete Postkarte mit der Leitfrage \u201eSo sehe ich Geesthacht\u2026\u201c und viel Platz zum Malen. Grundschulkinder bekamen eine Postkarte mit Platz zum Malen und zum Schreiben eines kurzen Textes zu \u201eMeine Ideen f\u00fcr Geesthacht\u201c und \u00e4ltere Kinder sowie Jugendliche (ab 10 Jahren) durften eine Postkarte mit den offenen Fragen \u201eWas gef\u00e4llt dir? Was nervt dich? Was fehlt dir?&#8230;\u201c beantworten.<\/p>\n<p>\u201eBesonders h\u00e4ufig genannt wurden Themen aus den Bereichen Freizeit, Mobilit\u00e4t und \u00f6ffentlicher Raum. Die Elbe, die Innenstadt und Natur- und Gr\u00fcnfl\u00e4chen werden von vielen positiv wahrgenommen. Gleichzeitig gibt es deutliche W\u00fcnsche nach besseren Mobilit\u00e4tsangeboten, mehr Freizeitm\u00f6glichkeiten, attraktiveren \u00f6ffentlichen R\u00e4umen und einer sauberen Stadt\u201c, fasst Josefine Dettmer zusammen. Beispielhaft die Kita-Kinder herausgegriffen: Unter \u201edas gef\u00e4llt mir\u201c malten sie am h\u00e4ufigsten das Freibad, die Spielpl\u00e4tze und die Elbe. In die Kategorie \u201egef\u00e4llt ihnen nicht\u201c fallen Baustellen und M\u00fcll. Laut Postkartenaktion w\u00fcnschen sich Geesthachter Kita-Kinder ein Hallenbad und ein \u00f6ffentliches Fu\u00dfballfeld, einen Spielplatz bei der Elbe und mehr Rutschen. \u201eFreizeit, Spiel und die unmittelbare Umgebung pr\u00e4gen die R\u00fcckmeldungen der j\u00fcngsten Geesthachterinnen und Geesthachter besonders stark. (\u2026) Die W\u00fcnsche der Kinder sind h\u00e4ufig sehr konkret und nah an ihrem Alltag. Gleichzeitig zeigen einzelne Aussagen, dass auch j\u00fcngere Kinder ihre Umwelt aufmerksam wahrnehmen. M\u00fcll auf den Stra\u00dfen, Baustellen oder der Umgang mit der Natur werden ebenso thematisiert wie Orte, an denen sie sich gerne aufhalten\u201c, hei\u00dft es zusammenfassend in dem Bericht zur Postkartenaktion, wobei Josefine Dettmer betont: \u201eDie Postkarten zeigen nicht, was \u201adie Jugend\u2018 will, denn \u201adie Jugend\u2018 gibt es ebenso wenig wie \u201adie Erwachsenen\u2018. Aber sie zeigen, wie vielf\u00e4ltig junge Menschen Geesthacht erleben und wo sie ihre Stadt mitgestalten m\u00f6chten. Je nach Alter und pers\u00f6nlicher Lebenssituation unterscheiden sich die Wahrnehmungen und W\u00fcnsche teilweise deutlich. Genau diese Vielfalt macht die Ergebnisse zu einer wichtigen Grundlage f\u00fcr die weitere Kinder- und Jugendbeteiligung in Geesthacht.\u201c<\/p>\n<p>Sven Dr\u00e4ger, Leiter des Fachdienstes Jugend, Sport und Kultur, ordnet zudem ein: Auch wenn einige der formulierten W\u00fcnsche und Ideen in Geesthacht leider nicht realisierbar seien, w\u00fcrde durch die Aktion die Stimmung der Kinder und Jugendlichen in der Stadt eingefangen. \u201eUnd das sind f\u00fcr uns ganz wichtige Hinweise. Denn als Verwaltung wollen wir ja im besten Fall Dinge umsetzen, die den Bed\u00fcrfnissen der Einwohnerinnen und Einwohner entsprechen. Darum ist es so wichtig, dass wir miteinander reden\u201c, sagt Sven Dr\u00e4ger, der auch Beispiele nennt, wo formulierte W\u00fcnsche und Verwaltungshandeln bereits zusammenpassen: Der M\u00fcllproblematik begegne die Stadt bereits unter anderem mit regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollg\u00e4ngen sowie Aktionen wie \u201eSauberhaftes Geesthacht\u201c. \u201eWir freuen uns selbstverst\u00e4ndlich \u00fcber Trittbrettfahrerprojekte von anderen Institutionen, durch die Geesthacht noch sauberer w\u00fcrde. Und der Wunsch von den J\u00fcngsten nach \u00f6ffentlichen Sportanlagen wird sicherlich Einfluss in die Nutzungsvoraussetzungen der zu sanierenden Zentralen Sportanlage finden. Dabei ist ein gesundes Ma\u00df zwischen Vandalismusschutz und \u00f6ffentlicher Teilhabe zu finden.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBesonders eindrucksvoll waren auch die R\u00fcckmeldungen zu Erfahrungen und Empfindungen im \u00f6ffentlichen Raum\u201c, sagt Josefine Dettmer. So sei unter anderem der Wunsch nach mehr Respekt gegen\u00fcber Kindern und Jugendlichen ge\u00e4u\u00dfert worden. Josefine Dettmer: \u201eDas hat mich besonders besch\u00e4ftigt, denn Respekt ist ein Thema, das h\u00e4ufig auch von Erwachsenen im Umgang mit jungen Menschen eingefordert wird. Umso wichtiger finde ich den Gedanken: Respekt ist keine Einbahnstra\u00dfe.\u201c<\/p>\n<p><strong>Weitere Stimmen aus dem Bericht<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIch finde Geesthacht sehr sch\u00f6n, weil es ist wie eine Kleinstadt, nicht zu gro\u00df nicht zu klein!\u201c<br \/>\n\u201eIn Geesthacht wird viel nur von Erwachsenen entschieden! Es gibt viele motivierte Jugendliche doch kaum M\u00f6glichkeiten, sich einzubringen.\u201c<br \/>\n\u201eUnd dass sich die Stadt f\u00fcr den Schutz von (Meeres-)Tieren einsetzt, die in Gefangenschaft leben. Oder dass man dazu mehr Organisationen gr\u00fcndet, wo Jugendliche sich beteiligen.\u201c<br \/>\n\u201eIch finde Geesthacht eigentlich ganz okay. Es ist zwar klein, aber ich bin gl\u00fccklich, dass ich nicht auf der Stra\u00dfe wohne.\u201c<br \/>\n\u201eMir fehlt die Menschlichkeit.\u201c<br \/>\n\u201eMehr Jugendangebote [\u2026] aber vor allem mit Fokus Gemeinschaft \u2026 um mehr zusammenzubringen und jungen Zusammenhalt zu f\u00f6rdern.\u201c<br \/>\n\u201eIch w\u00fcnsche mir, dass auf Kinder mehr geachtet wird.\u201c<br \/>\n\u201eIch mag es nicht, wenn die Eltern vor der Schule parken, dann kommt man nicht durch, weil es zu voll ist.\u201c<br \/>\n\u201ePl\u00e4tze, wo Jugendliche sein k\u00f6nnen, ohne dass man weggeschickt wird\u201c<br \/>\n\u201eOrte, wo man Zeit verbringen kann, ohne Geld auszugeben\u201c<br \/>\n\u201eMich nervt das leblose und zu wenig soziale Stadtleben.\u201c<br \/>\n\u201eIch sammel immer M\u00fcll ein, wenn ich welchen sehe, das w\u00e4re auch toll von anderen\u201c<\/p>\n<p>Zur Einordnung: Die Postkartenaktion war die erste Beteiligungsaktion der Fachstelle f\u00fcr Kinder- und Jugendbeteiligung, die im April 2025 neu geschaffen wurde. Der Grundgedanke des Projektes war es, Bedarfe, W\u00fcnsche, Ideen und Kritik erst zu sammeln, um darauf aufbauend zuk\u00fcnftige Beteiligungsformate bedarfsgerecht gestalten zu k\u00f6nnen. \u201eWir wollten herausfinden, was junge Menschen in Geesthacht tats\u00e4chlich bewegt\u201c, erkl\u00e4rt Josefine Dettmer. \u201eDie Postkartenaktion war eine einfache M\u00f6glichkeit, jungen Menschen unabh\u00e4ngig von Alter, Schule oder pers\u00f6nlichem Hintergrund Raum f\u00fcr ihre Sicht auf Geesthacht zu geben. Gerade auch die Einbeziehung der Kita-Kinder war mir wichtig, weil Beteiligung nicht an ein bestimmtes Alter gebunden ist, sondern so fr\u00fch wie m\u00f6glich beginnen sollte. So lernen auch schon die J\u00fcngsten, dass ihre Stimme wichtig ist, und wie demokratische Prozesse funktionieren. Danke an alle Kinder und Jugendlichen, die teilgenommen haben, und nat\u00fcrlich auch an die Kitas, Schulen und Eltern, die diesen R\u00fccklauf \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht haben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geesthacht (pm).\u00a0\u201eDeine Stadt, deine Stimme \u2013 sag uns, was dir wichtig ist!\u201c &#8211; eine Frage, 1.758 Antworten. Im Sommer 2025 startete die Fachstelle f\u00fcr Kinder- und Jugendbeteiligung der Geesthachter Stadtverwaltung ihre Postkartenaktion f\u00fcr Kinder und Jugendliche \u2013 und die Resonanz hat alle Erwartungen \u00fcbertroffen. 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