{"id":8729,"date":"2018-11-09T06:54:08","date_gmt":"2018-11-09T04:54:08","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=8729"},"modified":"2018-11-10T09:24:16","modified_gmt":"2018-11-10T07:24:16","slug":"geesthacht-erhaelt-deutschlandweit-erstes-und-einmaliges-zentrum-zur-wiederansiedlung-des-stoers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2018\/11\/09\/geesthacht-erhaelt-deutschlandweit-erstes-und-einmaliges-zentrum-zur-wiederansiedlung-des-stoers\/","title":{"rendered":"Geesthacht bekommt ein &#8218;St\u00f6rzentrum&#8216;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geesthacht (pm).<\/strong> \u201eDas Leibniz-Institut f\u00fcr Gew\u00e4sser\u00f6kologie und Binnenfischerei erh\u00e4lt 6,9 Millionen Euro vom Bund f\u00fcr den Aufbau eines Zentrums f\u00fcr die wissenschaftliche Begleitung der Wiedereinb\u00fcrgerung des St\u00f6rs in Geesthacht. Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages auf meine Initiative hin heute in seiner Bereinigungssitzung mit dem Bundeshaushalt 2019 beschlossen. Damit wird ein wichtiger und letzter Schritt zur Wiederansiedlung des europ\u00e4ischen St\u00f6rs in Deutschland und Mitteleuropa gemacht\u201c, berichtet der lauenburgische CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann aus Berlin.<\/p>\n<p>In Deutschland gilt der St\u00f6r seit 40 Jahren ausgestorben. \u201eDie Anlage f\u00fcr die Elterntierhaltung und Aufzuchtstation soll ihren Platz auf der Elbinsel Geesthacht finden, direkt neben Europas gr\u00f6\u00dfter Fischaufstiegsanlage. Ein idealer Standort, um die r\u00fcckkehrenden St\u00f6re sicher zu fangen und auf kurzem Weg in das geplante St\u00f6rzentrum zu<br \/>\nverbringen. Dort sollen die St\u00f6re zur Erweiterung des Elterntierbestandes Ablaichen und anschlie\u00dfend wieder in die Elbe ausgesetzt werden. In der Anlage auf der Elbinsel soll zuk\u00fcnftig die zentrale Elterntierhaltung und Aufzucht als Teil einer Au\u00dfenstelle des Leibniz-Institutes f\u00fcr Gew\u00e4sser\u00f6kologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin angesiedelt werden, wo die Tiere bisher ihren Platz hatten. Und wo die Arbeiten zur Wiederansiedlung des\u00a0 europ\u00e4ischen St\u00f6rs vor 22 Jahren begannen. Die Kapazit\u00e4ten dort sind mit derzeit 430 Tieren zwischen 22 und vier Jahren \u00fcberlastet und ein weiterer Ausbau vor Ort ist nicht m\u00f6glich..\u201c, informiert Norbert Brackmann. Das Leibniz-Institut hat in den letzten Jahren durch seine Elterntierhaltung und sein Aufzuchtprogramm mehr als 20.000 St\u00f6re in der Elbe aussetzen k\u00f6nnen. Mit dem St\u00f6rzentrum in Geesthacht sollen es k\u00fcnftig bis zu 200.000 St\u00f6re pro Jahr werden, die in die Elbe und damit in die Nordsee entlassen werden. Hier soll auch die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens lokalisiert werden, mit der der Erfolg der Ma\u00dfnahmen gesichert werden soll.<\/p>\n<p>\u201eDas ist ein gewaltiges Programm zur Wiederansiedlung des St\u00f6rs. Das ist eine nationale Aufgabe, die dringend einer finanziellen Unterst\u00fctzung des Bundes gebraucht hat. Denn die Zeit dr\u00e4ngt. Die Kapazit\u00e4ten am Standort in Berlin reichen nicht mehr aus, um die Aufzucht massiv zu erweitern\u201c, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, der im Kreis der Haushaltspolitiker erfolgreich f\u00fcr die Bereitstellung der Mittel geworben hat.<\/p>\n<p>\u201eDie Bundesmittel f\u00fcr den geplanten Aufbau des St\u00f6rzentrums in Geesthacht sind zum einen f\u00fcr einen zweist\u00f6ckigen Bau geplant, der die Labore und B\u00fcros umfasst und zum anderen f\u00fcr eine Leichtbauhalle, in der die Fischhaltung untergebracht wird. Daneben ist auch ein Informationszentrum geplant, um die wichtige Arbeit zur Wiederansiedlung des St\u00f6rs in der Elbe der \u00d6ffentlichkeit sichtbar und erlebbar zu machen. Das haben wir explizit mit dem Beschluss \u00fcber die Bundesf\u00f6rderung im Haushaltsausschuss gefordert\u201c, sagt Norbert Brackmann. Die gesamte Anlage soll eine Grundfl\u00e4che von 3.000 Quadratmetern haben. Alleine die Leichtbauhalle soll 80 Haltungsbecken umfassen, mit einer Gesamtfl\u00e4che von zirka 2.000 Quadratmetern und einem Wasservolumen von 1.840 Kubikmetern.<\/p>\n<p>\u201eDas hat schon eine gewaltige Dimension, ist aber zwingend notwendig um den jungen St\u00f6ren von klein auf genug Platz zu geben und Str\u00f6mung zu simulieren. Schlie\u00dflich m\u00fcssen die jungen St\u00f6re genug Muskeln aufbauen\u201c, sagt Norbert Brackmann. Der St\u00f6r ist ein Wanderfisch, der nur zur Fortpflanzung vom Meer den langen Weg zu seinem Geburtsort im Fluss zur\u00fcck wandert.<\/p>\n<p>\u201eDie Planungen f\u00fcr den Bau des St\u00f6rzentrums k\u00f6nnen nun z\u00fcgig beginnen. F\u00fcr das St\u00f6rzentrum auf der Elbinsel gegen\u00fcber der Fischaufstiegsanlage liegt ein positiver Bescheid auf die Bauvoranfrage seit dem 18. August 2018 vor\u201c, sagt Norbert Brackmann, der sich beim Landrat f\u00fcr eine schnelle Erteilung eingesetzt hat. Auch die ben\u00f6tigten Grundst\u00fccke stehen zur Verf\u00fcgung. Die Stadt Geesthacht hat am 5. November 2018 im Gemeindefinanzausschuss beschlossen ein entsprechendes Grundst\u00fcck auf der Elbinsel an das Leibniz-Institut f\u00fcr Gew\u00e4sser\u00f6kologie und Binnenfischerei zu verpachten. Ein ben\u00f6tigtes zweites Grundst\u00fcck im Eigentum der Wasserstra\u00dfen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) , ist langfristig an die Vattenfall AG verpachtet. Beide, WSV und Vattenfall haben ihr Einverst\u00e4ndnis f\u00fcr eine Verpachtung an das Leibniz-Institut f\u00fcr dieses einmalige Projekt erkl\u00e4rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geesthacht (pm). \u201eDas Leibniz-Institut f\u00fcr Gew\u00e4sser\u00f6kologie und Binnenfischerei erh\u00e4lt 6,9 Millionen Euro vom Bund f\u00fcr den Aufbau eines Zentrums f\u00fcr die wissenschaftliche Begleitung der Wiedereinb\u00fcrgerung des St\u00f6rs in Geesthacht. Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages auf meine Initiative hin heute in seiner Bereinigungssitzung mit dem Bundeshaushalt 2019 beschlossen. 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