{"id":86842,"date":"2026-09-16T03:53:32","date_gmt":"2026-09-16T02:53:32","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=86842"},"modified":"2026-09-15T12:14:02","modified_gmt":"2026-09-15T11:14:02","slug":"wundzentrum-moelln-ratzeburg-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/09\/16\/wundzentrum-moelln-ratzeburg-eroeffnet\/","title":{"rendered":"Wundzentrum M\u00f6lln-Ratzeburg er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p><strong>M\u00f6lln (pm).<\/strong> Neues Angebot des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg sichert Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden eine schnelle, wohnortnahe und qualit\u00e4tsgesicherte Anschlussversorgung \u2013 auch direkt nach einem Krankenhausaufenthalt.<br \/>\nM\u00f6lln. Das Wundzentrum M\u00f6lln-Ratzeburg im Wasserkr\u00fcger Weg 7 ist am Montag (14. September) feierlich er\u00f6ffnet worden.<\/p>\n<p>Tr\u00e4ger ist die PNHL Wundversorgung GmbH, ein Tochterunternehmen des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg (PNHL). Fachpflegekr\u00e4fte und zertifizierte Wundtherapeut:innen versorgen dort Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden \u2013 von der diabetischen Fu\u00dfwunde \u00fcber das Ulcus cruris und Dekubitus bis hin zu Tumorwunden und postoperativen Wundheilungsst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Behandelt wird in erster Linie im Wundzentrum selbst \u2013 in spezialisierten Behandlungsr\u00e4umen mit erfahrenen Fachpflegekr\u00e4ften. L\u00e4sst die individuelle Situation der Patient:innen das nicht zu, etwa bei stark eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t oder Bettl\u00e4gerigkeit, erfolgt die Versorgung auch in der H\u00e4uslichkeit. Die Entscheidung richtet sich allein nach dem, was medizinisch und pers\u00f6nlich sinnvoll und umsetzbar ist.<\/p>\n<p>Gerade bei chronischen Wunden wiegen Br\u00fcche in der Versorgung besonders schwer: Sie bedeuten f\u00fcr die Betroffenen mehr Schmerzen und l\u00e4ngere Heilungszeiten, f\u00fchren zu vermeidbaren Wiederaufnahmen und im schlimmsten Fall zu einer Amputation. Genau an dieser Stelle setzt das Wundzentrum an \u2013 es vernetzt ambulante und station\u00e4re Versorgung, Facharztmedizin und Pflege zu einer durchg\u00e4ngigen Behandlungskette.<\/p>\n<p><strong>Sektorengrenzen \u00fcberwinden \u2013 Versorgung aus einer Hand<\/strong><\/p>\n<p>Das Wundzentrum ist direkt in die Strukturen des PNHL eingebunden. \u00dcber das Wundnetz arbeiten Haus- und Facharztpraxen, Kliniken, Pflegedienste und das Wundzentrum eng zusammen. Das bedeutet kurze Wege, klare Verantwortlichkeiten und eine gemeinsame Behandlungsstrategie statt paralleler Einzelma\u00dfnahmen. Die Fachtherapeutinnen \u00fcbernehmen dabei auch das Case Management: Sie steuern den Fall, halten Verordnungen, Termine und Materialversorgung zusammen und informieren die behandelnden \u00c4rzte \u00fcber den Heilungsverlauf.<\/p>\n<p>F\u00fcr Praxen und Kliniken bedeutet das eine sp\u00fcrbare Entlastung: Aufwendige Verbandwechsel, Verlaufskontrollen, Dokumentation und Materialorganisation liegen beim spezialisierten Team des Wundzentrums. Die behandelnden \u00c4rzt:innen behalten die Therapiehoheit und werden regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Verlauf informiert \u2013 ohne dass Sprechstundenzeit und Personal durch zeitintensive Wundbehandlungen gebunden werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Praxen ist die Anbindung kostenneutral, f\u00fcr Patient:innen erfolgt die Versorgung auf Basis der h\u00e4uslichen Krankenpflege. An 365 Tagen im Jahr ist die Versorgung sichergestellt \u2013 auch an Wochenenden und Feiertagen. Betroffene m\u00fcssen daf\u00fcr nicht mehr die KV-Anlaufpraxen aufsuchen, sondern werden vom eingespielten Team des Wundzentrums weiterbehandelt.<\/p>\n<p><strong>Schnelle Anschlussversorgung nach dem Krankenhaus<\/strong><\/p>\n<p>Besonderes Gewicht liegt auf dem Entlassmanagement. Kliniken k\u00f6nnen Patient:innen bereits vor der Entlassung anmelden; die Weiterbehandlung schlie\u00dft ohne L\u00fccke an. Das sch\u00fctzt das im Krankenhaus erreichte Behandlungsergebnis, unterst\u00fctzt eine Optimierung der Verweildauer und wirkt dem sogenannten Dreht\u00fcreffekt entgegen \u2013 also der erneuten Aufnahme, weil die Wundversorgung zu Hause nicht rechtzeitig oder nicht in der erforderlichen Qualit\u00e4t weiterl\u00e4uft.\u00a0Die Behandlung folgt einheitlichen, leitliniengerechten Standards und wird l\u00fcckenlos dokumentiert. So ist jederzeit nachvollziehbar, welche Therapie wirkt \u2013 und wann sie angepasst werden muss.<\/p>\n<p><strong>Schwerpunkt Hidradenitis suppurativa (Akne inversa)<\/strong><\/p>\n<p>Einen besonderen Schwerpunkt legt das Wundzentrum auf die Hidradenitis suppurativa (HS oder Akne inversa) \u2013 eine chronisch-entz\u00fcndliche Hauterkrankung, die \u00fcberwiegend junge Menschen trifft, mit starken Schmerzen, Abszessen und Fisteln einhergeht und die Lebensqualit\u00e4t massiv einschr\u00e4nkt. Bis zur richtigen Diagnose vergehen h\u00e4ufig viele Jahre; Betroffene durchlaufen bis dahin zahlreiche Einzelbehandlungen, ohne dass die Ursache erkannt wird.<\/p>\n<p>Um das zu \u00e4ndern, arbeitet das Wundzentrum mit einem strukturierten Scoring: Bereits beim Erstkontakt wird der Befund systematisch eingesch\u00e4tzt. So l\u00e4sst sich fr\u00fch erkennen, ob ein Verdacht auf Hidradenitis suppurativa besteht \u2013 die weiterf\u00fchrende Diagnostik zur Sicherung der Diagnose und eine fr\u00fchzeitige medikament\u00f6se Therapie werden unmittelbar in die Wege geleitet, statt weitere Jahre zu verlieren.<\/p>\n<p><strong>Case Management: eine feste Ansprechpartnerin f\u00fcr den gesamten Verlauf<\/strong><\/p>\n<p>Die Fachpflegekr\u00e4fte des Wundzentrums \u00fcbernehmen die Fallsteuerung vollumf\u00e4nglich. Sie koordinieren Verordnungen, Termine, Materialversorgung und die Kommunikation zwischen Hausarztpraxis, Fach\u00e4rzt:innen, Klinik und Pflegedienst, begleiten den Heilungsverlauf und erkennen fr\u00fchzeitig, wenn eine Therapie angepasst werden muss. Patienten und Angeh\u00f6rige haben dabei eine feste Ansprechpartnerin \u2013 sie m\u00fcssen ihre Geschichte nicht bei jedem Termin neu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Patienten, Angeh\u00f6rige und zuweisende Praxen und Kliniken k\u00f6nnen Termine unkompliziert online buchen. F\u00fcr die Erstberatung bietet das Wundzentrum zus\u00e4tzlich Videosprechstunden an: So l\u00e4sst sich schon vor dem ersten Besuch kl\u00e4ren, welche Unterlagen n\u00f6tig sind und wie die Behandlung aussehen kann \u2013 besonders hilfreich f\u00fcr Menschen mit eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t, f\u00fcr Angeh\u00f6rige und f\u00fcr Betroffene, die einen weiten Anfahrtsweg haben.<\/p>\n<p>Stimmen zur Er\u00f6ffnung:\u00a0<\/p>\n<p>\u201eEine optimale Wundversorgung sowie ein modernes Wundmanagement, welches einen ganzheitlichen Blick auf die Versorgungssituation wirft, steht f\u00fcr unsere Versicherten im Mittelpunkt bei chronischen und schwer heilenden Wunden. Eine zeitnahe und professionelle Versorgung sorgt f\u00fcr eine rasche Abheilung bzw. Stagnation entsprechender Wundbilder. Daher begr\u00fc\u00dfen wir den Dialog mit dem Wundzentrum in M\u00f6lln-Ratzeburg zur wichtigen Versorgung in unserer Region.\u201c<br \/>\n<em>Maik Vonau, Fachbereichsleiter HKP &amp; Pflege, AOK NordWest<\/em><\/p>\n<p>\u201cPflegedienste und Pflegeeinrichtungen stehen bei der Wundversorgung t\u00e4glich unter hohem fachlichen und zeitlichen Druck. Ein spezialisiertes Wundzentrum entlastet sp\u00fcrbar, bringt Expertise dorthin, wo sie gebraucht wird, und st\u00e4rkt die Zusammenarbeit zwischen ambulanter Pflege, Praxen und Kliniken.\u201d<br \/>\n<em>Kay Old\u00f6rp, Leiter der Landesgesch\u00e4ftsstelle Schleswig-Holstein, bpa \u2013 Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.<\/em><\/p>\n<p>\u201cIch erlebe beide Seiten t\u00e4glich: als Chirurg und als Krankenhausgesch\u00e4ftsf\u00fchrer sehe ich, wie gut eine Operation gelingen kann \u2013 und wie schnell das Ergebnis verloren geht, wenn die Wundversorgung nach der Entlassung nicht nahtlos weiterl\u00e4uft. Genau diese L\u00fccke schlie\u00dft das Wundzentrum. Klinik, Praxis und Pflege arbeiten an einem Behandlungsplan, mit dem Ziel, Wunden schneller zur Abheilung zu bringen, Wiederaufnahmen zu verringern und Amputationen zu vermeiden.\u201d<br \/>\n<em>Dr. Andreas Schmid, Facharzt f\u00fcr Chirurgie, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des DRK-Krankenhauses Ratzeburg und Vorstand des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg (PNHL)<\/em><\/p>\n<p>\u201cWir haben das Wundzentrum so aufgebaut, dass es im Alltag funktioniert: eine feste Anlaufstelle, verl\u00e4ssliche Erreichbarkeit an 365 Tagen im Jahr, klare Abl\u00e4ufe f\u00fcr Zuweisung und Entlassung und ein Team, das den Fall vollumf\u00e4nglich steuert. Termine lassen sich online buchen, die Erstberatung ist auch per Videosprechstunde m\u00f6glich \u2013 Patient:innen, Angeh\u00f6rige und Zuweisende sollen sp\u00fcrbar entlastet werden.\u201d<br \/>\n<em>Markus Kn\u00f6fler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, PNHL Wundversorgung GmbH<\/em><\/p>\n<p>\u201cF\u00fcr M\u00f6lln ist das ein Gewinn: Menschen mit schweren Wunden m\u00fcssen f\u00fcr eine spezialisierte Behandlung nicht mehr weit fahren. Wohnortnahe Gesundheitsangebote sind ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge in unserer Stadt.\u201d<br \/>\n<em>Ingo Sch\u00e4per, B\u00fcrgermeister der Stadt M\u00f6lln<\/em><\/p>\n<p>\u201cDer Kreis Herzogtum Lauenburg profitiert von Strukturen, die ambulante und station\u00e4re Versorgung zusammenf\u00fchren. Das Wundzentrum st\u00e4rkt die medizinische Versorgung im l\u00e4ndlichen Raum und entlastet zugleich die Kliniken.\u201d<br \/>\n<em>Norbert Brackmann, Vertreter des Kreises Herzogtum Lauenburg<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00dcber das Wundzentrum M\u00f6lln-Ratzeburg<\/strong><\/p>\n<p>Das Wundzentrum M\u00f6lln-Ratzeburg ist ein Angebot der PNHL Wundversorgung GmbH, eines Tochterunternehmens des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg e.V. (PNHL). Im Wundzentrum arbeiten ausschlie\u00dflich zertifizierten Wundtherapeut:innen und Fachpflegekr\u00e4fte. Behandlungsschwerpunkte sind unter anderem das Ulcus cruris, der diabetische Fu\u00df, Dekubitus, Tumorwunden, postoperative Wundheilungsst\u00f6rungen sowie die Hidradenitis suppurativa (Akne inversa). Termine k\u00f6nnen online \u00fcber Doctolib gebucht werden, die Erstberatung ist auch als Videosprechstunde m\u00f6glich. Zuweisende Praxen, Kliniken und Pflegedienste erreichen das Team direkt \u00fcber die Fachkontakte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6lln (pm). Neues Angebot des Praxisnetzes Herzogtum Lauenburg sichert Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden eine schnelle, wohnortnahe und qualit\u00e4tsgesicherte Anschlussversorgung \u2013 auch direkt nach einem Krankenhausaufenthalt. M\u00f6lln. Das Wundzentrum M\u00f6lln-Ratzeburg im Wasserkr\u00fcger Weg 7 ist am Montag (14. September) feierlich er\u00f6ffnet worden. 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