{"id":86768,"date":"2026-09-14T08:41:22","date_gmt":"2026-09-14T07:41:22","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=86768"},"modified":"2026-09-14T08:41:22","modified_gmt":"2026-09-14T07:41:22","slug":"erste-nachweise-des-shamonda-virus-in-schleswig-holstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/09\/14\/erste-nachweise-des-shamonda-virus-in-schleswig-holstein\/","title":{"rendered":"Erste Nachweise des Shamonda-Virus in Schleswig-Holstein"},"content":{"rendered":"<div><strong>Kiel (pm).<\/strong> In Schleswig-Holstein ist das Shamonda-Virus erstmals in zwei Rinderbest\u00e4nden nachgewiesen worden. Beide Nachweise betreffen die Variante 2 des Virus. Das Landwirtschaftsministerium unterst\u00fctzt Tierhaltende bei der Abkl\u00e4rung m\u00f6glicher Infektionen und \u00fcbernimmt die Untersuchungskosten f\u00fcr bis zu drei Blutproben je Betrieb. Zugleich bittet das Ministerium um erh\u00f6hte Aufmerksamkeit f\u00fcr m\u00f6gliche Symptome. Dazu z\u00e4hlen bei Wiederk\u00e4uern Fieber und Durchfall sowie bei Milchk\u00fchen ein deutlicher R\u00fcckgang der Milchleistung. Bei Pferden k\u00f6nnen zentralnerv\u00f6se Symptome in urs\u00e4chlichem Zusammenhang mit dem Virus stehen. F\u00fcr Menschen besteht nach bisherigem Kenntnisstand kein Infektionsrisiko.<\/div>\n<div class=\"default-style\">\u00a0<\/div>\n<div>Seit Anfang August tritt die Variante 1 des Shamonda-Virus in S\u00fcddeutschland und seit Anfang September die Variante 2 auch im Nordwesten Deutschlands auf. Beim Auftreten der genannten Symptome sollte eine Tier\u00e4rztin oder ein Tierarzt hinzugezogen werden. Zur Abkl\u00e4rung k\u00f6nnen Proben an das Landeslabor Schleswig-Holstein (LSH) eingesendet werden. Die Kosten f\u00fcr die Probenahme sind von der Kosten\u00fcbernahme des Ministeriums ausgenommen. \u00a0<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>Eine Infektion mit dem Shamonda-Virus ist nicht meldepflichtig und zieht keine Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen nach sich. Ein Impfstoff gegen das Shamonda-Virus ist derzeit nicht vorhanden. Tierhaltende k\u00f6nnen das Infektionsrisiko daher insbesondere durch eine m\u00f6glichst geringe Belastung mit Gnitzen reduzieren. Dazu sollten sie den Weidegang in der D\u00e4mmerung m\u00f6glichst vermeiden und auf eine wirksame Insektenabwehr achten. Hierzu z\u00e4hlen der Einsatz von Repellentien, eine erh\u00f6hte Luftbewegung sowie Netze im Stall.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>Beim Shamonda-Virus handelt es sich um einen Krankheitserreger aus der Gattung der Orthobunyaviren, zu denen auch das seit 2011 in Deutschland vorkommende Schmallenbergvirus geh\u00f6rt. Die ersten Nachweise in Europa erfolgten Ende Juli in Frankreich und der Schweiz, ab Anfang August auch in rinderhaltenden Betrieben in Baden-W\u00fcrttemberg. Mittlerweile sind weitere EU-Mitgliedstaaten wie Belgien, die Niederlande, Luxemburg und \u00d6sterreich sowie weitere Bundesl\u00e4nder betroffen. Bislang wurde das Virus in Deutschland \u00fcberwiegend bei Rindern nachgewiesen. Einzelne Nachweise der vor allem in S\u00fcddeutschland zirkulierenden Variante 1 gab es au\u00dferdem bei Pferden, Schafen, Ziegen und Alpakas.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>Das Virus wird durch Gnitzen, jedoch nicht direkt von Tier zu Tier \u00fcbertragen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und milde Temperaturen beg\u00fcnstigen die Verbreitung und Aktivit\u00e4t der d\u00e4mmerungsaktiven Gnitzen.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>Verwandte Orthobunyaviren wie das Schmallenbergvirus k\u00f6nnen bei einer Infektion tragender Tiere \u2013 abh\u00e4ngig vom Infektionszeitpunkt \u2013 auf den ungeborenen F\u00f6tus \u00fcbertragen werden. Ob das Shamonda-Virus vergleichbare Auswirkungen haben kann, ist derzeit noch nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. Informationen des Friedrich-Loeffler-Instituts finden sich ebenfalls im Netz unter <a href=\"https:\/\/www.fli.de\/de\/aktuelles\/tierseuchengeschehen\/shamonda-virus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Shamonda-Virus | Friedrich-Loeffler-Institut<\/a><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). In Schleswig-Holstein ist das Shamonda-Virus erstmals in zwei Rinderbest\u00e4nden nachgewiesen worden. 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