{"id":86539,"date":"2026-09-07T09:20:25","date_gmt":"2026-09-07T08:20:25","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=86539"},"modified":"2026-09-07T09:21:39","modified_gmt":"2026-09-07T08:21:39","slug":"am-gruenen-band-eine-35-jaehrige-erfolgsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/09\/07\/am-gruenen-band-eine-35-jaehrige-erfolgsgeschichte\/","title":{"rendered":"Am Gr\u00fcnen Band &#8211; eine 35-j\u00e4hrige Erfolgsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: large;\"><b>Lassahn <\/b><b>(pm). <\/b>Was einst Deutschland teilte, verbindet heute zwei Bundesl\u00e4nder und schafft Lebensraum f\u00fcr Seeadler, Kranich und unz\u00e4hlige weitere Arten: 35 Jahre nach seiner Gr\u00fcndung hat der Zweckverband Schaalsee-Landschaft (ZSL) gemeinsam mit mehr als 130 G\u00e4sten eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfolgsgeschichte des grenz\u00fcbergreifenden Naturschutzes gefeiert. Mit dabei waren auch Dr. Till Backhaus, Minister f\u00fcr Klimaschutz, Landwirtschaft, l\u00e4ndliche R\u00e4ume und Umwelt, des Landes Mecklenburg-Vorpommern, und Tobias Goldschmidt, Minister f\u00fcr Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein. Ihr gemeinsames Auftreten am Gr\u00fcnen Band unterstrich die besondere Bedeutung der l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit, auf der die Arbeit des ZSL seit seiner Gr\u00fcndung beruht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><b>Das Naturschutzgro\u00dfprojekt \u2013 eine Idee der deutschen Einheit<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Die besondere Bedeutung der Schaalsee-Landschaft f\u00fcr den \u00fcberregionalen Naturschutz wurde fr\u00fch erkannt. So konnten zum Beispiel in den 1970er Jahren hier die letzten Kranichpaare im damaligen Westdeutschland br\u00fcten. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands war dann die Chance gegeben, die einmalige Naturausstattung der Schaalsee-Landschaft l\u00e4nder\u00fcbergreifend zu sch\u00fctzen und f\u00fcr die Naherholung zu entwickeln. Mit Unterst\u00fctzung des Bundes und der L\u00e4nder entstand das erste und damals gr\u00f6\u00dfte grenz\u00fcbergreifend umgesetzte Naturschutzgro\u00dfprojekt von gesamtstaatlich repr\u00e4sentativer Bedeutung. Als Tr\u00e4ger f\u00fcr das Projekt gr\u00fcndeten die damaligen Landkreise Gadebusch, Hagenow und Herzogtum Lauenburg gemeinsam mit dem WWF Deutschland am 1. Januar 1991 den Zweckverband Schaalsee-Landschaft. Die Zusammenarbeit kommunaler Tr\u00e4ger mit dem WWF als private Umweltschutzorganisation war dabei von Beginn an eine Besonderheit und ein Erfolg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Das Projekt \u201eSchaalsee-Landschaft&#8220; geh\u00f6rt mit seinen 33.500 ha Projektgebiet, einem Projektkerngebiet von 14.700 ha zu den f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Naturschutzgro\u00dfprojekten Deutschlands. Von 1991-2009 flossen \u00fcber 26 Millionen Euro in die Region. Zusammen mit den L\u00e4ndern, Kreisen und dem Biosph\u00e4renreservatsamt Schaalsee-Elbe, wurden bisher rund 61% bzw. \u00fcber 8.000 ha der Ziel-Fl\u00e4chen des Naturschutzgro\u00dfprojektes unter Schutz gestellt, 9.300ha als FFH Gebiet und 17.400 ha Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Ein Gro\u00dfteil der Kernzonen des Biosph\u00e4renreservates Schaalsee sind die Eigentumsfl\u00e4chen des ZSL und das Gr\u00fcne Band in MV wird auf knapp 220 ha auf den Eigentumsfl\u00e4chen des ZSL liegen und damit einen gro\u00dfen Teil der Ausweisung als Nationales Naturmonument erm\u00f6glichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><b>Erfolg durch Zusammenarbeit<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Die Bedeutung der l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit zeigte sich auch in der Zusammensetzung der G\u00e4ste. Neben den beiden Umweltministern waren Kathrin Samson (Vorst\u00e4ndin des WWF Deutschland), Landrat Tino Schomann (Landkreis Nordwestmecklenburg), Landrat Dr. Christoph Mager (Kreis Herzogtum Lauenburg), Heike Scholz (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Anke Hollerbach (Biosph\u00e4renreservatsamt Schaalsee-Elbe) sowie zahlreiche B\u00fcrgermeister, Landwirte, J\u00e4ger, Verb\u00e4nde und weitere Partnerinnen und Partner aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg vor Ort.<\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-size: large;\">35 Jahre Zweckverband Schaalsee-Landschaft sind auch ein St\u00fcck deutscher Geschichte. \u00dcber Jahrzehnte verlief hier die innerdeutsche Grenze. Heute geh\u00f6rt diese Landschaft zu einem der bedeutendsten Abschnitte des Gr\u00fcnen Bandes. Wenn man sich vor Augen f\u00fchrt, was in diesen dreieinhalb Jahrzehnten erreicht worden ist, dann wird daraus eine beeindruckende Bilanz f\u00fcr den Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein&#8220;, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus bei der Jubil\u00e4umsfeier.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Die Bilanz griff Tino Schomann, Vorsitzender der Verbandsversammlung des ZSL, in seiner Rede auf: \u201eSeit der Gr\u00fcndung wurden gemeinsam mit zahlreichen Partnern rund 5.000 Hektar Fl\u00e4che f\u00fcr den Naturschutz gesichert, mehr als 800 Hektar Moorfl\u00e4chen wiedervern\u00e4sst, rund 2.200 Hektar Wald einer nat\u00fcrlichen Entwicklung \u00fcberlassen und auf etwa 260 Hektar neuer Wald geschaffen. Mehr als 350 Biotopma\u00dfnahmen wurden gemeinsam mit Partnern umgesetzt. Auf rund 1.800 Hektar Gr\u00fcnland sorgen heute mehr als 60 regionale P\u00e4chter mit extensiver Bewirtschaftung daf\u00fcr, dass artenreiche Weidelandschaften erhalten bleiben. Ein Wegenetz von \u00fcber 50km Wander- und Radwege f\u00fchrt \u00fcber die Eigentumsfl\u00e4chen des ZSL und weitere 150km Wegenetz grenzt unmittelbar an seine Naturschutzfl\u00e4chen an, sodass sie zur Erholung und dem Naturerleben beitragen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Doch der Zweckverband ist l\u00e4ngst \u00fcber den urspr\u00fcnglichen Ansatz als reiner Tr\u00e4ger eines Naturschutzgro\u00dfprojektes hinausgewachsen und zu einer umsetzungsstarken Institution am Gr\u00fcnen Band entwickelt. \u201eDer Zweckverband leistet auch heute noch einen enorm wichtigen, l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Beitrag f\u00fcr den biologischen Klimaschutz und den Schutz unserer Arten entlang des Gr\u00fcnen Bandes&#8220;, sagte Minister Goldschmidt am Rande der Jubil\u00e4umsfeier. Das Verbandsgebiet wurde 2023 bis an die Elbe erweitert. Seit 2024 ist der ZSL Tr\u00e4ger des Projektes \u201eBiotopverbund Schleswig-Holstein an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern&#8220;, mit dem das Gr\u00fcne Band durch Fl\u00e4chenank\u00e4ufe und konkrete Naturschutzma\u00dfnahmen weiter gest\u00e4rkt werden soll. Weitere Drittmittelprojekte sind in der Planung unter anderem um sowohl im Biosph\u00e4renreservat als auch s\u00fcdlich davon bis zur Elbe grenz\u00fcbergreifend L\u00fccken im Biotopverbund und am Nationalen Naturmonument zu f\u00fcllen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><b>Artenvielfalt unter Druck \u2013 der Blick nach vorn<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Dass die Erfolgsgeschichte zugleich eine Verpflichtung f\u00fcr die Zukunft ist, machte der Impulsvortrag des Biologen, Journalisten und Autors Lothar Frenz deutlich. Mit seinem Blick auf Artensterben, Klimawandel und den fortschreitenden Verlust nat\u00fcrlicher Lebensr\u00e4ume zeigte er auf, vor welchen Herausforderungen der Naturschutz heute steht \u2013 und warum der Schutz und die Vernetzung wertvoller Lebensr\u00e4ume wichtiger denn je sind. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">In der anschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion richteten die Teilnehmenden den Blick auf die Zukunft des Gr\u00fcnen Bandes: Wie kann der Biotopverbund weiter gest\u00e4rkt werden? Wo bestehen noch L\u00fccken? Und wie kann Naturschutz auch k\u00fcnftig gemeinsam mit Landwirtschaft, Kommunen, Beh\u00f6rden, Verb\u00e4nden und den Menschen vor Ort gelingen?<\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-size: large;\">Natur macht an L\u00e4ndergrenzen nicht Halt. Was vor 35 Jahren als mutige Idee in einer gerade wiedervereinigten Region begann, ist heute eine gewachsene Struktur, die konkrete Fl\u00e4chen sichert, Lebensr\u00e4ume entwickelt und Menschen zusammenbringt&#8220;, sagte Verbandsvorsteherin Maria Boness. \u201eDie vergangenen 35 Jahre zeigen, was m\u00f6glich ist, wenn Naturschutz langfristig gedacht und gemeinsam getragen wird. Genau daran wollen wir ankn\u00fcpfen. Ich danke allen Partner, die uns bei diesem Ziel unterst\u00fctzen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Die Jubil\u00e4umsfeier klang mit Gespr\u00e4chen an verschiedenen Thementischen und regionalen Speisen in entspannter Atmosph\u00e4re aus. Dabei wurde deutlich: Das Gr\u00fcne Band ist l\u00e4ngst mehr als eine Erinnerung an die deutsche Teilung. Es ist ein lebendiger Verbund wertvoller Lebensr\u00e4ume \u2013 und eine gemeinsame Aufgabe f\u00fcr die Zukunft.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lassahn (pm). 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