{"id":85717,"date":"2026-08-11T06:45:32","date_gmt":"2026-08-11T05:45:32","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=85717"},"modified":"2026-08-11T06:46:14","modified_gmt":"2026-08-11T05:46:14","slug":"ein-stueck-athen-bleibt-frauke-eiben-zurueck-in-luebeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/08\/11\/ein-stueck-athen-bleibt-frauke-eiben-zurueck-in-luebeck\/","title":{"rendered":"Ein St\u00fcck Athen bleibt: Frauke Eiben zur\u00fcck in L\u00fcbeck\u2028"},"content":{"rendered":"<p><strong>L\u00fcbeck\/Athen (pm).<\/strong> Zehn Monate lang war Athen ihr Zuhause. Nun ist Frauke Eiben zur\u00fcck in L\u00fcbeck. Die ehemalige Pr\u00f6pstin des Kirchenkreises L\u00fcbeck-Lauenburg hat als Pastorin die deutschsprachige evangelische Gemeinde in der griechischen Hauptstadt begleitet \u2013 mit Gottesdiensten, Taufen, Trauungen, Beerdigungen und vielen Begegnungen. Die R\u00fcckkehr nach Norddeutschland f\u00fchlt sich f\u00fcr sie noch ungewohnt an.<\/p>\n<p>\u201eIch habe mich sehr auf Zuhause gefreut. Auf meine Familie, Freundinnen und Freunde und auf meinen Garten\u201c, erz\u00e4hlt Eiben. Doch ganz angekommen sei sie noch nicht. \u201eJetzt bin ich in der dritten Woche wieder hier und merke, dass es ein wenig Zeit braucht. Es f\u00fchlt sich noch irgendwie dazwischen an.\u201c<\/p>\n<p>Die deutschsprachige evangelische Gemeinde in Athen ist eine kulturell offene Gemeinschaft. Menschen aus Deutschland, Griechenland und G\u00e4ste aus weiteren L\u00e4ndern kommen dort zusammen. F\u00fcr Frauke Eiben wurde gerade diese Vielfalt zu einer der pr\u00e4gendsten Erfahrungen ihres Aufenthalts.<\/p>\n<p><strong>\u201cMein Wunsch hat sich erf\u00fcllt\u201d<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMein Wunsch, vor allem f\u00fcr Gottesdienste, Kasualien und Seelsorge zust\u00e4ndig zu sein, hat sich erf\u00fcllt\u201c, sagt sie. \u201eEs hat mir gro\u00dfe Freude gemacht, beinahe an jedem Sonntag auf der Kanzel zu stehen.\u201c Besonders bereichernd sei die interkulturelle Arbeit gewesen. \u201eBei Taufen, Trauungen und Beerdigungen war die Gemeinde oft sehr gemischt \u2013 griechisch, englisch, spanisch, niederl\u00e4ndisch, deutsch oder italienisch. Das braucht mitunter Kreativit\u00e4t, ist aber immer spannend. Ich habe dabei selbst unglaublich viel gelernt.\u201c<\/p>\n<p>Auch pers\u00f6nlich blickt die Theologin auf eine intensive Zeit zur\u00fcck. Zum ersten Mal lebte sie \u00fcber einen so langen Zeitraum allein im Ausland. \u201eIch habe gemerkt, dass ich alleine gut zurechtkomme. Aber ich habe auch festgestellt, dass es sch\u00f6ner ist, wenn die Familie in Rufweite ist.\u201c Umso mehr habe sie sich \u00fcber Besuch aus Deutschland gefreut. \u201eJeder Besuch war etwas Besonderes. Es hat mir gro\u00dfe Freude gemacht, meine Lieblingsorte in Athen mit anderen zu teilen.\u201c<\/p>\n<p>Nachhaltig bewegt haben sie vor allem die Geschichten vieler Gemeindemitglieder. \u201eViele Frauen sind vor Jahrzehnten der Liebe wegen nach Griechenland gegangen und haben einen Griechen geheiratet. Heute leben sie mit zwei Identit\u00e4ten. Das ist eine gro\u00dfe Bereicherung, brachte aber auch Entbehrungen mit sich.\u201c Diese Lebensgeschichten h\u00e4tten sie tief beeindruckt. Ebenso habe sie die soziale Not in der Millionenstadt nicht losgelassen. \u201eEs gibt Menschen, die in Athen gestrandet sind und Hilfe brauchen. Papiere, Essen, Trinken oder finanzielle Unterst\u00fctzung. Eine kleine Kirchengemeinde kann nicht alle Not lindern. Aber sie tut das, was sie kann. Das finde ich wunderbar.\u201c Als Herausforderung beschreibt Eiben die Beziehungen zur orthodoxen Kirche. \u201eDie Zusammenarbeit war schwer.\u201c Gleichzeitig hebt sie die \u00f6kumenischen Kontakte zu den protestantischen Gemeinden hervor. \u201eEs gibt ein wunderbares Netzwerk. Das war f\u00fcr mich eine sehr positive Erfahrung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ich blicke anders auf Griechenland<\/strong><\/p>\n<p>Ob Athen sie ver\u00e4ndert hat? Die Antwort f\u00e4llt ihr schwer. \u201eVielleicht. Aber so genau kann ich das noch nicht sagen.\u201c Sicher sei jedoch, dass sie heute anders auf Griechenland blickt. \u201eIch h\u00f6re die Nachrichten von dort viel aufmerksamer \u2013 gerade jetzt mit der Sorge um die Waldbr\u00e4nde.\u201c Au\u00dferdem lernt Frauke Eiben weiterhin Griechisch. \u201eEinmal in der Woche habe ich Unterricht. Das m\u00f6chte ich unbedingt fortsetzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201cEs sind Freundschaften entstanden\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Ganz verabschieden m\u00f6chte sie sich von Athen ohnehin nicht. \u201eIch werde die Gemeinde auf jeden Fall wieder besuchen. Es sind Freundschaften entstanden.\u201c Gleichzeitig hofft sie auf Gegenbesuch in L\u00fcbeck. Besonders w\u00fcrde sie sich freuen, den Kirchenmusiker Christos Paraskevopoulos wiederzusehen. \u201eEr ist ein gro\u00dfer Buxtehude-Fan. F\u00fcr ihn w\u00e4re es das Gr\u00f6\u00dfte, einmal auf der Orgel von St. Marien zu spielen. Wer wei\u00df, vielleicht klappt das ja.\u201c<\/p>\n<p>Gefragt danach, ob die Kirche in Deutschland etwas von der Gemeinde in Athen lernen k\u00f6nne, muss Frauke Eiben nicht lange \u00fcberlegen. \u201eSo viele Unterschiede gibt es eigentlich gar nicht. Aber vielleicht k\u00f6nnen wir uns ein St\u00fcck der selbstverst\u00e4ndlichen interkulturellen Offenheit und ein wenig griechische Lockerheit abschauen.\u201c<\/p>\n<p>Und obwohl sie froh ist, wieder in L\u00fcbeck zu sein, gibt es Dinge, die ihr fehlen. \u201eIch vermisse den Wochenmarkt mit dem wunderbaren Gem\u00fcse und dem Obst, das nach Sonne schmeckt. Ich vermisse den Blick von meinem Balkon auf die morgendliche Stadt und den Lykabettos-Berg.\u201c Vor allem aber seien es die Menschen, an die sie oft denke. \u201eViele sind mir in diesen zehn Monaten ans Herz gewachsen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcbeck\/Athen (pm). Zehn Monate lang war Athen ihr Zuhause. Nun ist Frauke Eiben zur\u00fcck in L\u00fcbeck. 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