{"id":85424,"date":"2026-07-30T04:29:06","date_gmt":"2026-07-30T03:29:06","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=85424"},"modified":"2026-07-29T11:06:37","modified_gmt":"2026-07-29T10:06:37","slug":"geesthacht-hinweise-zum-umgang-mit-wespen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/07\/30\/geesthacht-hinweise-zum-umgang-mit-wespen\/","title":{"rendered":"Geesthacht: Hinweise zum Umgang mit Wespen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Geesthacht (pm).\u00a0<\/strong>Ein leises Summen, dazu das Gef\u00fchl einer leichten Ber\u00fchrung am Arm &#8211; Wespen in direkter N\u00e4he l\u00f6sen bei vielen Personen gro\u00dfen Stress aus. Aktuell sind die Insekten auch im Geesthachter Stadtgebiet vermehrt unterwegs. Denn viele Arten sind beim Nestbau oder haben diesen bereits abgeschlossen und sind nun auf Futtersuche f\u00fcr ihre Brut.<\/p>\n<p>Auch beim Fachdienst Umwelt der Geesthachter Stadtverwaltung kommt das Thema Wespen in diesen Tagen h\u00e4ufiger auf den Tisch &#8211; denn wenn sich Wespen in \u00f6ffentlichen Bereichen niederlassen, die von vielen Personen genutzt werden, schaut die Stadtverwaltung ganz genau hin. Wir erkl\u00e4ren, was mit Nestern an unliebsamen Orten geschieht und geben Hinweise auf den besten Umgang mit Wespen.<\/p>\n<p>Vorab: Panik ist sicher die falsche Reaktion. Aber was ist zu tun, wenn Wespen da sind?<\/p>\n<p>Das oberste Ziel ist: Ruhe bewahren. Sich vor den Insekten sch\u00fctzen &#8211; Fliegengitter sind das Mittel der Wahl. &#8222;Nicht nach den Tieren schlagen, keine Limo ohne Trinkhalm. Manche sagen, dass Ablenkungsf\u00fctterungen, zum Beispiel ein Teller mit Zuckerwasser, in einiger Entfernung helfen. Das ist denkbar, aber einige Tiere werden dennoch den Weg zum Pflaumenkuchen finden. Und wenn es die Wespen von den \u00fcbern\u00e4chsten Nachbarsleuten sind. Die haben ganz bestimmt auch welche, nur haben sie die Nester noch nicht entdeckt&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Willi M\u00fcller. Er ist Fachberater f\u00fcr staatenbildende Insekten und ber\u00e4t die Stadtverwaltung Geesthacht im Umgang mit Wespen und Co. &#8222;Im Hochsommer m\u00fcssen die Tiere fr\u00fch raus und kommen erst in der Abendd\u00e4mmerung zur\u00fcck. Das sind Tageszeiten, zu denen wir Menschen unser Licht einschalten. Die Tiere fliegen dann in das Licht und kommen so in die Innenr\u00e4ume. Also Licht an, und Fenster zu, in der D\u00e4mmerung. Wenn sie schon drinnen sind, dann umgekehrt. Licht aus, und die Fenster weit ge\u00f6ffnet.&#8220;<\/p>\n<p>Wer ein Nest bei sich entdeckt hat, kann versuchen die Tiere vom eigenen Bewegungsraum wegzuleiten. Daf\u00fcr kann beispielsweise ein Sonnenschirm so positioniert werden, dass die Tiere aus ihrem Einflugloch nach oben oder zur Seite fliegen m\u00fcssen. &#8222;Aber die Tiere brauchen ein bis zwei Tage, um sich daran zu gew\u00f6hnen&#8220;, sagt Dr. Willi M\u00fcller. Klappt das nicht, k\u00f6nnen Fachleute zum Umsiedeln des Nestes beraten. Und genau das war diesen Sommer auch schon am Sportplatz in Gr\u00fcnhof-Tesperhude angezeigt. Dort hatten S\u00e4chsische Wespen sich einen Holzbalken unter einem Dach\u00fcberstand als Nistplatz ausgesucht. Das Nest wurde umgesiedelt, weil der Bereich von vielen Freizeitsportlerinnen und -sportlern genutzt wird.<\/p>\n<p>2025 hatten Hornissen sich eine der Tischtennisplatten am Menzer-Werft-Platz als Domizil erw\u00e4hlt. Unterhalb der Spielplatte hing ein stattliches grau-braunes Nest von etwa 20 Zentimetern. Eine Fachfirma wurde mit der Umsiedlung des Nestes beauftragt. Auch ein Nest der Gemeinen Wespe, das sich im Boden auf dem Menzer-Werft-Platz zwischen dem Strandweg und der Dirt-Bike-Strecke neben einer metallenen Sitzbank befand, wurde im Juli 2025 umgesiedelt. Bei Hornissennestern wird zwischen der Europ\u00e4ischen Hornisse und der Asiatischen Hornisse unterschieden. Die Asiatische Hornisse ist eine eingewanderte invasive Art, die von den Naturschutz\u00e4mtern bek\u00e4mpft wird. In Schleswig-Holstein wurden bislang nur wenige Nester gemeldet.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Hornisse dagegen ist gesetzlich streng gesch\u00fctzt. Deshalb wird zun\u00e4chst ebenfalls versucht, die Tiere zu schonen und wenn erforderlich umzusiedeln. &#8222;Grunds\u00e4tzlich sind Hornissen friedlich und nicht aggressiv. Ein Hornissenstich stellt in der Regel keine besondere Gefahr dar, denn das Hornissengift ist nicht toxischer als das von Bienen&#8220;, sagt Vanessa \u00c1lvarez vom Fachdienst Umwelt des Geesthachter Rathauses. Eine Fachfirma wurde mit der Umsiedlung des Nestes beauftragt. Auch ein Nest der Gemeinen Wespe, das sich im Boden auf dem Menzer-Werft-Platz zwischen dem Strandweg und der Dirt-Bike-Strecke neben einer metallenen Sitzbank befand, wurde im Juli 2025 umgesiedelt.<\/p>\n<p>&#8222;Wir werden noch bis in den September\/Oktober mit Wespen- und Hornissennestern zu tun haben. Im Herbst verlassen die befruchteten K\u00f6niginnen das Nest und das Volk stirbt ab. Das Nest wird im n\u00e4chsten Jahr nicht wieder besiedelt und kann dann gefahrlos selbst beseitigt werden. Grunds\u00e4tzlich freuen wir uns, wenn die Insekten sich in Geesthacht wohlf\u00fchlen &#8211; das ist ja auch ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Tiere bei uns einen intakten Lebensraum vorfinden, was unser Ziel ist. Wenn die Insekten aber in stark genutzten, \u00f6ffentlichen Bereichen ihre Nester bauen, m\u00fcssen wir uns das anschauen und gemeinsam mit weiteren Fachleuten die Situation bewerten&#8220;, sagt Vanessa \u00c1lvarez.<\/p>\n<p>Wer Wespen- oder Hornissennester im \u00f6ffentlichen Raum entdeckt, melde diese unter <a href=\"mailto:umwelt@geesthacht.de\">umwelt@geesthacht.de<\/a> oder 04152 13336. Wichtig f\u00fcr die Einordnung: Hornissen, Hummeln und Wespen stehen unter besonderem Schutz. Ein bewohntes Nest zu entfernen, ist darum nicht nur wegen der Verletzungsgefahr nicht zu empfehlen &#8211; wer diese Insekten einf\u00e4ngt, t\u00f6tet oder auf eigene Faust ein Nest entfernt, kann mit Bu\u00dfgeldern belangt werden.<\/p>\n<p>Und: Auch die stechenden Insekten erf\u00fcllen ihre Rolle im Naturkreislauf. Wespen ern\u00e4hren ihre Brut unter anderem von Fliegen, M\u00fccken, Blattl\u00e4usen, Motten und Raupen. Zudem tragen sie zur Best\u00e4ubung von Pflanzen bei.<\/p>\n<p>Wer gestochen wird, sollte die betroffene Stelle k\u00fchlen. Zu Medikamenten, die den Schmerz lindern, beraten Mitarbeitende von Apotheken und \u00c4rzte. Besondere Vorsicht gilt bei Allergikern, Kleinkindern, Schwangeren sowie Stichen in den Hals.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geesthacht (pm).\u00a0Ein leises Summen, dazu das Gef\u00fchl einer leichten Ber\u00fchrung am Arm &#8211; Wespen in direkter N\u00e4he l\u00f6sen bei vielen Personen gro\u00dfen Stress aus. Aktuell sind die Insekten auch im Geesthachter Stadtgebiet vermehrt unterwegs. Denn viele Arten sind beim Nestbau oder haben diesen bereits abgeschlossen und sind nun auf Futtersuche f\u00fcr ihre Brut. 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