{"id":84815,"date":"2026-07-11T05:47:12","date_gmt":"2026-07-11T04:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=84815"},"modified":"2026-07-10T10:47:56","modified_gmt":"2026-07-10T09:47:56","slug":"fuer-mehr-artenvielfalt-auf-aeckern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/07\/11\/fuer-mehr-artenvielfalt-auf-aeckern\/","title":{"rendered":"F\u00fcr mehr Artenvielfalt auf \u00c4ckern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gudow (pm).<\/strong> Wie man selten gewordene Ackerwildkr\u00e4uter auf landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen besser erhalten und f\u00f6rdern kann, erprobt derzeit das neue Modellprojekt \u201eGemeinschaftlicher Ackerwildkrautschutz\u201c, das das MEKUN im Rahmen der Landes-Biodiversit\u00e4tsstrategie \u201eKurs Natur 2030\u201c f\u00f6rdert. Am Montag, 6. Juli informierte sich Naturschutz-Staatssekret\u00e4rin Katja G\u00fcnther bei einem Feldgespr\u00e4ch auf dem Hof der Familie Ahlers bei Gudow \u00fcber das innovative Projekt, das vom Deutschen Verband f\u00fcr Landschaftspflege (DVL) gemeinsam mit den Lokalen Aktionen landesweit umgesetzt wird. Das dreij\u00e4hrige Vorhaben hat zum Ziel, zusammen mit landwirtschaftlichen Betrieben auf freiwilliger Basis neue und praxistaugliche Ans\u00e4tze f\u00fcr den Erhalt ackerwildkrautreicher Ackerfl\u00e4chen zu erproben.<\/p>\n<p>Naturschutz-Staatssekret\u00e4rin Katja G\u00fcnther: \u201eFr\u00fcher waren \u00c4cker bunte Fl\u00e4chen mit einer Vielfalt bl\u00fchender Pflanzen. Doch heute z\u00e4hlen Ackerwildkr\u00e4uter, nach Jahrzehnten intensiver Bewirtschaftung, bundesweit zu den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Artengruppen. Dies hat auch negative Auswirkungen auf die Tierwelt, weil Ackerwildpflanzen die Nahrungsquelle f\u00fcr zahlreiche Insekten bilden und diese wiederum f\u00fcr Feldv\u00f6gel und weitere Tierarten der Feldflur \u00fcberlebenswichtig sind. Das Modellprojekt wird hier wichtige Erkenntnisse liefern: Gef\u00e4hrdete Ackerwildkr\u00e4uter profitieren von einer ehemals weit verbreiteten extensiven Nutzung von Ackerfl\u00e4chen. Diese Art der Bewirtschaftung hilft, die urspr\u00fcnglich hohe und besondere Artenvielfalt unserer \u00c4cker zu erhalten. Das Modellprojekt leistet mit der Erprobung und Evaluierung entsprechender neuer F\u00f6rderma\u00dfnahmen f\u00fcr ackerwildkrautreiche \u00c4cker daher einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung unsere Landes-Biodiversit\u00e4tsstrategie\u201c, sagte Katja G\u00fcnther.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Austausch mit den teilnehmenden Landwirten. Gemeinsam wurden Erfahrungen aus der Praxis diskutiert und M\u00f6glichkeiten er\u00f6rtert, wie sich landwirtschaftliche Produktion und die Biodiversit\u00e4tsziele k\u00fcnftig noch besser miteinander verbinden lassen. Das Modellprojekt setzt hierbei auf eine enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Im Fokus stehen Ma\u00dfnahmen, die sich in die betriebliche Praxis einf\u00fcgen und gleichzeitig g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr konkurrenzschwache und seltene Ackerwildkr\u00e4uter schaffen. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise nicht ged\u00fcngte Getreidebest\u00e4nde mit doppelten Reihenabst\u00e4nden, in denen zus\u00e4tzlich auf eine Beikrautbek\u00e4mpfung verzichtet wird.<\/p>\n<p>Welche Ma\u00dfnahmen besonders ackerwildkrautfreundlich sind und welche Ackerwildkrautarten eine besonders zentrale Funktion f\u00fcr das \u00d6kosystem haben, stellten Projektleiter Matthias B\u00f6ldt vom Deutschen Verband f\u00fcr Landschaftspflege und Pflanzenexperte Dr. Sven Wehke vor. Zu den Arten, die von der angepassten Bewirtschaftung profitieren und heute vielerorts verschwunden sind, z\u00e4hlen beispielsweise der \u201eL\u00e4mmersalat\u201c und das \u201eKahle Ferkelkraut\u201c, zwei charakteristische Arten f\u00fcr n\u00e4hrstoffarme Ackerstandorte, die auf den Projektfl\u00e4chen noch vorkommen und \u00fcber die Projektma\u00dfnahmen exemplarisch gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p><strong>Modellprojekt: Das \u00f6kologische Ergebnis z\u00e4hlt<\/strong><\/p>\n<p>Um einen tats\u00e4chlichen \u00f6kologischen Nutzen zu erzielen, setzt eine F\u00f6rderma\u00dfnahme des neuen Projekts den Nachweis charakteristischer Pflanzenarten auf den Fl\u00e4chen voraus \u2013 und nicht wie bei klassischen F\u00f6rderma\u00dfnahmen, dass bestimmte Vertragsauflagen eingehalten werden. Dieser neue Ansatz r\u00fcckt damit das \u00f6kologische Ergebnis st\u00e4rker in den Mittelpunkt und erleichtert den teilnehmenden Betrieben gleichzeitig die praktische Umsetzung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Erprobung der Kennartenma\u00dfnahme hat der DVL in diesem Jahr erstmals landesweit zu einem Ackerwildkrautwettbewerb aufgerufen, an dem bereits 23 Betriebe teilnehmen. \u201eDer Schutz und die F\u00f6rderung der biologischen Vielfalt auf unseren Betriebsfl\u00e4chen sind uns schon immer wichtig. Die Teilnahme an dem Ackerwildkrautprojekt ist demzufolge f\u00fcr uns logische Konsequenz.\u201c, sagt Landwirt Henrik Ahlers, der auch mit einer Hoffl\u00e4che an dem Wettbewerb teilnimmt, dessen Ergebnisse nach Abschluss der noch laufenden Ackerkartierungen durch den DVL ausgewertet und mitgeteilt werden.<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse, die im Rahmen des Modellprojekts \u201eGemeinschaftlicher Ackerwildkrautschutz\u201c gewonnen werden, sollen in die Weiterentwicklung zuk\u00fcnftiger F\u00f6rderangebote des Landes einflie\u00dfen. Damit leistet das Vorhaben einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Landesbiodiversit\u00e4tsstrategie und zeigt, wie durch kooperativen Naturschutz mit der Landwirtschaft gemeinsam L\u00f6sungen gefunden werden k\u00f6nnen, um die Artenvielfalt zu erhalten und zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu dem Modellprojekt inklusive einer Darstellung der Ma\u00dfnahmen finden sich unter:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.schleswig-holstein.dvl.org\/themen-leistungen\/gemeinschaftlicher-ackerwildkrautschutz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.schleswig-holstein.dvl.org\/themen-leistungen\/gemeinschaftlicher-ackerwildkrautschutz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gudow (pm). 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