{"id":84608,"date":"2026-07-02T04:43:51","date_gmt":"2026-07-02T03:43:51","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=84608"},"modified":"2026-07-01T10:49:18","modified_gmt":"2026-07-01T09:49:18","slug":"land-und-kliniken-arbeiten-gemeinsam-an-umsetzung-der-krankenhausreform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/07\/02\/land-und-kliniken-arbeiten-gemeinsam-an-umsetzung-der-krankenhausreform\/","title":{"rendered":"Land und Kliniken arbeiten gemeinsam an Umsetzung der Krankenhausreform"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Das Gesundheitsministerium informiert fortlaufend zur Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform in Schleswig-Holstein, unter anderem im Sozialausschuss und in zahlreichen Medieninformationen (schleswig-holstein.de \u2013 Krankenh\u00e4user). Gestern (01.07.) berichtete Gesundheitsministerin von der Decken Medien im Pressegespr\u00e4ch zum derzeitigen Umsetzungsstand nach Abschluss der ersten Runde der Regionalgespr\u00e4che mit den Kliniken. <\/p>\n<p>Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken erl\u00e4utert: \u201eEs ist noch ein l\u00e4ngerer Weg, bis die Kliniken Ende 2026 verbindlich die jeweiligen Leistungsgruppen per Bescheid zugewiesen bekommen und damit die zuk\u00fcnftigen medizinischen Angebote im Einzelnen feststehen. Auf Basis des bundesgesetzlichen Rahmens und der eingereichten Antr\u00e4ge lassen sich jedoch bereits jetzt grunds\u00e4tzliche voraussichtliche Klinikstrukturen f\u00fcr Schleswig-Holstein ableiten. Wir informieren daher fortlaufend, um eine fr\u00fchzeitige und gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Transparenz sowie Planungssicherheit zu erreichen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Kliniken, der Krankenhausgesellschaft sowie den Landesverb\u00e4nden der Krankenkassen und Ersatzkassen die bundesweiten Vorgaben bestm\u00f6glich mit der Versorgungssicherheit im Land in Einklang zu bringen. F\u00fcr die fortlaufende und konstruktive Zusammenarbeit danke ich allen Beteiligten herzlich&#8220;.<\/p>\n<p>Kernpunkte der Reform<\/p>\n<p>Bislang lag die Krankenhausplanung ausschlie\u00dflich in den H\u00e4nden der L\u00e4nder, und Krankenh\u00e4user erhielten ihre Versorgungsauftr\u00e4ge vor allem \u00fcber Bettenzahlen und Fachabteilungen. Dieses System wird ab dem 1. Januar 2027 durch bundesweit einheitliche Planungsvorgaben auf der Basis von 61 Leistungsgruppen ersetzt. Bisher waren die ausgewiesenen Betten lediglich grob definierten Fachabteilungen zugeordnet. K\u00fcnftig ist unter anderem die Erf\u00fcllung konkreter personeller, technischer und struktureller Anforderungen Voraussetzung, damit eine Klinik eine Leistungsgruppe erh\u00e4lt und die entsprechende Leistung anbieten kann. Ein Ziel der Krankenhausreform ist es, die begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen m\u00f6glichst zielgerichtet einzusetzen und die Qualit\u00e4t der Behandlungen zu erh\u00f6hen. \u201ePatientinnen und Patienten sind bereit, weitere Wege f\u00fcr spezialisierte Leistungen zur\u00fcckzulegen. Daneben ben\u00f6tigen wir weiterhin eine funktionierende Grund- und Notfallversorgung in der Fl\u00e4che&#8220;, so Ministerin von der Decken.<\/p>\n<p>Stand des Verfahrens<\/p>\n<p>Die erste Runde der Regionalgespr\u00e4che mit den Kliniken in den sechs Versorgungsregionen in Schleswig-Holstein (siehe Karte unten) ist erfolgreich abgeschlossen. Die Kliniken hatten Ende 2025 rund 850 Antr\u00e4ge auf Zuweisung von Leistungsgruppen gestellt. Bis Ende Juli 2026 pr\u00fcft der Medizinische Dienst Nord (MD Nord), ob die Kliniken die durch den Bund festgelegten Voraussetzungen f\u00fcr die Erf\u00fcllung der einzelnen Leistungsgruppen erf\u00fcllen. Die Ergebnisse werden anschlie\u00dfend vom Ministerium unter Ber\u00fccksichtigung der Leistungsdaten der Kliniken aus dem Jahr 2025 weiter gepr\u00fcft und die begonnenen Gespr\u00e4che mit den Kliniken in einer zweiten Runde von Regionalgespr\u00e4chen fortgef\u00fchrt. Der Austausch mit den Kliniken wird erg\u00e4nzt um Gespr\u00e4che mit den Landesverb\u00e4nden der Kranken- und Ersatzkassen. In Regio\u00adnalkonferenzen sollen ab Herbst 2026 die bis dahin vorliegenden Ergebnisse mit weiteren Beteiligten auch aus den Kommunen in den sechs Versorgungsregionen vorgestellt und erl\u00e4utert werden. Aber auch zu diesem Zeitpunkt wird das Verfahren sowohl inhaltlich als auch formell noch nicht abgeschlossen sein. Die Bescheide \u00fcber eine Zuweisung beantragter Leistungsgruppen werden den Kliniken im Dezember 2026 \u00fcbermittelt. M\u00f6gliche \u00dcbergangsregelungen f\u00fcr Standorte, denen k\u00fcnftig keine Leistungsgruppe oder aber nicht alle beantragten Leistungsgruppen zugewiesen werden k\u00f6nnen, sollen in gemeinsamen Gespr\u00e4chen u.a. mit den Landesverb\u00e4nden der Kranken- und Ersatzkas\u00adsen gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Klinikstruktur in Schleswig-Holstein<\/p>\n<p>\u201eAuch in Schleswig-Holstein wird es zu Anpassungen sowie zu einer st\u00e4rkeren Spezialisierung und Schwerpunktbildung kommen. Wir k\u00f6nnen dabei auf einer bew\u00e4hrten Klinikstruktur aufbauen, die zum Teil bereits in der Vergangenheit Entwicklungen durchlaufen hat, die den Zielen der Reform entsprechen.&#8220;, so Ministerin von der Decken. In dem gemeinsamen Planungsprozess mit den Kliniken liegt ein Fokus auf den Besonderheiten Schleswig-Holsteins \u2013 einem Land mit Fl\u00e4chen, Inseln und Halligen, einer Hochseeinsel sowie Grenzen zu D\u00e4nemark und zur Metropolregion Hamburg. Die Rolle einer jeden Klinik ist daher sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen. \u201eWir wollen die wohnortnahen Leistungen der Grund- und Basisnotfallversorgung m\u00f6glichst st\u00e4rken und komplexe, personalintensive Leistungen dort b\u00fcndeln, wo sie auch dauerhaft routiniert und in der hierf\u00fcr erforderlichen Qualit\u00e4t erbracht werden k\u00f6nnen.&#8220;, betont die Ministerin. <\/p>\n<p>Als Planungsgrundlage wurden sechs Versorgungsregionen f\u00fcr Schleswig-Holstein erarbeitet (siehe Karte unten), die nicht nur geografische oder Verwaltungsgrenzen einbeziehen, sondern ma\u00dfgeblich auf tats\u00e4chlichen Patientenstr\u00f6men basieren. Dadurch soll die Krankenhausplanung die reale Versorgungssituation im Land m\u00f6glichst bedarfsgerecht abbilden. ( Hintergrund: https:\/\/www.schleswig-holstein.de\/DE\/landesregierung\/ministerien-behoerden\/II\/Presse\/PI\/2026\/Gesundheit\/260212_Info_Krankenhausreform )<\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftige Planungssystematik<br \/>\nDie medizinischen Leistungen werden k\u00fcnftig auf Basis der bundeseinheitlichen Leistungsgruppen zugeordnet werden. F\u00fcr jede Leistungsgruppe wird festgelegt, auf welcher Ebene sie mindestens ein Mal vorgehalten werden muss:<\/p>\n<p>Kreisebene<br \/>\nLeistungen der Grund- und der Basisnotfallversorgung, die m\u00f6glichst wohnortnah erreichbar sein m\u00fcssen. Hierzu geh\u00f6ren etwa die Allgemeine Innere Medizin und die Geriatrie.<\/p>\n<p>Versorgungsregionsebene<br \/>\nLeistungen der Notfallversorgung sowie spezialisierte Leistungen, die in jeder Versorgungsregion mindestens einmal vorhanden sein m\u00fcssen. Dazu z\u00e4hlen unter anderem die Geburtshilfe, die Kinderheilkunde und Stroke Units.<br \/>\nLandesebene<br \/>\nHochspezialisierte Leistungen, die mindestens an einem Standort im Land erbracht werden m\u00fcssen. Beispiele sind die Herzchirurgie oder komplexe Krebsoperationen.<\/p>\n<p>L\u00e4nder\u00fcbergreifende Ebene<br \/>\nSehr seltene und hochkomplexe Leistungen, die gemeinsam mit anderen L\u00e4ndern geplant werden k\u00f6nnen, da sie sehr geringe Fallzahlen aufweisen und h\u00f6chst komplex sind. Dazu z\u00e4hlen insbesondere seltene Transplantationsleistungen.<\/p>\n<p><strong>Ausblick Klinikstruktur<\/strong><\/p>\n<p>Grundz\u00fcge somatische Versorgung, Planungsstand 07\/2026<\/p>\n<p>Nachfolgend dargestellt sind die geplanten Grundz\u00fcge der k\u00fcnftigen somatischen Versorgung in den einzelnen Versorgungsregionen, basierend auf den bundesgesetzlichen Rahmenvorgaben, soweit diese derzeit bereits absehbar sind. Dieser Verfahrensstand ist nicht vollst\u00e4ndig und beinhaltet nicht alle Krankenhausstandorte, denn Details bzw. die vollst\u00e4ndigen Planungen werden erst im Zuge des weiteren Verfahrens in Abstimmung mit den Kliniken und unter Ber\u00fccksichtigung u.a. der Pr\u00fcfungsergebnisse des MD Nord erarbeitet. Im Laufe des Verfahrens k\u00f6nnen sich \u00c4nderungen ergeben. Das Ministerium informiert, wie angek\u00fcndigt und nach Abstimmung mit den Kliniken, jedoch bewusst transparent und fortlaufend w\u00e4hrend des andauernden Verfahrens \u2013 auch vor dem Hintergrund des Informationsbedarfes in den Versorgungsregionen.<\/p>\n<p>Versorgungsregion West<\/p>\n<p>Ausblick Grundz\u00fcge somatische Versorgung, Planungsstand 07\/2026<\/p>\n<p>Die Versorgungsregion West mit den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen sowie der Insel Helgoland ist in besonderer Weise durch ihre K\u00fcsten- und Insellagen gepr\u00e4gt. Die leistungsstarken Krankenh\u00e4user in Heide und in Husum bilden den Kern der hochkomplexen medizinischen Versorgung in der Region.<\/p>\n<p>Das Westk\u00fcstenklinikum (WKK) in Heide soll gezielt in seiner Rolle als medizinischer Schwerpunktstandort gest\u00e4rkt werden und zentrale Aufgaben in der komplexen station\u00e4ren Versorgung \u00fcbernehmen. Der zweite WWK-Standort in Brunsb\u00fcttel soll seiner bereits bestehenden Vorreiterrolle entsprechend zu einem sektoren\u00fcbergreifenden Versorger weiterentwickelt werden. Diese neue Versorgungsform ist ein Krankenhaus, das ein langj\u00e4hriges Ziel der Gesundheitspolitik umsetzt, indem es die Br\u00fccke zum ambulanten Bereich und zur Pflege schl\u00e4gt sowie entsprechende Synergien nutzt.<\/p>\n<p>Auch das Klinikum Nordfriesland in Husum soll konsequent weiterentwickelt werden. Der geplante Klinikneubau bietet dabei die Chance, moderne Versorgungsstrukturen zu schaffen und medizinische Kompetenzen zukunftsfest auszubauen.<\/p>\n<p>Die station\u00e4re Versorgung in der n\u00f6rdlichen Region soll auch zuk\u00fcnftig durch die Krankenh\u00e4user in Nieb\u00fcll, auf Sylt und auf F\u00f6hr komplettiert werden. Die Inselstandorte sollen weiterhin eine wichtige Funktion f\u00fcr die regionale Grundversorgung wahrnehmen. Die Standorte auf F\u00f6hr und auch auf Helgoland sollen dazu passgenau zu sektoren\u00fcbergreifenden Versorgern weiterentwickelt werden, die den jeweiligen geografischen Rahmenbedingungen und den Bedarfen vor Ort verl\u00e4sslich Rechnung tragen.<\/p>\n<p>Im Bereich der planbaren Eingriffe der Endoprothetik (Fachrichtung zum operativen Einsatz k\u00fcnstlicher Gelenke) wird es unter Ber\u00fccksichtigung der weiteren Pr\u00fcfergebnisse zu einer Auswahlentscheidung zwischen dem Klinikum Nordfriesland Standort in Husum und der Klinik Dr. Winkler kommen, u.a. da diese nur wenige hundert Meter auseinander liegen.<\/p>\n<p>Versorgungsregion S\u00fcd-West<\/p>\n<p>Ausblick Grundz\u00fcge somatische Versorgung, Planungsstand 07\/2026<\/p>\n<p>Die Versorgungsregion S\u00fcd-West umfasst die Kreise Pinneberg und Steinburg sowie mit Norderstedt einen Teil des Kreises Segeberg. Sie ist von der unmittelbaren N\u00e4he zum Hamburger Stadtgebiet und vom Kontrast zu sehr l\u00e4ndlichen Regionen gepr\u00e4gt, in denen leistungsf\u00e4hige regionale Versorgungsstrukturen von zentraler Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Ein besonderer Fokus liegt auf dem Klinikum Itzehoe als zentralem Anker der medizinischen Versorgung in der Region, das eine wichtige Rolle in der umfassenden Notfallversorgung einnimmt. Ziel ist es, diese starke Versorgungsfunktion langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt wird die Versorgungslandschaft durch die Standorte der Regio Kliniken in Pinneberg und Elmshorn. Mit dem in Pinneberg geplanten Zentralklinikum soll die gezielte St\u00e4rkung von Standorten fortgesetzt werden. Bis zur Realisierung dieses Zukunftsprojekts m\u00fcssen beide Standorte verl\u00e4sslich und leistungsf\u00e4hig aufgestellt werden, insbesondere auch in der Notfallversorgung. Gleichzeitig bietet die Phase bis zum Neubau die Chance, die unterschiedlichen Rollen der beiden Standorte zu sch\u00e4rfen, Doppelstrukturen abzubauen und somit die bestm\u00f6gliche Grundvoraussetzung f\u00fcr das Zentralklinikum zu schaffen.<\/p>\n<p>Der Standort Norderstedt der Segeberger Kliniken (Kardiologische Klinik Norderstedt) steht beispielhaft f\u00fcr den medizinischen und technologischen Fortschritt im Gesundheitswesen. Insbesondere in der kardiologischen Versorgung er\u00f6ffnen neue Behandlungs- und Versorgungsformen die M\u00f6glichkeit, Leistungen, die bislang station\u00e4r erbracht wurden, k\u00fcnftig ambulant anzubieten. Die Kardiologische Klinik Norderstedt und die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg beabsichtigen, k\u00fcnftig durch ein vorbildlich abgestimmtes Konzept zu kooperieren, um die station\u00e4re kardiologische Versorgung der Region durch den Standort in Henstedt-Ulzburg zu sichern, erg\u00e4nzt um ein breites ambulantes, ggf. tagesklinisches Angebot in Norderstedt. Das Ministerium begr\u00fc\u00dft und unterst\u00fctzt diesen Ansatz.<\/p>\n<p>Versorgungsregion Nord-Ost<\/p>\n<p>Ausblick Grundz\u00fcge somatische Versorgung, Planungsstand 07\/2026<\/p>\n<p>Die Region Nord-Ost setzt sich aus den Kreisen Schleswig-Flensburg und Teilen des Kreises Rendsburg-Eckernf\u00f6rde sowie der Stadt Flensburg zusammen. Geographische Besonderheiten dieser Region sind die klare Abgrenzung durch den Nord-Ostseekanal im S\u00fcden und die weniger stark bev\u00f6lkerte Schlei- und K\u00fcstenregion.<\/p>\n<p>Mit dem zuk\u00fcnftigen Standort in Flensburg am Peelwatt, in dem die beiden Krankenhausstandorte, das Malteser F\u00f6rdeklinikum St. Katharina Waldstra\u00dfe und Knuthstra\u00dfe, zusammenf\u00fchrt werden sollen, ist auch in dieser Versorgungsregion ein wichtiger Krankenhausneubau geplant.<\/p>\n<p>Die Sch\u00f6n Klinik Rendsburg ist der Krankenhausstandort mit dem gr\u00f6\u00dften station\u00e4ren Leistungsvolumen im S\u00fcden der Region. Wie in Flensburg wird hier in Zukunft eine breite und komplexere Versorgung inklusive einer umf\u00e4nglich Notfallversorgung verortet sein.<\/p>\n<p>Eine weitere wichtige Notfallstruktur befindet sich am Helios Klinikum Schleswig. Dort wird beispielsweise gemeinsam mit dem Klinikum Nordfriesland eine sogenannte TeleStroke-Unit betrieben. Diese wichtige Versorgungsform f\u00fcr die zeitkritische Schlaganfallversorgung soll auch in Zukunft dort sichergestellt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die weite Fl\u00e4che an der Ostsee und Schlei sollen niedrigschwellige Standorte, wie beispielsweise in Kappeln, als sektoren\u00fcbergreifende Versorger (s.o., Bindeglied zwischen station\u00e4rer und ambulanter Versorgung) weiterentwickelt werden.<br \/>\nDaneben gilt es aufgrund der Altersstruktur in der Region, die geriatrische Versorgung bedarfsgerecht weiterzuentwickeln wie zum Beispiel am Krankenhausstandort in Eckernf\u00f6rde.<\/p>\n<p>Versorgungsregion Mitte<\/p>\n<p>Ausblick Grundz\u00fcge somatische Versorgung, Planungsstand 07\/2026<\/p>\n<p>Die Region Mitte umfasst den s\u00fcdlichen Teil des Kreises Rendsburg-Eckernf\u00f6rde, die Stadt Kiel, die Stadt Neum\u00fcnster, eine H\u00e4lfte des Kreises Pl\u00f6n sowie einen kleinen Teil des Kreises Segeberg.<\/p>\n<p>Die Krankenhauslandschaft der Versorgungsregion Mitte tr\u00e4gt nicht nur wesentlich zur Sicherstellung einer wohnortnahen Notfallversorgung bei, sondern erf\u00fcllt auch \u00fcberregionale Versorgungsaufgaben.<\/p>\n<p>Eine zentrale Rolle innerhalb der Versorgungsregion nehmen das Universit\u00e4tsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, das St\u00e4dtische Krankenhaus Kiel und das Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neum\u00fcnster ein. Gemeinsam kommt ihnen eine tragende Rolle f\u00fcr die station\u00e4re Versorgung, inklusive der Notfallversorgung, zu. Eine weitere Profilsch\u00e4rfung dieser Standorte bietet die Chance, vorhandene Kompetenzen gezielt einzusetzen, Versorgungsauftr\u00e4ge klarer zu strukturieren und die Leistungsf\u00e4higkeit dieses Dreiklangs nachhaltig zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Das Klinikum Preetz wird seine Rolle in der Grund- und Basisnotfallversorgung weiter festigen. Insbesondere der Aufbau geriatrischer Strukturen soll einen wichtigen Entwicklungsschritt darstellen.<\/p>\n<p>Die Versorgungsregion Mitte verf\u00fcgt dar\u00fcber hinaus \u00fcber eine Reihe hochspezialisierter Fachkliniken mit ausgewiesener Expertise. Einrichtungen wie das Norddeutsche Epilepsiezentrum, die Schmerzklinik Kiel, die Augenklinik Bellevue oder das Lubinus Clinicum leisten einen wichtigen Beitrag zur spezialisierten Versorgung und erg\u00e4nzen das regionale sowie \u00fcberregionale Leistungsangebot in besonderer Weise. Weitere sehr spezialisierte Einrichtungen der Versorgungsregion Mitte, wie zum Beispiel die Park Klinik in Kiel in der Mamma-Chirurgie, sollen durch eine klare Konzentration auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen ihre besondere Rolle innerhalb der Versorgungslandschaft nachhaltig st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Weiterentwicklung der Krankenhausstrukturen in der Region Mitte wird auf einer klaren und abgestimmten Rollenverteilung zwischen den einzelnen Standorten basieren, der die k\u00fcnftigen strukturellen und qualitativen Anforderungen der bundeseinheitlichen Leistungsgruppen zu Grunde liegen. Diese werden nicht von allen Krankenhausstandorten erf\u00fcllt werden k\u00f6nnen. Aufgrund der r\u00e4umlichen N\u00e4he in der Region Kiel l\u00e4sst sich auch nicht f\u00fcr jeden Standort ein eigenst\u00e4ndiger und dauerhaft erforderlicher Versorgungsbedarf als Krankenhaus ableiten.<\/p>\n<p>Dazu sei ein Beispiel aus der Endoprothetik (Fachrichtung zum operativen Einsatz k\u00fcnstlicher Gelenke) genannt: Es beabsichtigen mehr Standorte, diese Leistungen anzubieten, als es f\u00fcr die Anzahl der Patientinnen und Patienten notwendig ist. Diese Diskrepanz wird im Laufe des weiteren Verfahrens mit den Kliniken eine klare Profilsch\u00e4rfung der Standorte sowie eine konsequente Zuordnung der Leistungsgruppen entsprechend der jeweiligen Versorgungsrollen erforderlich machen.<\/p>\n<p>Gewachsene Strukturen, wie die Praxisklinik in Kronshagen oder die Klinik Klosterstra\u00dfe in Neum\u00fcnster, erbringen bereits jetzt weit \u00fcberwiegend rein ambulante Leistungen und werden die Voraussetzungen der beantragten Leistungsgruppen voraussichtlich nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Diese Standorte k\u00f6nnen den Hauptteil ihres jetziges Leistungsspektrums jedoch im ambulanten Bereich in Form eines ambulanten OP-Zentrums oder Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) fortf\u00fchren. Beleg\u00e4rztinnen und Beleg\u00e4rzte, die anstreben, auch weiterhin station\u00e4re F\u00e4lle zu operieren, kann das Ministerium bei gemeinsamen Gespr\u00e4chen mit anderen Krankenhausstandorten unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Versorgungsregion Ost<\/p>\n<p>Ausblick Grundz\u00fcge somatische Versorgung, Planungsstand 07\/2026<\/p>\n<p>Die Versorgungsregion Ost ist gepr\u00e4gt von einer gro\u00dfen geografischen Ausdehnung, unterschiedlichen Versorgungsbedarfen und einer hohen Bedeutung der wohnortnahen medizinischen Versorgung in Ostholstein, Pl\u00f6n und Segeberg.<\/p>\n<p>Die drei Schwerpunktversorger in Neustadt, Eutin und Bad Segeberg \u00fcbernehmen zentrale und sich teilweise erg\u00e4nzende Aufgaben in der Versorgung der Region. Jeder dieser Standorte ist von besonderer Bedeutung f\u00fcr die Notfallversorgung und weist unterschiedliche Versorgungsschwerpunkte auf.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Standorte Eutin und Neustadt gilt es, die jeweiligen Versorgungsrollen k\u00fcnftig klar zu sch\u00e4rfen und jeden Standort gezielt in seiner spezifischen Funktion zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Segeberger Kliniken nehmen mit hoher Expertise und Spezialisierung eine Schl\u00fcsselrolle in der kardiologischen Versorgung ein.<\/p>\n<p>Eine besondere Herausforderung der Region ist ihre l\u00e4ndliche Struktur sowie die Sicherstellung der Versorgung auf der Insel Fehmarn. Mit der bereits vom Klinik-Tr\u00e4ger bekannt gegebenen Verlagerung der station\u00e4ren Kapazit\u00e4ten vom Standort Fehmarn nach Oldenburg r\u00fcckt insbesondere die Notfallversorgung, die gegenw\u00e4rtig durch den AMEOS Standort in Oldenburg sichergestellt ist, in den Fokus. Zu pr\u00fcfen ist, ob die Versorgung von Notfallpatientinnen und -patienten langfristig durch Oldenburg gew\u00e4hrleistet werden kann oder perspektivisch erg\u00e4nzende L\u00f6sungen, beispielsweise durch den Ausbau der Luftrettung, erforderlich werden.<\/p>\n<p>Neben den die Notfallversorgung sicherstellenden Standorten verf\u00fcgt die Region \u00fcber eine Reihe hochspezialisierter Fachkliniken mit ausgewiesener Expertise. Beispielhaft stehen daf\u00fcr das Sankt Elisabeth Krankenhaus in Eutin als die zweitgr\u00f6\u00dfte geriatrische Fachklinik Schleswig-Holsteins sowie das Kinderzentrum Pelzerhaken, das zu den kleinsten p\u00e4diatrischen Fachkliniken des Landes z\u00e4hlt, jedoch bundesweit Patientinnen und Patienten behandelt.<\/p>\n<p>\nVersorgungsregion S\u00fcd<\/p>\n<p>Ausblick Grundz\u00fcge somatische Versorgung, Planungsstand 07\/2026<\/p>\n<p>Die Region S\u00fcd umfasst neben dem Herzogtum Lauenburg auch den Kreis Stormarn sowie die Hansestadt L\u00fcbeck. Hier hat sich bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sich auch die Tr\u00e4ger der Krankenh\u00e4user neuen Rollen der Krankenhausreform stellen. In Geesthacht wird bereits jetzt ein niederschwelliges Angebot in den Bereichen Innere Medizin, Geriatrie und Psychiatrie vorgehalten, das dem Leistungsspektrum eines sektoren\u00fcbergreifenden Versorgers (s.o., Bindeglied zwischen station\u00e4rer und ambulanter Versorgung) entspricht.<\/p>\n<p>Nicht erst seit der ver\u00e4nderten Versorgungsrealit\u00e4t im S\u00fcden der Versorgungsregion nimmt das St. Adolf Stift in Reinbek eine besondere Rolle in der Notfallversorgung und in der Geburtshilfe ein. Mit der Er\u00f6ffnung des durch das Land gef\u00f6rderten Integrierten Notfallzentrums, vorgesehen f\u00fcr Herbst 2026, sowie der Inbetriebnahme einer bereits vor zwei Jahren ausgewiesenen Neurologie wird dieser Standort gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p>In der Hansestadt L\u00fcbeck bilden die beiden Standorte Sana Kliniken L\u00fcbeck und das UKSH Campus L\u00fcbeck eine tragende S\u00e4ule f\u00fcr die komplexe und hochkomplexe Notfallversorgung in der gesamten Region.<\/p>\n<p>Das etablierte, geriatrische Angebot des Geriatriezentrums Rotes Kreuz L\u00fcbeck sticht mit seinem Leistungsvolumen und -umfang als Fachklinik landesweit hervor und soll k\u00fcnftig noch eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl an L\u00fcbeckerinnen und L\u00fcbeckern versorgen. Aber auch die Klinik f\u00fcr Geriatrie in Ratzeburg oder in Bad Oldesloe sollen k\u00fcnftig geriatrisch wohnortnah die Versorgung sicherstellen.<br \/>\nEine ambulante wohnortnahe Versorgung soll in Travem\u00fcnde in Zukunft durch eine ambulante qualifizierte Facharztversorgung sichergestellt werden, da die Voraussetzung f\u00fcr die Leistungsgruppen in der bisherigen Praxisklinik Travem\u00fcnde voraussichtlich nicht erf\u00fcllt werden. Aufgrund der r\u00e4umlichen N\u00e4he soll das station\u00e4re Angebot andere nahegelegene Standorte, wie die Sana Kliniken L\u00fcbeck, st\u00e4rken. Davon werden auch die Patientinnen und Patienten profitieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nicht nur wohnortnah, sondern \u00fcberregional bedeutsam werden auch in Zukunft die Fachkliniken in Manhagen, mit einem orthop\u00e4dischen Leistungsangebot, und die LungenClinic Grosshansdorf, als eines der wenigen deutschlandweit G-BA zertifizierten Lungenzentren, agieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). Das Gesundheitsministerium informiert fortlaufend zur Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform in Schleswig-Holstein, unter anderem im Sozialausschuss und in zahlreichen Medieninformationen (schleswig-holstein.de \u2013 Krankenh\u00e4user). Gestern (01.07.) berichtete Gesundheitsministerin von der Decken Medien im Pressegespr\u00e4ch zum derzeitigen Umsetzungsstand nach Abschluss der ersten Runde der Regionalgespr\u00e4che mit den Kliniken. Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken erl\u00e4utert: \u201eEs ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":84609,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jnews-multi-image_gallery":[],"jnews_single_post":{"format":"standard","override":[{"template":"1","parallax":"1","fullscreen":"1","layout":"right-sidebar","sidebar":"default-sidebar","second_sidebar":"default-sidebar","share_position":"top","share_float_style":"share-monocrhome","show_featured":"1","show_post_meta":"1","show_post_author":"1","show_post_author_image":"1","show_post_date":"1","post_date_format":"default","post_date_format_custom":"Y\/m\/d","post_reading_time_wpm":"300","post_calculate_word_method":"str_word_count","show_zoom_button":"0","zoom_button_out_step":"2","zoom_button_in_step":"3","show_post_tag":"1","show_popup_post":"1","number_popup_post":"1","show_author_box":"1","show_post_related":"1","show_inline_post_related":"0"}],"image_override":[{"single_post_thumbnail_size":"crop-500","single_post_gallery_size":"crop-500"}],"trending_post_position":"meta","trending_post_label":"Trending","sponsored_post_label":"Sponsored by","disable_ad":"0","subtitle":"Erste Runde der Regionalgespr\u00e4che erfolgreich abgeschlossen"},"jnews_primary_category":[],"jnews_social_meta":[],"jnews_override_counter":{"view_counter_number":"0","share_counter_number":"0","like_counter_number":"0","dislike_counter_number":"0"},"jnews_post_split":{"post_split":[{"template":"1","tag":"h2","numbering":"asc","mode":"normal","first":"0","enable_toc":"0","toc_type":"normal"}]},"footnotes":""},"categories":[75],"tags":[3802],"class_list":["post-84608","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheit","tag-krankenhausreform"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84608"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84608\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84610,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84608\/revisions\/84610"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/84609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}