{"id":84560,"date":"2026-07-01T07:38:28","date_gmt":"2026-07-01T06:38:28","guid":{"rendered":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/?p=84560"},"modified":"2026-07-01T07:38:28","modified_gmt":"2026-07-01T06:38:28","slug":"standortkonzept-fuer-die-erstaufnahme-von-gefluechteten-schleswig-holstein-passt-kapazitaeten-an-ruecklaeufige-zugangszahlen-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herzogtum-direkt.de\/index.php\/2026\/07\/01\/standortkonzept-fuer-die-erstaufnahme-von-gefluechteten-schleswig-holstein-passt-kapazitaeten-an-ruecklaeufige-zugangszahlen-an\/","title":{"rendered":"Standortkonzept f\u00fcr die Erstaufnahme von Gefl\u00fcchteten: Schleswig-Holstein passt Kapazit\u00e4ten an r\u00fcckl\u00e4ufige Zugangszahlen an"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kiel (pm).<\/strong> Schleswig-Holstein passt die Kapazit\u00e4ten seiner Landesunterk\u00fcnfte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete an die aktuellen Zugangsentwicklungen an. Das Kabinett hat heute beschlossen, die Erstaufnahme ab 2027 auf die Standorte Neum\u00fcnster, Bad Segeberg und Seeth mit insgesamt 3470 Pl\u00e4tzen zu konzentrieren. Die Standorte Boostedt und Rendsburg werden in den Reservebetrieb \u00fcberf\u00fchrt. Die Landesunterkunft in Kiel wird zum Ende des Jahres 2026 geschlossen. Hintergrund der Anpassungen sind die deutlich r\u00fcckl\u00e4ufigen Zugangszahlen von Asylsuchenden und Gefl\u00fcchteten. Gleichzeitig k\u00f6nnen \u00f6ffentliche Mittel bedarfsgerechter eingesetzt und Einsparpotenziale realisiert werden.<\/p>\n<p>Integrationsministerin Aminata Tour\u00e9: \u201eIn enger Abstimmung mit den Kommunen passen wir das Standortkonzept f\u00fcr Gefl\u00fcchtete an die Realit\u00e4t an. Die Zahl der Schutzsuchenden ist im vergangenen Jahr erneut deutlich zur\u00fcckgegangen. Hauptgrund hierf\u00fcr sind die Entwicklungen in den Herkunftsl\u00e4ndern. Ich habe den Kommunen im Oktober 2023 zugesagt, dass wir die Kapazit\u00e4ten immer auf die Bed\u00fcrfnisse der Kommunen und des Landes abstimmen und im Krisenfall als Land innerhalb von sechs bis zw\u00f6lf Wochen zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten hochfahren k\u00f6nnen. Dieses atmende Standortkonzept gilt seither und wird immer an die aktuelle Situation angepasst.&#8220;<\/p>\n<p>Die Ministerin erg\u00e4nzte: \u201eUnser Anspruch bleibt unver\u00e4ndert: Wir wollen jederzeit ausreichend Pl\u00e4tze f\u00fcr Menschen bereithalten, die bei uns Schutz suchen, und ihnen eine sichere Unterbringung bieten. Gleichzeitig gilt es, angesichts der r\u00fcckl\u00e4ufigen Zugangszahlen und der Haushaltslage des Landes verantwortungsvoll mit \u00f6ffentlichen Mitteln umzugehen und zu hohe Kosten zu vermeiden. Deshalb passen wir die Kapazit\u00e4ten unserer Landesunterk\u00fcnfte an die aktuelle Entwicklung an und stellen zugleich sicher, dass wir auf ver\u00e4nderte Entwicklungen jederzeit reagieren k\u00f6nnen. Damit leisten wir als Integrationsministerium einen wesentlichen und vertretbaren Beitrag zur Konsolidierung des Landeshaushalts und verhindern zeitgleich, dass in wichtigen Bereichen wie Sprachf\u00f6rderung von Gefl\u00fcchteten, Kita oder anderen sozialen Bereichen gespart werden muss.&#8220;<\/p>\n<p>Ministerin Tour\u00e9 dankte den Standorten Boostedt, Rendsburg und Kiel: \u201eDie Oberb\u00fcrgermeister und die B\u00fcrgermeisterin haben gemeinsam mit der Bev\u00f6lkerung vor Ort eine gro\u00dfartige Leistung erbracht. Sie haben sich bereit erkl\u00e4rt, stellvertretend f\u00fcr alle Kommunen und f\u00fcr das Land ein Standort f\u00fcr neu ankommende Schutzsuchende zu sein. Sie haben in den vergangenen Jahren einen gro\u00dfartigen Job gemacht und ich wei\u00df durch die zahlreichen B\u00fcrgerversammlungen vor Ort, dass es Zustimmung wie auch Ablehnung zu Landesunterk\u00fcnften gibt. Genauso gilt mein Dank auch den Betreuungsverb\u00e4nden, dem \u00e4rztlichen Dienst, den Wachdiensten, den Polizeistationen und zahlreichen Ehrenamtlichen, die seit der ersten Stunde vor Ort professionell und empathisch gearbeitet und diese Ausnahmesituationen gro\u00dfartig geregelt haben.&#8220;<\/p>\n<p>Ab Anfang 2027 stehen in den Landesunterk\u00fcnften insgesamt 3.470 aktive Unterbringungspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4lt das Land weitere 2.365 Pl\u00e4tze als Reserve vor. Die Standorte Gl\u00fcckstadt, Boostedt und Rendsburg bleiben als Reserve erhalten und k\u00f6nnen bei Bedarf innerhalb von sechs bis zw\u00f6lf Wochen wieder f\u00fcr die Unterbringung von Gefl\u00fcchteten aktiviert werden. Damit bleibt Schleswig-Holstein auch k\u00fcnftig auf m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen im Fluchtzugangsgeschehen vorbereitet. Durch die Anpassung der Unterbringungskapazit\u00e4ten kann das Land bis Ende 2027 voraussichtlich rund 53 Millionen Euro einsparen. Die frei werdenden Mittel tragen zur Konsolidierung des Landeshaushalts bei.<\/p>\n<p>Derzeit betreibt das Land sieben Landesunterk\u00fcnfte, von denen der Standort Gl\u00fcckstadt bereits als Reserve vorgehalten wird. Von den aktuell 5.845 aktiven Unterbringungspl\u00e4tzen sind durchschnittlich rund 2.000 Pl\u00e4tze belegt.<\/p>\n<p>Das Zugangsgeschehen im Jahr 2025 war im Vergleich zu 2024 um rund 31 Prozent zur\u00fcckgegangen. Aufgrund der Umsetzung der Rechtsakte des Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems (GEAS-Reform) wird ein weiterer R\u00fcckgang ab Sommer 2026 erwartet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiel (pm). 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